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Maßnahmen im Rahmen der Krankenversicherung

Die Krankenkassen haben in Zusammenarbeit mit den anderen Sozialversicherungsträgern ergänzende Zuständigkeit im Bereich der medizinischen Rehabilitation. Sie führen Maßnahmen im Anschluss an die Krankenbehandlung durch, um den Erfolg dieser Behandlung zu sichern und die Folgen einer Krankheit oder Behinderung zu mindern.

Rezeptgebühr

Für den Bezug eines Heilmittels auf Kosten des Krankenversicherungsträgers ist eine Rezeptgebühr für jede in der Apotheke auf Rezept abgegebene Packung zu bezahlen. Die tatsächlichen Kosten für Heilmittel sind in den meisten Fällen wesentlich höher. Die Rezeptgebühr beträgt 5,70 Euro (im Jahr 2016).

HINWEIS
Welche Voraussetzungen Sie erfüllen müssen, um von der Rezeptgebühr befreit zu werden, können Sie unter Befreiung von der Rezeptgebühr nachlesen.

E-card/Krankenschein

Die E-card ist eine Chipkarte, die an alle Versicherten und deren Angehörige ausgegeben wurde und beim Arztbesuch den Krankenschein ersetzt.

Diese Chipkarte ist mit Namen, Titel und Sozialversicherungsnummer des Karteninhabers oder der Karteninhaberin versehen und enthält Informationen über den Versicherungsstatus (z.B. zuständiger Krankenversicherungsträger).

Vom Gesetzgeber ist ein Service-Entgelt für die E-card vorgesehen. Diese beträgt für das Jahr 2016 11,10 Euro und wird vom Dienstgeber oder von der Dienstgeberin eingehoben.

Vom Service-Entgelt sind unter anderem befreit:

  • Personen, die von der Rezeptgebühr befreit sind
  • Mitversicherte Angehörige
  • Pensionistinnen/Pensionisten und ihre Angehörigen ohne eigene Krankenversicherung
  • Kriegsopfer und ihre Hinterbliebenen
HINWEIS
Es besteht bei gegebener sozialer Schutzbedürftigkeit die Möglichkeit, einen Antrag auf Befreiung von der Service-Entgelt-Einhebung beim jeweiligen Versicherungsträger zu stellen. Nähere Informationen zur e-card finden Sie bei der e-card Serviceline unter der Telefonnummer 050 124 3311.

Heilbehelfe und Hilfsmittel

Heilbehelfe (dazu zählen u.a. orthopädische Schuheinlagen, Blutzuckermessgeräte und Sehbehelfe) und Hilfsmittel (dazu gehören u.a. Krankenfahrstühle, Bandagen, Krücken und orthopädische Schuhe) werden in einfacher und zweckmäßiger Ausführung nur gegen ärztliche Verordnung zur Verfügung gestellt.

Dennoch muss ein Kostenanteil geleistet werden. Dieser macht bei Heilbehelfen und Hilfsmitteln 10 Prozent des Tarifs bzw. der Anschaffungskosten, jedoch mindestens 32,40 Euro (Wert für 2016), wenn Sie nach dem Allgemeinen Sozialversicherungsgesetz (ASVG) oder dem Beamten-, Kranken und Unfallversicherungsgesetz (B-KUVG) versichert sind. Für Sehbehelfe gilt ein höherer Selbstbehalt. Weiters gibt es einen durch die Satzung des jeweiligen Krankenversicherungsträgers festgelegten Höchstbetrag der Zuschüsse für Heilbehelfe und Hilfsmittel.

Im Rahmen des Gewerblichen Sozialversicherungsgesetzes (GSVG) und des Bauern-Sozialversicherungsgesetzes (BSVG) beträgt der Selbstbehalt in der Regel 20 Prozent des Tarifes bzw. der Anschaffungskosten, mindestens aber ebenfalls 32,40 Euro (Wert für 2016).

Der Kostenanteil für ständig benötigte Heilbehelfe/Hilfsmittel, die nur einmal oder nur kurzfristig verwendet werden können, ist geringer. Hinsichtlich näherer Details zur Versorgung mit Heilbehelfen und Hilfsmitteln durch die Krankenkassen wenden Sie sich bitte an die für Sie zuständige Kasse.

Folgende Personengruppen müssen keinen Selbstbehalt leisten:

  • Kinder unter 15 Jahren
  • Personen, die erhöhte Familienbeihilfe beziehen
  • Personen, die von der Rezeptgebühr befreit sind
  • Personen, die auf Grund der medizinischen Rehabilitation die Heilbehelfe und Hilfsmittel (z.B. Hörgeräte, Prothesen) gewährt bekommen
TIPP
Einzelne Krankenkassen leisten auch bei privat angeschafften Heilbehelfen nachträglich eine Kostenerstattung. Dazu müssen Sie jedoch die ärztliche Verordnung und eine saldierte Rechnung vorlegen. Sie sollten sich vor der Realisierung des Kaufvorhabens an die zuständige Krankenkasse wenden.

