Contents:
Unternehmensgründung
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- Überlegungen zur Unternehmensgründung
- Finanzierung
- Wahl der Rechtsform
- Frauen als Unternehmerinnen
- Beratungsstellen
- Formulare
Hinweis: Die Lebenssituation "Unternehmensgründung" wurde in Zusammenarbeit mit dem Bundesministerium für Wirtschaft, Famillie und Jugend und dem Gründer-Service der Wirtschaftskammer Österreich erstellt.
Überlegungen zur Unternehmensgründung
Im Vorfeld der Unternehmensgründung sollten Sie folgende Fragestellungen beachten:
- Welche persönlichen Ziele habe ich?
- Wird das Vorhaben in meinem Bekannten- und Familienkreis akzeptiert und unterstützt?
- Welche fachliche Qualifikation bringe ich mit?
- Habe ich bereits eine Gewerbeberechtigung?
- Gibt es für meine Idee einen Markt?
- Möchte ich mit Partnern zusammenarbeiten?
- Welche Unternehmensform ist daher sinnvoll?
- Benötige ich Mitarbeiter?
- An welchem Standort soll das Unternehmen betrieben werden?
- Welche Investitionen sind notwendig?
- Welche sonstigen (laufenden) Kosten werden anfallen?
- Wie sind die Investitionen und die sonstigen Kosten zu finanzieren?
- Gibt es für mein Vorhaben Förderungen?
- Welcher Mindestumsatz ist daher notwendig?
- Benötige ich eine Betriebsanlagengenehmigung?
- Welche Art der Buchführung ist notwendig bzw. sinnvoll?
- Ist EDV-Unterstützung sinnvoll?
- Wird sich mein Wunsch-Projekt rentieren?
- Welche Beratungsstellen gibt es?
Hinweis: Zu Beginn Ihrer unternehmerischen Tätigkeit sollten Sie sich auf jeden Fall in Gründungs-, Finanzierungs- und Rechtsfragen beraten lassen!
Finanzierung
Neben der Geschäftsidee ist auch das Kapital Voraussetzung für den Erfolg Ihres Unternehmens. In dieser Hinsicht sollten Sie Folgendes bedenken:
Kapitalbedarf
In der Anlaufphase eines Betriebs können unerwartet hohe Kosten entstehen. Um in dieser Phase die Liquidität und den Fortbestand des Unternehmens zu sichern, ist es notwendig, den Kapitalbedarf genau zu ermitteln.
Kapitalbedarf für Investitionen
Investitionen, die im Zuge einer Betriebsgründung zu leisten sind, betreffen in erster Linie Investitionen in das Anlagevermögen (z.B. Grundstücke, Gebäude, Maschinen, Fahrzeuge und Büroausstattung). Bei der Ermittlung des Kapitalbedarfs müssen Nebenkosten wie Grunderwerbssteuer, Notariatskosten, Gebühren und Kosten der Kapitalbeschaffung beinhaltet sein. Weiters sollte eine Reserve von etwa 10 Prozent berücksichtigt werden.
Kapitalbedarf für Waren- und Materiallager
In Produktionsbetrieben sollten Sie den notwendigen jährlichen Materialverbrauch für einen angestrebten Jahresumsatz ermitteln. In diesem Zusammenhang darf auf die Kosten der Lagerung nicht vergessen werden. Bei Einzelhandelsgeschäften ist es wichtig, den Umfang der Ladenausstattung festzustellen. Über die von den Lieferanten erfragten Einkaufspreise ist der Wert des notwendigen Warenbestandes zu ermitteln.
Laufender Kapitalbedarf
Besonders in der Anfangsphase eines Unternehmens können die laufenden Kosten oft die Einnahmen übersteigen. Dies ist davon abhängig , ob in der jeweiligen Branche Zahlungsziele üblich sind oder ob die Bezahlung der Waren und Dienstleistungen sofort erfolgt. Folgende Positionen sind bei der Ermittlung des Betriebsmittelbedarfs zu berücksichtigen:
- Außenstände
- Personalkosten
- Miete oder Pacht
- Büro- und Verwaltungskosten
- Energiekosten
- Fahrzeugkosten
- Zinsen
- notwendige Privatentnahmen etc.
