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Berufsbildende höhere Schulen

Berufsbildende höhere Schulen (BHS) vermitteln in fünf Jahren neben einer fundierten Allgemeinbildung eine höhere berufliche Ausbildung und schließen mit einer Reife- und Diplomprüfung ab. Mit der Reifeprüfung wird die Berechtigung zum Studium an Universitäten, Fachhochschulen und Pädagogischen Hochschulen erworben, die Diplomprüfung ermöglicht den Zugang zu gesetzlich geregelten Berufen. Die Anerkennung von facheinschlägigen Kenntnissen für Absolventinnen/Absolventen von Berufsbildenden höheren Schulen an Universitäten und Fachhochschulen ist gesetzlich vorgeschrieben.

Für Absolventinnen/Absolventen der meisten höheren technischen bzw. höheren land- und forstwirtschaftlichen Lehranstalten besteht die Möglichkeit, über Antrag an das Bundesministerium für Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft bzw. an das Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft nach drei Jahren Berufspraxis die Standesbezeichnung "Ingenieurin/Ingenieur" zu führen.

Die berufsbildenden höheren Schulen können von Schülerinnen/Schülern besucht werden, welche die 4. Klasse der Hauptschule, die 4. Klasse der Neuen Mittelschule, die 4. oder eine höhere Klasse der allgemeinbildenden höheren Schule oder die Polytechnische Schule auf der 9. Schulstufe erfolgreich absolviert haben (ausgenommen Latein, Geometrisches Zeichnen und Schwerpunktpflichtgegenstände).

Schülerinnen/Schüler aus der 4. Klasse einer Hauptschule müssen eine Aufnahmsprüfung in Deutsch, Englisch oder Mathematik ablegen, wenn sie/er in dem betreffenden Gegenstand in der niedrigsten Leistungsgruppe war oder in der mittleren Leistungsgruppe mit "Genügend" beurteilt wurde. Mit einem "Befriedigend" aus der mittleren Leistungsgruppe ist die Aufnahme über den Beschluss der Klassenkonferenz möglich.

Aufgrund der schulischen beruflichen Ausbildung ist auch der Zugang zu verschiedenen Gewerben (für die selbstständige Ausübung von reglementierten Gewerben und Handwerken), der in der Gewerbeordnung geregelt ist, gegeben. Etwaige Befähigungsnachweisprüfungen und die Dauer von nachzuweisenden fachlichen Tätigkeiten werden durch die jeweilige Befähigungsnachweisverordnung geregelt.

HINWEIS

Auf europäischer Ebene ermöglicht die Richtlinie (RL) 2005/36/EG den Zugang zu einem reglementierten Beruf in einem anderen EU-Mitgliedstaat, bei welchem für den Berufszugang der erfolgreiche Abschluss einer Hochschul- oder Universitätsausbildung von (bis zu) vier Jahren verlangt wird.  

Informationen zur Oberstufe NEU finden sich ebenfalls auf HELP.gv.at.
Berufsbildende höhere Schule
Schulstufe

9. bis 13. Schulstufe (14. bis 19. Lebensjahr)

Voraussetzungen

Erfolgreicher Abschluss der 8. Schulstufe (Hauptschule, Neue Mittelschule oder allgemeinbildende höhere Schule)

Wenn in der 8. Schulstufe in den Fächern Latein, Geometrisches Zeichnen oder schulautonome Pflicht- oder Schwerpunktpflichtgegenständen keine positive Beurteilung vorliegt, kann trotzdem eine berufsbildende höhere Schule (BHS) besucht werden. Bei vorherigem Besuch einer Hauptschule muss unter Umständen (abhängig von den Leistungen in Deutsch, Mathematik, Englisch) eine Aufnahmsprüfung abgelegt werden. Beim Besuch einer berufsbildenden höheren Schule mit sportlichem oder künstlerischem Schwerpunkt sowie an den Bildungsanstalten für Kindergarten- und Sozialpädagogik ist auf jeden Fall eine Aufnahmsprüfung notwendig.
Dauer