Krankengeld

Als unselbstständig Erwerbstätige/unselbstständig Erwerbstätiger erhalten Sie von Ihrem Krankenversicherungsträger ab dem vierten Tag der Arbeitsunfähigkeit Krankengeld, sofern Entgeltfortzahlung nicht vorgesehen ist.

Bezugsdauer des Krankengeldes

Die Mindestanspruchsdauer beträgt bis zu 26 Wochen; diese Anspruchsdauer erhöht sich auf bis zu 52 Wochen, wenn man innerhalb der letzten 12 Monate vor Beginn des Krankenstandes mindestens 6 Monate in der Krankenversicherung versichert war.

Im Einzelfall kann die Krankenkasse nach Maßgabe der jeweiligen satzungsmäßigen Regelung das Krankengeld auch über die Dauer von 52 Wochen hinaus, bis zu maximal 78 Wochen leisten, wenn auf Grund einer chef-(kontroll-)ärztlichen Begutachtung das Erreichen der Arbeitsfähigkeit der Versicherten/des Versicherten bzw. deren/dessen Wiedereingliederung in den Arbeitsprozess zu erwarten sein wird. Diese chef-(kontroll-)ärztliche Begutachtung erfolgt spätestens im Zeitraum 40. bis 44. Woche des Krankengeldbezugs.

Höhe des Krankengelds

Das Krankengeld wird vom letzten Arbeitsverdienst berechnet. Es beträgt 50 Prozent dieser Bemessungsgrundlage. Ab dem 43. Tag erhöht sich der Anspruch auf 60 Prozent. Für Bezieherinnen/Bezieher von Leistungen nach dem Arbeitslosenversicherungsgesetz (AIVG) gebührt Krankengeld in Höhe des jeweiligen Leistungsbezugs nach dem AIVG. 

Unterstützungsleistung

Selbstständig Erwerbstätige haben bei Arbeitsunfähigkeit infolge Krankheit Anspruch auf eine Unterstützungsleistung. Diese gebührt ab dem 43. Tag der Arbeitsunfähigkeit infolge Krankheit.

ACHTUNG
Einen Anspruch auf Unterstützungsleistung haben Sie nur dann, wenn Ihr Betrieb von Ihrer persönlichen Arbeitsleistung abhängt und Sie in Ihrem Betrieb regelmäßig keinen oder weniger als 25 Dienstnehmerinnen/Dienstnehmer beschäftigen.

Bezugsdauer der Unterstützungsleistung

Die Unterstützungsleistung wird für maximal 20 Wochen für ein und dieselbe Krankheit ausbezahlt.

Höhe der Unterstützungsleistung

Die Unterstützungsleistung beträgt 29,23 Euro pro Tag (Wert für 2016).

Rehabilitationsgeld

Für Personen, deren Pensionsantrag mangels dauernder Invalidität/Berufsunfähigkeit abgelehnt wird, bei denen jedoch bescheidmäßig das Vorliegen vorübergehender Invalidität/Berufsunfähigkeit voraussichtlich im Ausmaß von mindestens sechs Monaten festgestellt wird, haben Anspruch auf Rehabilitationsgeld. Weitere Voraussetzung ist, dass berufliche Maßnahmen der Rehabilitation nicht zweckmäßig und nicht zumutbar sind.

HINWEIS
Der Antrag auf Invalidität/Berufsunfähigkeit umfasst bereits den Antrag auf Rehabilitationsgeld.
ACHTUNG
Verweigert die zu rehabilitierende Person die Mitwirkung an medizinischen Rehabilitationsmaßnahmen, die ihr zumutbar sind, wird das Rehabilitationsgeld für die Zeit der Verweigerung entzogen.

Personen, die Rehabilitationsgeld beziehen, sind sowohl in der gesetzlichen Krankenversicherung als auch in der gesetzlichen Pensionsversicherung teilversichert.

Bezugsdauer des Rehabilitationsgeldes

Das Rehabilitationsgeld wird ab Vorliegen der vorübergehenden Invalidität/Berufsunfähigkeit für die Dauer der vorübergehenden Invalidität/Berufsunfähigkeit gewährt.

Höhe des Rehabilitationsgeldes

Das Rehabilitationsgeld gebührt im Ausmaß des Krankengeldes und ab dem 43. Tag im Ausmaß des erhöhten Krankengeldes, mindestens jedoch im Ausmaß des Ausgleichszulagenrichtsatzes für Alleinstehende.

Bei Zusammentreffen eines Rehabilitationsanspruches mit einem Anspruch auf Erwerbseinkommen über der Geringfügigkeitsgrenze gebührt nur ein Teilrehabilitationsgeld.

Stand: 01.07.2016
Hinweis .
Abgenommen durch:
Bundesministerium für Gesundheit und Frauen

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