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Anmeldebescheinigung und Bescheinigung des Daueraufenthalts – Antrag

Allgemeine Informationen

EWR-Bürgerinnen/EWR-Bürger und Schweizerinnen/Schweizer, die unionsrechtlich zum Aufenthalt für mehr als drei Monate berechtigt sind, erhalten als Dokumentation Ihres unionsrechtlichen Aufenthaltsrechts auf Antrag eine "Anmeldebescheinigung" (ein entsprechender Antrag ist binnen vier Monaten ab Einreise in Österreich zu stellen).

EWR-Bürgerinnen/EWR-Bürger bzw. Schweizerinnen/Schweizer, denen das unionsrechtliche Aufenthaltsrecht zukommt, erwerben nach fünf Jahren rechtmäßigem und ununterbrochenem Aufenthalt im Bundesgebiet das Recht auf Daueraufenthalt. Ihnen ist auf Antrag eine "Bescheinigung des Daueraufenthalts" auszustellen.

Voraussetzungen

EWR-Bürgerinnen/EWR-Bürger sowie Schweizerinnen/Schweizer sind zum Aufenthalt für mehr als drei Monate berechtigt, wenn sie

  • in Österreich Arbeitnehmerin/Arbeitnehmer oder Selbstständige/Selbstständiger sind oder
  • für sich und ihre Familienangehörigen über ausreichende Existenzmittel und einen umfassenden Krankenversicherungsschutz verfügen, sodass sie während ihres Aufenthalts weder Sozialhilfeleistungen noch die Ausgleichszulage in Anspruch nehmen müssen, oder
  • als Hauptzweck ihres Aufenthalts eine Ausbildung einschließlich einer Berufsausbildung an einer öffentlichen Schule oder rechtlich anerkannten Privatschule oder Bildungseinrichtung absolvieren und über
  • ausreichende Existenzmittel und einen umfassenden Krankenversicherungsschutz für sich und ihre Familienangehörigen verfügen.

Angehörige von unionsrechtlich aufenthaltsberechtigten EWR-Bürgerinnen/EWR-Bürgern bzw. Schweizerinnen/Schweizer oder von Österreicherinnen/Österreichern, die ihr unionsrechtliches Aufenthaltsrecht in Anspruch genommen haben, die EWR-Bürgerinnen/EWR-Bürger bzw. Schweizerinnen/Schweizer sind und nicht selbst die oben genannten Voraussetzungen erfüllen, sind zum Aufenthalt von mehr als drei Monaten berechtigt, wenn sie:

  • Ehegattin/Ehegatte oder eingetragene Partnerin/eingetragener Partner sind
  • Verwandte der EWR-Bürgerin/des EWR-Bürgers bzw. der Schweizerin/des Schweizers bzw. ihres Ehegatten/seiner Ehegattin oder eingetragenen Partnerin/eingetragenen Partners in gerader absteigender Linie (Kinder, Enkelkinder, Urenkelkinder) bis zur Vollendung des 21. Lebensjahres sind und darüber hinaus, sofern ihnen von diesen tatsächlich Unterhalt gewährt wird
  • Verwandte der EWR-Bürgerin/des EWR-Bürgers bzw. der Schweizerin/des Schweizers bzw. ihres Ehegatten/seiner Ehegattin oder eingetragenen Partnerin/eingetragenen Partners in gerader aufsteigender Linie (Eltern oder Großeltern, Urgroßeltern) sind, sofern ihnen von diesen tatsächlich Unterhalt gewährt wird
  • Lebenspartnerin/Lebenspartner sind und das Bestehen einer dauerhaften Beziehung nachweisen können oder
  • Sonstige Angehörige sind,
    • die von der EWR-Bürgerin/dem EWR-Bürger bzw. der Schweizerin/dem Schweizer bereits im Herkunftsstaat tatsächlich Unterhalt bezogen haben,
    • die mit der EWR-Bürgerin/dem EWR-Bürger bereits im Herkunftsstaat in häuslicher Gemeinschaft gelebt haben oder
    • bei denen schwerwiegende gesundheitliche Gründe die persönliche Pflege durch die EWR-Bürgerin/den EWR-Bürger bzw. die Schweizerin/den Schweizer zwingend erforderlich machen.
HINWEIS
Angehörigen von unionsrechtlich aufenthaltsberechtigten EWR-Bürgerinnen/EWR-Bürgern bzw. Schweizerinnen/Schweizern, oder von Österreicherinnen/Österreichern, die ihr unionsrechtliches Aufenthaltsrecht in Anspruch genommen haben, die Drittstaatsangehörige sind, ist zur Dokumentation ihres unionsrechtlichen Aufenthaltsrechts auf Antrag eine "Aufenthaltskarte" und nach fünf Jahren ununterbrochenem rechtmäßigem Aufenthalt im Bundesgebiet eine "Daueraufenthaltskarte" auszustellen.  

