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Berufsbildende Pflichtschule

Berufsbildende Pflichtschulen (Berufsschulen) vermitteln in einem berufsbegleitenden, fachlich einschlägigen Unterricht den Lehrlingen – während ihrer Ausbildung in einem Lehrberuf – die grundlegenden theoretischen Kenntnisse. Sie fördern und ergänzen die betriebliche Ausbildung sowie die Allgemeinbildung.

Die Vielfalt der Organisationsformen geht auf die Abstimmung zwischen Wirtschaft und Schulverantwortlichen zurück und berücksichtigt den Bedarf der einzelnen Branchen bzw. Regionen. Die lernortübergreifende und partnerschaftliche Zusammenarbeit aller an der Berufsausbildung Beteiligten ist einer der wesentlichen Faktoren für den Erfolg des dualen Systems. Eine moderne Berufsausbildung erfordert eine enge Verbindung von Theorie (Berufsschulunterricht) und betrieblicher Praxis.

Derzeit gibt es in Österreich über 250 anerkannte Lehrberufe mit folgenden Lehrberufsgruppen:

  • Bauwesen
  • Büro, Verwaltung, Organisation
  • Chemie
  • Druck, Foto, Grafik, Papierverarbeitung
  • Elektrotechnik, Elektronik
  • Gastronomie
  • Gesundheit und Körperpflege
  • Handel
  • Holz, Glas, Kunststoff, Ton
  • Informations- und Kommunikationstechnologien
  • Lebens- und Genussmittel
  • Metalltechnik und Maschinenbau
  • Musikinstrumentenerzeugung
  • Textil, Mode, Leder
  • Tiere und Pflanzen
  • Transport und Lager
 

Integrative Berufsausbildung wird sowohl als Lehrausbildung mit einer verlängerten Lehrzeit (Verlängerung um ein, maximal um zwei Jahre) als auch als Berufsausbildung, die Teilqualifikationen vermittelt, angeboten. Mit dem Angebot der Teilqualifikation eröffnet sich die Möglichkeit einer maßgeschneiderten Ausbildung, mit der gezielt auf die individuellen Fähigkeiten, Fertigkeiten und individuellen Bedürfnisse eingegangen werden kann. Ausbildungsorte sind Ausbildungsbetriebe oder besondere selbstständige Ausbildungseinrichtungen sowie Berufsschulen (Pflicht bzw. Recht zum Besuch der Berufsschule).

Berufsbildende Pflichtschule
Schulstufe

Ab der 10. Schulstufe (15. Lebensjahr)

Voraussetzungen
  • Vorliegen eines Lehr- oder Ausbildungsvertrags
Dauer

Zwischen zwei und vier Jahren (abhängig vom Lehrberuf)

Inhalte
  • Allgemeine Bildungsinhalte
  • Theoretische und fachpraktische Inhalte des jeweiligen Lehrberufs
  • "Soft skills" (soziale Kompetenz, Teamfähigkeit, Selbstständigkeit etc.)
Besonderheiten

Wenn ein Lehr- oder Ausbildungsvertrag eingegangen wird, muss die Berufsschule besucht werden. Rund 80 Prozent der Ausbildungszeit findet im Ausbildungsbetrieb bzw. -einrichtung und rund 20 Prozent an der Berufsschule statt.

Schulformen
  • Ganzjährige Berufsschule
    mindestens ein voller Schultag oder zwei halbe Schultage pro Woche
  • Lehrgangsmäßige Berufsschule
    mindestens acht Wochen durchgehender Unterricht pro Jahr
  • Saisonmäßige Berufsschule
    Unterricht nur in einer bestimmten Jahreszeit
Abschluss

Wurde das Unterrichtsziel der letzten Klasse der Berufsschule erreicht, besteht die Lehrabschlussprüfung nur mehr aus dem Praxisteil. Der Lehrabschluss berechtigt zur Ausübung des erlernten Berufs.

Außerdem kann nach Beendigung der Lehrausbildung zusätzlich eine Berufsreifeprüfung abgelegt werden, um beispielsweise Zugang zu einem Universitätsstudium zu erlangen.

Seit Herbst 2008 kann mit der Vorbereitung zur Berufsreifeprüfung schon während der Lehrzeit begonnen werden, wobei bereits drei Teilprüfungen während der Lehrzeit abgelegt werden dürfen und die letzte Teilprüfung ab dem 19. Geburtstag. Für die Vorbereitungskurse und Prüfungen fallen für Lehrlinge keine Kosten an. Angebote dazu gibt es in allen Bundesländern.

Stand: 01.07.2016
Hinweis .
Abgenommen durch:
Bundesministerium für Bildung

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