Schüler mit anderen Erstsprachen als Deutsch

Schülerinnen/Schüler mit anderen Erstsprachen als Deutsch sind grundsätzlich in den Klassenverband integriert.

Eine gesetzliche Regelung sieht seit September 2016 den Einsatz von Diagnoseinstrumenten zur Beobachtung der Sprachentwicklung verpflichtend vor. Das Instrument "USB DaZ" (Unterrichtsbegleitende Sprachstandsbeobachtung für Deutsch als Zweitsprache) ermöglicht bereits vor dem Eintritt in die Schule die Beobachtung und Beschreibung der Sprachentwicklung von Kindern mit andern Erstsprachen als Deutsch.

Für jene, die die Unterrichtssprache Deutsch noch nicht oder noch nicht ausreichend beherrschen, stehen ihnen folgende Fördermaßnahmen zur Verfügung:

  • Außerordentliche Schülerinnen/Schüler an allen Schularten (also auch an weiterführenden Schulen) können im Rahmen einer Sprachstartgruppe oder eines Sprachförderkurses maximal zwei Jahre lang einen gezielten Deutsch-als-Zweitsprache-Unterricht (DaZ) im Ausmaß von 11 Wochenstunden erhalten.
  • Eine Sprachstartgruppe findet parallel zum Regelunterricht statt, ein Sprachförderkurs wird durch eine zweite Lehrkraft integrativ während des Unterrichts im Klassenverband angeboten.
  • Für eine Sprachstartgruppe können auch Schülerinnen/Schüler aus unterschiedlichen Klassen, Schulstufen und Schulstandorten zusammengefasst werden.
  • Schülerinnen/Schüler, die auch nach dem zweiten Lernjahr an einer österreichischen Schule noch einer speziellen Förderung in der Unterrichtssprache Deutsch bedürfen, können am besonderen Förderunterricht in Deutsch (= Deutsch-als-Zweitsprache-Unterricht) teilnehmen.
  • Darüber hinaus gewährleistet der Einsatz von muttersprachlichen Lehrkräften auch die muttersprachliche Bildung der Schülerinnen/Schüler. Teilnahmeberechtigt sind alle Schülerinnen/Schüler, die in ihrer Familie eine andere Sprache als Deutsch verwenden bzw. zweisprachig aufwachsen, unabhängig von ihrer Deutschkompetenz oder Staatsbürgerschaft
  • .Der muttersprachliche Unterricht ist Teil des österreichischen Regelschulwesens. Er wird an Volksschulen als unverbindliche Übung (freiwillige Teilnahme ohne Benotung), an den anderen Schularten als Freigegenstand (freiwillige Teilnahme mit Benotung) oder ebenfalls als unverbindliche Übung angeboten.

Im Rahmen der Initiative "Frühe sprachliche Förderung" werden für Kinder mit anderen Erstsprachen als Deutsch sowie für einsprachige Kinder mit sprachlichen Entwicklungsverzögerungen Sprachfördermaßnahmen in Kindergärten im Jahr vor dem Schuleintritt angeboten.

Stand: 08.01.2018
Hinweis
Abgenommen durch:
Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Forschung
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