Fünf Jahre

Inhalte
  • Vermittlung von fundiertem Allgemeinwissen
  • Vermittlung von konkreten beruflichen Qualifikationen im Rahmen einer höheren beruflichen Ausbildung
  • Praxisbezogene Ausbildung
Schulformen
  • Höhere technische und gewerbliche Lehranstalt
    Ausbildung in technischen, gewerblichen und kunstgewerblichen Berufen. Fachrichtungen: Bautechnik, Biomedizin- und Gesundheitstechnik, Innenraumgestaltung und Holztechnik, Elektrotechnik, Elektronik, Maschineningenieurwesen, Mechatronik, Werkstoffingenieurwesen, Medientechnik und Medienmanagement, Informationstechnologie, Chemie, Chemieingenieurwesen, Lebensmitteltechnologie, EDV/Informatik, Wirtschaftsingenieurwesen, Betriebsmanagement, Kunst und Design; schulautonome Spezialisierungen.
  • Höhere Lehranstalt für Mode, für künstlerische Gestaltung, für Produktmanagement und Präsentation, Modedesign und Produktgestaltung
    Ausbildung zur qualifizierten Fachkraft in der Modewirtschaft und Bekleidungsindustrie.
    Ausbildungsschwerpunkte u.a.: Modedesign, Modemarketing, Modedesign und Grafik.
  • Höhere Lehranstalt für Tourismus
    Ausbildung zur qualifizierten Fachkraft der Tourismuswirtschaft.
    Ausbildungsschwerpunkte u.a.: Dritte lebende Fremdsprache, Hotelmanagement, Hotel- und Gastronomiemanagement, Tourismus- und Freizeitmanagement, schulautonome Ausbildungsschwerpunkte.
  • Handelsakademie
    Ausbildung zur Ausübung von gehobenen Berufen in allen Zweigen der Wirtschaft und Verwaltung.
    Ausbildungsschwerpunkte/Fachrichtungen: Internationale Geschäftstätigkeit mit Marketing, Controlling und Jahresabschluss, Entrepreneurship und Management, Multimedia und Webdesign, Netzwerkmanagement, Softwareentwicklung, Digital Business, Controlling und Accounting, Internationale Wirtschaft mit Fremdsprache(n) und Kultur, Informationsmanagement und Informationstechnologie, Wirtschaftsinformatik, schulautonome Ausbildungsschwerpunkte/Fachrichtungen; auch mit landwirtschaftlichem Zusatzunterricht.
  • Höhere Lehranstalt für wirtschaftliche Berufe
    Ausbildung zur qualifizierten Fachkraft in wirtschaftlichen und touristischen Berufen. Ausbildungsschwerpunkte/-zweige u.a.: Dritte lebende Fremdsprache, Internationale Kommunikation in der Wirtschaft, Kulturtouristik, Fremdsprachenschwerpunkt, Medieninformatik, Umwelt und Wirtschaft, Kultur- und Kongressmanagement, Kommunikations- und Mediendesign, Sozialmanagement, schulautonome Schwerpunkte.
  • Höhere Lehranstalt für Land- und Forstwirtschaft
    Ausbildung zur qualifizierten Fachkraft in der Land-, Forst- und Ernährungswirtschaft. Fachrichtungen: Land- und Ernährungswirtschaft, Gartenbau, Wein- und Obstbau, Forstwirtschaft, Landtechnik, Landwirtschaft, Lebensmitteltechnologie. Ausbildungsschwerpunkte u.a.: Projekt- und Regionalmanagement, Umwelttechnik, Unternehmensmanagement, Landwirtschaftliches Qualitätsmanagement, Agrarmanagement.
  • Bildungsanstalt für Kindergartenpädagogik
    Ausbildung zur Kindergärtnerin/zum Kindergärtner bzw. zur Kindergartenpädagogin/zum Kindergartenpädagogen mit der Möglichkeit der zusätzlichen Ausbildung zur Erzieherin/zum Erzieher an Horten bzw. vertiefende Ausbildung in Früherziehung.
  • Bildungsanstalt für Sozialpädagogik
    Ausbildung zur Erzieherin/zum Erzieher bzw. zur Sozialpädagogin/zum Sozialpädagogen (an Horten und Heimen für Kinder und Jugendliche und in der außerschulischen Jugendarbeit).
Abschluss

Der Abschluss einer berufsbildenden höheren Schule erfolgt durch eine Reifeprüfung (berechtigt zum Fachhochschul- oder Universitätsstudium) und eine Diplomprüfung (berechtigt zum direkten Berufseinstieg, eröffnet den Zugang zu gesetzlich geregelten Berufen)
(Doppelqualifikation)

Rechtsgrundlagen

Rechtsvorschrift für die Gewerbeordnung 1994

Stand: 01.07.2016
Hinweis .
Abgenommen durch:
Bundesministerium für Bildung

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