Hilfe zu "Gebärdensprachvideo" Deutsch | English

Maßnahmen gegen Schulschwänzen bei schulpflichtigen Kindern

Seit 1. September 2013 werden Maßnahmen zur Erfüllung der Schulpflicht eingeführt, um Schulpflichtverletzungen schon im Vorfeld zu verhindern.

Zu Beginn jedes Schuljahres wird eine Vereinbarung über Kommunikation und Verhaltensweisen zwischen Schülern und den Klassenlehrern oder den Klassenvorständen erarbeitet.

Bei fünf unentschuldigten Fehltagen in einem Semester oder 30 unentschuldigten Fehlstunden in einem Semester oder drei aufeinanderfolgenden unentschuldigten Fehltagen wird folgendes fünfstufige Verfahren in Gang gesetzt:

  • Stufe I: Ein verpflichtendes Gespräch zwischen den Erziehungsberechtigten, dem Schüler und dem Klassenlehrer oder Klassenvorstand ist durchzuführen.
  • Stufe II: Innerhalb von vier Wochen nach dem Gespräch von Stufe I ist ein weiteres Gespräch zwischen den Beteiligten durchzuführen. Wird festgestellt, dass die gesetzten Maßnahmen keine oder nur eine schwache Wirkung zeigen, so hat der Schulleiter einen Schülerberater und den schulpsychologischen Dienst einzubinden.
  • Stufe III: Innerhalb von vier Wochen nach dem Gespräch von Stufe II ist ein weiteres Gespräch zur Erörterung der gesetzten Maßnahmen anzuberaumen. Zeigt sich auch in dieser Phase keine oder nur eine schwache Wirkung der gesetzten Maßnahmen, so hat der Schulleiter die Erziehungsberechtigten und den Schüler über die weiteren Konsequenzen zu informieren und den zuständigen Beamten des Qualitätsmanagements zu befassen.
  • Stufe IV: Innerhalb von zwei Wochen nach dem Gespräch von Stufe III hat der Beamte des Qualitätsmanagements ein weiteres Gespräch mit den Beteiligten zu führen.
  • Stufe V: Innerhalb von vier Wochen nach dem Gespräch von Stufe IV hat der Schulleiter allenfalls nach der Befassung der Jugendwohlfahrt die Wirksamkeit der gesetzten Maßnahmen zu überprüfen. Bei keiner oder einer bloß geringen Wirkung der Maßnahmen hat der Schulleiter eine Strafanzeige bei der zuständigen Bezirksverwaltungsbehörde zu erstatten, welche eine Geldstrafe von bis zu 440 Euro zu verhängen hat.

Zum besseren Verständnis und zur leichteren Lesbarkeit gilt in diesem Text bei allen personenbezogenen Bezeichnungen die gewählte Form für beide Geschlechter.

Stand: 01.01.2016
Hinweis .
Abgenommen durch:
Bundeskanzleramt – HELP-Redaktion

Bewertung

War diese Information hilfreich? Das Feld "War diese Information hilfreich?" muss ausgefüllt sein!