Kapitalbeschaffung
Eigenkapital
Nach Ermittlung des Kapitalbedarfs berechnen Sie, welchen Teil davon Sie selbst aufbringen können. Es gibt keine allgemein gültige Regel, wieviel Eigenkapital Sie aufbringen sollen. Dies ist stark branchenabhängig.
Machen Sie eine detaillierte Aufstellung über Bargeld, Sparguthaben und Sachwerte, die Sie in das Unternehmen einbringen können. Um den Eigenkapitalanteil zu erhöhen, können Sie einen Partner für Ihr Unternehmen gewinnen, der mitinvestiert und mitarbeitet. Eventuell kommt auch die Beteiligung eines stillen Gesellschafters (Teilhabers) in Frage, der sich nur mit einer Kapitaleinlage am Unternehmen beteiligt.
Vergessen Sie in diesem Zusammenhang nicht, dass diese Gesellschafter/innen am Gewinn des Unternehmens beteiligt sind und klären Sie rechtzeitig Haftungsfragen im Falle eines Verlustes.
Die Differenzsumme zwischen Ihrem ermittelten Kapitalbedarf und dem Eigenkapital muss durch Fremdkapital aufgebracht werden
Fremdkapital
Fremdkapital wird in erster Linie durch Kredite aufgebracht. Folgende Hauptgruppen von Krediten sind zu unterscheiden:
Investitionskredite dienen zur Finanzierung des Anlagevermögens (z.B. Grundstücke, Gebäude, Maschinen, Fahrzeuge, Büromöbel). Diese Kredite werden langfristig gewährt, d.h. sie haben eine Laufzeit von etwa vier bis 20 Jahren.
Annuitätendarlehen haben den Vorteil, dass die Rückzahlungsbeträge über die gesamte Laufzeit gleich bleiben und so die Aufwendungen in den ersten Jahren niedriger als bei Ratendarlehen sind. Damit können etwaige Anlaufschwierigkeiten besser verkraftet werden.
Bei Ratendarlehen ist der Betrag, den Sie pro Jahr für die Tilgung und Zinsen aufbringen müssen, in den ersten Jahren höher als beim Annuitätendarlehen, nimmt dann aber ständig ab.
Um die tatsächlichen Kosten eines Kredits richtig abschätzen zu können, benötigen Sie genaue Informationen über:
- Zinssatz
- Laufzeit des Kredits
- Anzahl der Raten und deren Fälligkeit
- Nebenkosten des Kredits, Auszahlungs- und Bearbeitungsgebühren
- Art der Zinsverrechnung (Termin, zu dem die Höhe des Zinsanteils der Rate bestimmt wird)
- Art der Tilgungsverrechnung (Zeitpunkt, zu dem die Tilgung von der Restschuld abgezogen wird)
Leasing ist eine häufige Finanzierungsalternative. Investitionsgüter werden nach Abschluss eines Leasingvertrags angemietet und nach einer gewissen Dauer zum vorher vereinbarten Restwert gekauft.
Vorteil des Leasings ist die Schonung des Eigenkapitals, d.h. der Investitionsbetrag muss nicht auf einmal aufgebracht werden. Sie können die Rückzahlungen vor Vertragsabschluss flexibel gestalten.
Nachteile des Leasings sind:
- ein einmal abgeschlossener Leasingvertrag ist nicht abänderbar
- allgemeine Zinsänderungen verändern die Leasingraten
- eine vorzeitige Auflösung des Leasingvertrages oder eine nicht rechtzeitige Zahlung der Raten kann zu höheren Belastungen führen als eine Finanzierung durch einen Kredit.
