Schülerinnen und Schüler mit anderen Erstsprachen als Deutsch

Oberste Priorität ist es, dass alle Schülerinnen/Schüler gute Kompetenzen in der Unterrichtssprache Deutsch haben, um dem Unterricht folgen und sich aktiv daran beteiligen zu können. 

Für jene, die die Unterrichtssprache Deutsch noch nicht oder noch nicht ausreichend beherrschen, stehen ihnen folgende Fördermaßnahmen zur Verfügung:

  • Anwendung eines standardisierten Testes für alle Schülerinnen/Schüler, die erstmals an einer Schule aufgenommen werden und nach Einschätzung der Schulleitung einen Förderbedarf haben.
  • Schülerinnen/Schüler die auf Basis des standardisierten Testergebnisses über ungenügend Deutschkenntnisse verfügen, werden ab dem Schuljahr 2019/2020 in einer Deutschförderklasse/einem Deutschförderkurs für maximal vier Semester unterrichtet und erhalten einen außerordentlichen Status. Für das Schuljahr 2018/2019 gelten Übergangsregelungen.
  • In Deutschförderklassen erhalten die Schülerinnen/Schüler in der Volksschule (Primarstufe) 15 Wochenstunden und in der NMS/AHS-Unterstufe (Sekundarstufe) 20 Wochenstunden intensives Sprachtraining im Rahmen der jeweiligen Gesamtwochenstundenanzahl laut Stundentafel.
  • Deutschförderkurse sind im Ausmaß von sechs Wochenstunden parallel zu Unterricht einzurichten.
  • Eine Regelung sieht den Einsatz von Diagnoseinstrumenten zur Beobachtung der Sprachentwicklung verpflichtend vor. Das empfohlene Instrument "USB DaZ" (Unterrichtsbegleitende Sprachstandsbeobachtung für Deutsch als Zweitsprache) ermöglicht die Beobachtung und Beschreibung der Sprachentwicklung von Kindern mit anderen Erstsprachen als Deutsch.
  • Für Schülerinnen/Schüler, die auch nach dem zweiten Lernjahr in einer Deutschförderklasse/einem Deutschförderkurs noch einer speziellen Förderung in der Unterrichtssprache Deutsch bedürfen, kann am betroffenen Schulstandort eine weitere Sprachförderung für ordentliche Schülerinnen/Schüler angeboten werden
  • Neben der spezifischen Sprachförderung für Schülerinnen/Schüler mit außerordentlichem oder ordentlichem Status bedarf es insbesondere auch für Kinder und Jugendliche mit Deutsch als Zweitsprache der sprachsensiblen Gestaltung des Sachfachunterrichts. Das Österreichische Sprachen-Kompetenz-Zentrum (ÖSZ) hat im Auftrag des BMBWF umfangreiche Materialien für einen sprachsensiblen Unterricht auf Primar- und Sekundarstufe (Allgemein- und Berufsbildung) entwickelt. Diese stehen auf der Seite des ÖSZ kostenlos zum Download zur Verfügung.
  • Darüber hinaus gewährleistet der Einsatz von muttersprachlichen Lehrkräften auch die muttersprachliche Bildung der Schülerinnen/Schüler. Teilnahmeberechtigt sind alle Schülerinnen/Schüler, die in ihrer Familie eine andere Sprache als Deutsch verwenden bzw. zweisprachig aufwachsen, unabhängig von ihrer Deutschkompetenz oder Staatsbürgerschaft.
  • Der muttersprachliche Unterricht ist Teil des österreichischen Regelschulwesens. Er wird an Volksschulen als unverbindliche Übung (freiwillige Teilnahme ohne Benotung), an den anderen Schularten als Freigegenstand (freiwillige Teilnahme mit Benotung) oder ebenfalls als unverbindliche Übung angeboten.

Im Rahmen der Initiative "Frühe sprachliche Förderung" werden für Kinder mit anderen Erstsprachen als Deutsch sowie für einsprachige Kinder mit sprachlichen Entwicklungsverzögerungen Sprachfördermaßnahmen in Kindergärten im Jahr vor dem Schuleintritt angeboten.

§ 8e Schulorganisationsgesetz (SchOG)

Stand: 09.07.2018
Hinweis
Abgenommen durch:
Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Forschung
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