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Der Klimawandel und seine Folgen

Seit der Industrialisierung wurden weltweit auch verstärkt Treibhausgase freigesetzt. Dadurch wurde ein massiver Eingriff in das weltweite Klimasystem eingeleitet.

Die durchschnittlichen Temperaturen auf der Erde werden in den kommenden Jahrzehnten weiter steigen. Diese Erwärmung wird durch den sogenannten Treibhauseffekt verursacht.

Wir befinden uns derzeit inmitten eines Klimawandels.

Im Folgenden findet sich eine Auswahl an Auswirkungen des Klimawandels auf globaler Ebene sowie unmittelbar in Österreich:

Globale Folgen

Studien zeigen, dass vor allem Gebiete, die nur knapp über dem Meeresspiegel liegen, am stärksten von den Folgen des Klimawandels betroffen sein werden.

Aber auch andere Gebiete bleiben nicht verschont – hier die gravierendsten globalen Folgen des Klimawandels:

  • Temperaturanstieg
  • Ernteausfälle
  • Zunahme an Naturkatastrophen und Extremereignissen wie beispielsweise
    • Schwere Niederschlagsereignisse
    • Überschwemmungen
    • Stürme
    • Dürren
    • Hitzewellen
    • Feuer
    • Hagel
    • Lawinen
    • Muren
  • Bodenerosion
  • Anstieg des Meeresspiegels
  • Gletscherschmelze

Die Lebensumstände für Menschen, Tiere und Pflanzen können sich ebenso verändern:

  • Heutige Wohngebiete könnten unbewohnbar werden durch Hitze, Dürre, steigenden Meeresspiegel etc.
  • Artensterben in der Tier- und Pflanzenwelt – viele bedrohte Tierarten und Pflanzen werden die Anpassung an die veränderten Lebensumstände nicht schaffen
  • Das Auftauchen von bisher unbekannten Krankheitserregern und Krankheiten wird Medizin und Forschung vor neue Herausforderungen stellen

Da arme Bevölkerungsschichten am stärksten von den zu erwartenden Katastrophenfällen betroffen sein werden, sind in absehbarer Zeit auch Flüchtlingsströme und Völkerwanderungen von bisher unbekanntem Ausmaß zu erwarten. Diese Auswirkungen des Klimawandels werden wiederum weltweit zu spüren sein und können auch nur global bewältigt werden.

Mögliche Folgen in/für Österreich

Die Auswirkungen dieses Klimawandels sind vielfältig. Die Durchschnittstemperaturen werden in Österreich bis zur Mitte dieses Jahrhunderts voraussichtlich um mehr als 2 Grad Celsius gegenüber den 1980er Jahren ansteigen. Zu erwarten sind heiße, trockenere Sommer mit etwa doppelt so vielen Tagen über 30 Grad Celsius wie bisher. Die Winter dürften im Durchschnitt weniger kalt und damit weniger schneereich werden, v.a. eine Abnahme der Tage mit Schneebedeckung wird für eine Reihe von Wintersportorten "prognostiziert".

Mögliche Konsequenzen eines weiteren Temperaturanstiegs sind im Alpenraum: wachsende Intensität und Frequenz von Niederschlägen, mehr Hagel, aber auch mehr Dürreperioden, Verringerung des Bodenwassergehalts, Hochwasser, Murenabgänge, Gletscherrückgang, Schädlingsinvasionen etc.

Der Anstieg der Permafrostgrenze führt zu einer zunehmenden Gefahr von Bergstürzen in alpinen Regionen.

Die Landwirtschaft gehört zu den am stärksten vom Klimawandel betroffenen Aktivitätsfeldern. Aufgrund der zunehmenden Trockenheit und der erhöhten Klimavariabilität werden Ertrags- sowie Qualitätseinbußen und abnehmende Ertragssicherheit zum normalen Wirtschaften gehören. Auszugehen ist auch von einer rascheren Entwicklung von Schadinsekten, wobei sich wärmeliebende Arten stark nach Norden ausbreiten.

Ähnliche Probleme zeigen sich auch in der Forstwirtschaft. Die Fichte als häufigste heimische Baumart ist der große Verlierer des Temperaturanstiegs. Durch den zunehmenden Trockenstress und vermehrten Schädlingsbefall kommt sie stark unter Druck. Vielerorts kommt es zum Verlust der Schutzfunktion des Bergwalds. Waldbrände im Sommer könnten, ähnlich wie bereits jetzt im Mittelmeerraum, zu einer Bedrohung in Österreich werden.

Die alpinen Gletscher haben in den letzten 100 Jahren rund 50 Prozent ihres Eises aufgrund von Temperaturanstieg und veränderter Niederschlagssituation verloren. Eine Fortsetzung dieses Trends wird erwartet. Der sichtbare Rückgang der Gletscher in den Alpen bedeutet einen Verlust natürlicher Wasserspeicher und eine deutlich verminderte Attraktivität der Bergregionen, was wieder hohe Bedeutung für den Tourismus hat. Milde Winter ohne Naturschnee bzw. zu niedrige Temperaturen oder zu wenig Wasser für künstliche Beschneiung könnten sich negativ auf den Wintertourismus auswirken.

Nicht zu unterschätzende Gefahren für die Gesundheit des Menschen ergeben sich einerseits aufgrund direkten Hitzestress (einschließlich geringer nächtlicher Abkühlung), andererseits durch die geänderte Verbreitung von Krankheitserregern bzw. deren Überträgern.

Österreichischer Sachstandsbericht Klimawandel

Im September 2014 wurde der erste österreichische Sachstandsbericht zum Klimawandel veröffentlicht. Mehr als 240 österreichische Klimaforscherinnen/österreichische Klimaforscher haben an der vom Klima- und Energiefonds geförderten Erstellung des Berichts mitgewirkt. Der über 1.000 Seiten starke Bericht enthält den aktuellsten Kenntnisstand über den Klimawandel und seine Auswirkungen in Österreich sowie über Maßnahmen der Minderung und Anpassung.

Stand: 01.01.2016
Hinweis .
Abgenommen durch:
Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft

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