Der Kontokorrentkredit dient dem laufenden Geschäfts- und Zahlungsverkehr. Ein von der Bank eingeräumter Kreditrahmen ermöglicht Ihnen, den laufenden Geschäfts- und Zahlungsverkehr zu bewältigen. Sie können über den Kredit bis zur vereinbarten Höhe unbürokratisch frei verfügen. Die Zinsen werden nur für den tatsächlich in Anspruch genommenen Kreditbetrag verrechnet. Da für diese Art der flexiblen Kreditform zusätzlich Spesen und Gebühren anfallen, sollte der Kontokorrentkredit nur als kurzfristiges Finanzierungsmittel eingesetzt werden.
Der Lieferantenkredit ist der teuerste aller Kredite. Dies wird auf den ersten Blick oft nicht sichtbar. Er wird formlos gewährt und entsteht dadurch, dass eine Ware nicht sofort bei Erhalt, sondern erst innerhalb einer bestimmten Frist, dem Zahlungsziel, zu begleichen ist (z.B. räumt Ihnen ein Lieferant ein Zahlungsziel von 30 Tagen ein).
Der Satz auf einer Rechnung: "Zahlbar innerhalb von 10 Tagen mit Abzug von 2 Prozent Skonto oder innerhalb von 30 Tagen ohne Abzug" bedeutet, dass Sie innerhalb der ersten 10 Tage 2 Prozent vom Rechnungsbetrag abziehen dürfen. Das entspricht einem Jahreszinssatz von 36 Prozent und sollte, sofern es die Zahlungsfähigkeit erlaubt, auch unter Ausnutzung des Kontokorrentkredits in Anspruch genommen werden.
Wahl der Rechtsform
Im Zuge der Unternehmensgründung ist die Wahl der geeigneten Rechtsform entscheidend. Die Rechtsform richtet sich vordergründig nach
- der Anzahl der Beteiligten (ein oder mehrere Unternehmer)
- dem Umfang des Unternehmens
- der Art der Finanzierung
- der Art und dem Ausmaß der Haftung etc.
Sowohl die Form des Einzelunternehmens als auch jene der Gesellschaften haben Vor- und Nachteile, die es abzuwägen gilt. Lassen Sie sich in diesem Fall von Experten oder Ihrem Steuerberater beraten!
- im Business-Guide, einem Informationsmedium des Bundesministeriums für Wirtschaft, Famillie und Jugend sowie
- auf den Seiten des Gründer-Services der Wirtschaftkammer Österreich.
Frauen als Unternehmerinnen
Für die erste Stufe der Unternehmensgründung wurden eigene Stellen eingerichtet, die kompetente, frauenspezifische Beratung für Gründerinnen und Unternehmerinnen anbieten und unternehmerisch denkenden Frauen den Einstieg in die Selbständigkeit erleichtern.
Adressen und Links
- Businessfrauencenter Wien
- Frauenservice des Wiener Wirtschaftsförderungsfonds (WWFF)
- Gründerinnenzentrum Steiermark
- Gründerinnen- und Unternehmerinnen-Zentrum Salzburg/Bayern
Beratungsstellen
- Austrian Business Agency (ABA)
(Diese Seite bietet alle notwendigen Informationen über den Wirtschaftsstandort Österreich. Sie erhalten persönliche Beratung übers Internet, können Informationsmaterial anfordern und finden weitere Links z.B. auch zu Rechtsberatungsstellen oder Banken). - Gründer-Service der Wirtschaftskammern Österreichs
(Hier finden Sie u.a. den Gründungsfahrplan, Hilfe für die Erstellung des Businessplans, Begriffserklärungen und vieles mehr) - Nachfolgebörse für Jungunternehmer der Wirtschaftskammern Österreichs
(Diese Einrichtung versteht sich als Plattform für Teamgründungen, stellt Kontakte zu Firmeninhabern her und den persönlichen Know-how Transfer von Senior-Experten zu Gründern und Jungunternehmern. - Telefonische Auskunft des Bundesministeriums für Wirtschaft, Famillie und Jugend
(Hier bekommen künftige Unternehmer effizient und unbürokratisch Informationen über den Gründungsvorgang, berufliche Zugangsvoraussetzungen oder Förderungsmöglichkeiten.)
Ihre Anfragen werden telefonisch beantwortet (gebührenfrei).
