Hilfe zu "Gebärdensprachvideo" Deutsch | English

"Blaue Karte EU" – Antrag

Allgemeine Informationen

HINWEIS
Die folgenden Informationen beziehen sich auf das Stellen eines Erstantrags auf Erteilung einer "Blaue Karte EU". Allgemeine Informationen zum Verlängerungsantrag für Aufenthaltstitel finden sich ebenfalls auf HELP.gv.at.

Die "Blaue Karte EU" ist ein Aufenthaltstitel, der Drittstaatsangehörigen (Personen, die weder EU-Bürgerinnen/EU-Bürger noch sonstige EWR-Bürgerinnen/sonstige EWR-Bürger noch Schweizerinnen/Schweizer sind), die besonders hochqualifizierte Akademiker sind, für eine befristete Niederlassung mit beschränktem Arbeitsmarktzugang ausgestellt werden kann. Sie erleichtert ihnen den Zugang zum Arbeitsmarkt, schafft günstige Bedingungen für die Familienzusammenführung und den Erwerb des Daueraufenthaltsrechts und erleichtert die Mobilität in der EU.

Im Verlängerungsfall kann der Inhaberin/dem Inhaber einer "Blaue Karte EU" bei Vorliegen der gesetzlichen Voraussetzungen eine "Rot-Weiß-Rot – Karte plus" erteilt werden, wenn diese/dieser innerhalb der letzten 24 Monate 21 Monate entsprechend ihrer/seiner Qualifikation und den für die Zulassung maßgeblichen Bedingungen beschäftigt war.

Drittstaatsangehörigen, die einen Aufenthaltstitel "Blaue Karte EU" eines anderen Mitgliedstaates der EU seit mindestens 18 Monaten innehaben, kann eine "österreichische" "Blaue Karte EU" erteilt werden, wenn die allgemeinen Erteilungsvoraussetzungen (mit Ausnahme des Vorliegens eines Rechtsanspruches auf eine ortsübliche Unterkunft und des Vorliegens ausreichender Unterhaltsmittel) und die besonderen Voraussetzungen (siehe den folgenden Abschnitt "Voraussetzungen") für die Erteilung einer "Blaue Karte EU" vorliegen.

Voraussetzungen

Die Antragstellerin/der Antragsteller muss grundsätzlich die allgemeinen Erteilungsvoraussetzungen (mit Ausnahme des Vorliegens eines Rechtsanspruches auf eine ortsübliche Unterkunft und des Vorliegens ausreichender Unterhaltsmittel) erfüllen.

Darüber hinaus müssen folgende Kriterien erfüllt sein:

  • Nachweis über den Abschluss eines Studiums an einer tertiären Bildungseinrichtung mit dreijähriger Mindestdauer
  • Nachweis über den Status der Universität oder sonstigen tertiären Bildungseinrichtung
  • Nachweis eines verbindlichen Arbeitsplatzangebots für eine hochqualifizierte Beschäftigung für mindestens ein Jahr
  • Nachweis, dass die Drittstaatsangehörige/der Drittstaatsangehörige für eine Beschäftigung, die ihrer/seiner Ausbildung entsprechen muss, ein Bruttojahresgehalt erhält, welches dem Eineinhalbfachen des von der Bundesanstalt "Statistik Austria" zuletzt veröffentlichten durchschnittlichen österreichischen Bruttojahresgehalts von Vollzeitbeschäftigten entspricht

Der Aufenthaltstitel "Blaue Karte EU" wird mit einer Gültigkeitsdauer von zwei Jahren ausgestellt, es sei denn, der Arbeitsvertrag weist eine kürzere Dauer auf. In diesen Fällen ist der Aufenthaltstitel für einen um drei Monate über die Dauer des Arbeitsvertrags hinausgehenden Zeitraum auszustellen. Eine Zulassung gilt für die Beschäftigung bei der im Antrag angegebenen Arbeitgeberin/dem im Antrag angegebenen Arbeitgeber in ganz Österreich.

Fristen

Die "Blaue Karte EU" sollte mindestens acht Wochen vor Beginn des Arbeitsverhältnisses beantragt werden, da die Niederlassungsbehörde innerhalb von acht Wochen über den Antrag zu entscheiden hat.

