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Aufnahme eines Pflegekindes


Allgemeines zur Aufnahme eines Pflegekindes

Neben der Adoption gibt es auch die Möglichkeit, ein Kind für bestimmte oder unbestimmte Zeit in Pflege zu nehmen. Meist handelt es sich dabei um Kinder aus schwierigen sozialen Verhältnissen, die nicht in ihrer eigenen Familie betreut werden können. Es wird unterschieden zwischen Krisenpflege für einen kurzen Zeitraum (z.B. bei familiären Problemen oder sozialen Notfällen) und Langzeitpflege, bei der ein Kind für einen längeren Zeitraum (in manchen Fällen bis zur Volljährigkeit) in Pflege genommen wird.

Im Unterschied zur Adoption behalten die leiblichen Eltern ihre Rechte weitgehend und treten nur die Pflege und Erziehung des Kindes an das Jugendamt ab, das dann die Pflegeeltern damit beauftragt. Die Pflegeeltern haben im Pflegschaftsverfahren das Recht, Anträge zu stellen und müssen bei wichtigen Angelegenheiten, die das Pflegekind betreffen (bei Vereinbarungen zu Besuchskontakten, bei Anträgen der leiblichen Eltern auf Rückgabe des Kindes etc.) angehört werden.

Achtung:

Ziel der Fremdunterbringung ist letztlich die Rückführung des Kindes in seine Herkunftsfamilie, sobald sich dort die Erziehungssituation verbessert. Als Pflegemutter/als Pflegevater sollten Sie deshalb darauf vorbereitet sein, sich von dem Kind auch wieder trennen zu müssen.

Hinweis: Wenn es im Interesse des Kindes liegt, ein Eltern-Kind-Verhältnis entstanden ist oder eine Rückführung in die Herkunftsfamilie nicht mehr möglich ist, können Pflegeeltern auch das volle Sorgerecht beantragen bzw. eine Adoption anstreben.

Wenn Sie bereits Pflegeeltern sind oder es werden wollen, können Sie sich für Erfahrungsaustausch, Hilfestellung etc. auch an Pflegeelternrunden, die z.B. von Eltern-Kind-Zentren oder Gemeinden in ganz Österreich angeboten werden, wenden.

Der Verein Igelkinder – Interessensgemeinschaft Eltern Kinder bietet Ihnen Informationen sowie Erfahrungswerte zum Thema Pflegefamilie.

Voraussetzungen für die Aufnahme eines Pflegekindes

Wer ein Pflegekind unter 16 Jahren aufnehmen will, braucht dazu eine Pflegebewilligung vom örtlichen Jugendwohlfahrtsträger. Wie bei der Adoption werden Bewerberinnen/Bewerber auf ihre Eignung hin überprüft (Erziehungsfähigkeit, Belastbarkeit, Gesundheitszustand, Wohn- und Einkommensverhältnisse etc.). Die Pflegebewilligung wird immer nur für ein bestimmtes Kind erteilt.

zuständige Behörde:

Der Jugendwohlfahrtsträger

Ein offizielles Mindestalter ist für Pflegeeltern nicht vorgeschrieben, allerdings werden eine gewisse Lebenserfahrung und Erfahrung im Umgang mit Kindern vorausgesetzt. Der Altersunterschied zwischen Pflegekind und Pflegeeltern sollte im Idealfall 40 Jahre nicht übersteigen.

Hinweis: Auch allein stehende Personen können bei sonstiger Eignung Pflegekinder bei sich aufnehmen.

Vorbereitungskurse für Pflegeeltern werden z.B. in Wien vom Referat für Adoptiv- und Pflegeeltern angeboten.

Finanzielle Unterstützungen für Pflegeeltern

Bei Erfüllung der jeweiligen Voraussetzungen haben Pflegeeltern Anspruch auf:

Achtung:

Das Pflege(eltern)geld ist in den einzelnen Bundesländern unterschiedlich geregelt. Für genaue Informationen wenden Sie sich bitte an den für Sie zuständigen Jugendwohlfahrtsträger.

Pflegekinder können bei einem Pflegeelternteil in der Krankenversicherung mitversichert werden.

Hinweis: In einigen Bundesländern gibt es unter bestimmten Voraussetzungen die Möglichkeit, sich als Pflegemutter oder Pflegevater anstellen zu lassen. Damit verbunden sind Fortbildung, Beratung, soziale Absicherung (Pensions-, Kranken-, Unfall- und Arbeitslosenversicherung) sowie ein Gehalt knapp über der Geringfügigkeitsgrenze.

Das Land Salzburg hat zu dem Thema eine umfangreiche Pflegeeltern-Broschüre herausgegeben.
Stand: 01.01.2010
Hinweis .
Abgenommen durch:
Bundesministerium für Wirtschaft, Familie und Jugend


 

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