Zuständige Stelle

Für die Antragstellung:

Die jeweilige österreichische Vertretungsbehörde im Ausland (Botschaft oder bestimmte Konsulate)

Die Zuständigkeit der Vertretungsbehörde richtet sich nach dem Wohnsitz der Antragstellerin/des Antragstellers.

HINWEIS
Bestimmte Personengruppen sind berechtigt, den Antrag in Österreich zu stellen.

Für die Erteilung des Aufenthaltstitels:

Die Niederlassungsbehörde, die für den beabsichtigten Wohnsitz der Fremden/des Fremden örtlich zuständig ist

  • Der Landeshauptmann oder die von ihm ermächtigte Bezirksverwaltungsbehörde:

Verfahrensablauf

Der Antrag auf eine "Blaue Karte EU" wird von der zuständigen Niederlassungsbehörde in Österreich an die nach dem Betriebssitz der Arbeitgeberin/des Arbeitgebers zuständige regionale Geschäftsstelle des AMS übermittelt.

Das AMS prüft die besonderen Zulassungsvoraussetzungen und teilt das Ergebnis seiner Prüfung der zuständigen Niederlassungsbehörde mit. Erfüllt die Antragstellerin/der Antragsteller die vorgesehenen Kriterien und entspricht die beabsichtigte Arbeit ihrer/seiner Qualifikation, prüft die Niederlassungsbehörde die sonstigen niederlassungsrechtlichen Voraussetzungen (allgemeine Erteilungsvoraussetzungen) und erteilt bei deren Vorliegen die "Blaue Karte EU".

Die zuständige Niederlassungsbehörde muss innerhalb von acht Wochen über die Erteilung der "Blaue Karte EU" entscheiden.

Erforderliche Unterlagen

  • Gültiges Reisedokument (z.B. Reisepass)
  • Geburtsurkunde oder eine entsprechende Urkunde
  • Lichtbild, das nicht älter als ein halbes Jahr sein darf (Größe: 45 x 35 mm)
  • Nachweis über einen Krankenversicherungsschutz (Pflichtversicherung oder eine entsprechende Versicherungspolizze), der alle Risiken abdeckt
  • Zum Nachweis eines Studienabschlusses an einer tertiären Bildungseinrichtung mit dreijähriger Mindestdauer:
    • Urkunde über den erfolgreichen Abschluss des Studiums
    • Nachweis über den Status der Universität oder sonstigen tertiären Bildungseinrichtung
  • Arbeitgebererklärung nach dem Ausländerbeschäftigungsgesetz.
  • Im Einzelfall kann die Vorlage weiterer Urkunden verlangt werden
HINWEIS
Ob beglaubigte Übersetzungen aus anderen Staaten anerkannt werden, richtet sich nach den jeweiligen Verfahrensvorschriften. Zur Anerkennung der Dokumente kann beispielsweise eine Apostille erforderlich sein.

HINWEIS
Muss eine fremdsprachige Urkunde im Original gemeinsam mit einer beglaubigten Übersetzung vorgelegt werden, darf die Übersetzung in der Regel nur von beeideten und gerichtlich zertifizierten Dolmetscherinnen/Dolmetschern vorgenommen werden. In die Liste der in Österreich beeideten und gerichtlich zertifizierten Dolmetscherinnen/Dolmetscher können sich auch Dolmetscherinnen/Dolmetscher aus anderen EWR-Mitgliedstaaten eintragen lassen.

Kosten

  • Gebühr: 100 Euro (bei Erwachsenen: 80 Euro bei Antrag, weitere 20 Euro bei Erteilung; bei Minderjährigen: 50 Euro bei Antrag, weitere 50 Euro bei Erteilung)
  • Personalisierungskosten (Abnahme Foto und Unterschrift): 20 Euro

Zusätzliche Informationen

Rechtsgrundlagen

Zum Formular

"Blaue Karte EU" – Antrag
Stand: 01.01.2016
Hinweis .
Abgenommen durch:
Bundesministerium für Inneres

Bewertung

War diese Information hilfreich? Das Feld "War diese Information hilfreich?" muss ausgefüllt sein!