Fristen

Der Aufenthalt muss binnen vier Monaten ab Einreise nach Österreich der zuständigen Niederlassungsbehörde angezeigt werden. Bei Vorliegen der Voraussetzungen ist auf Antrag eine "Anmeldebescheinigung" auszustellen.

EWR-Bürgerinnen/EWR-Bürger bzw. Schweizerinnen/Schweizer, denen das unionsrechtliche Aufenthaltsrecht zukommt, erwerben nach fünf Jahren rechtmäßigem und ununterbrochenem Aufenthalt im Bundesgebiet das Recht auf Daueraufenthalt. Bei Vorliegen der Voraussetzungen ist auf Antrag eine "Bescheinigung des Daueraufenthaltes" auszustellen.

Zuständige Stelle

Die Niederlassungsbehörde, die für den Hauptwohnsitz der EWR-Bürgerin/des EWR-Bürgers bzw. der Schweizerin/des Schweizers örtlich zuständig ist:

Verfahrensablauf

Die "Anmeldebescheinigung" und die "Bescheinigung des Daueraufenthalts" müssen Sie persönlich bei der zuständigen Niederlassungsbehörde beantragen. Das Antragsformular erhalten Sie bei der zuständigen Niederlassungsbehörde oder am Ende dieser Seite.

Die Dokumentation wird Ihnen – persönlich – ausgehändigt,

  • wenn alle erforderlichen Unterlagen vorgelegt wurden und
  • Sie die Voraussetzungen erfüllen

Erforderliche Unterlagen

Zum Nachweis des unionsrechtlichen Aufenthaltsrechts sind insbesondere folgende Dokumente vorzulegen:

  • gültiger Personalausweis oder Reisepass, zusätzlich:
  • Bestätigung der Arbeitgeberin/des Arbeitgebers oder ein Nachweis der Selbstständigkeit (z.B. Dienstvertrag, Steuernummer, Auszug aus dem Gewerberegister) oder
  • Nachweis über ausreichende Existenzmittel (z.B. Bankguthaben, Pensionsbezug) und umfassenden Krankenversicherungsschutz oder
  • Nachweis über die Zulassung zu einer Schule oder Bildungseinrichtung und über einen umfassenden Krankenversicherungsschutz, sowie Erklärung oder sonstige Nachweise über ausreichende Existenzmittel (z.B. für Schülerinnen/Schüler bzw. Studierende: Bestätigung über die Zulassung an einer Schule bzw. Immatrikulationsbescheinigung)
  • Für Ehegattinnen/Ehegatten oder eingetragene Partnerinnen/eingetragene Partner: zusätzlich
    • Nachweis des Bestehens der Ehe oder eingetragenen Partnerschaft
  • Für Lebenspartnerinnen/Lebenspartner: zusätzlich
    • Nachweis über das Bestehen einer dauerhaften Beziehung (z.B. Meldebestätigung über einen gemeinsamen Wohnsitz)
  • Für Kinder oder Enkelkinder: zusätzlich
    • Urkundlicher Nachweis über das Bestehen einer familiären Beziehung (z.B. Geburtsurkunde)
    • Ab dem vollendeten 21. Lebensjahr: Nachweis über Unterhaltsgewährung
  • Für Eltern, Schwiegereltern und Großeltern: zusätzlich
    • Urkundlicher Nachweis über das Bestehen einer familiären Beziehung
    • Nachweis über Unterhaltsgewährung
  • Für sonstige Angehörige: zusätzlich
    • Nachweis über Unterhaltsgewährung im Herkunftsland oder
    • Nachweis über Zusammenleben im Herkunftsland (z.B. Meldebestätigung über einen gemeinsamen Wohnsitz) oder
    • Nachweis über schwerwiegende gesundheitliche Gründe, die eine persönliche Pflege erforderlich machen (z.B. ärztliches Attest)
HINWEIS
Ob beglaubigte Übersetzungen aus anderen Staaten anerkannt werden, richtet sich nach den jeweiligen Verfahrensvorschriften. Zur Anerkennung der Dokumente kann beispielsweise eine Apostille erforderlich sein. Weitere Informationen dazu finden Sie auf den Seiten des Bundesministeriums für europäische und internationale Angelegenheiten.  
HINWEIS
Muss eine fremdsprachige Urkunde im Original gemeinsam mit einer beglaubigten Übersetzung vorgelegt werden, darf die Übersetzung in der Regel nur von beeideten und gerichtlich zertifizierten Dolmetscherinnen/Dolmetschern vorgenommen werden. Eine Liste der in Österreich beeideten und gerichtlich zertifizierten Dolmetscherinnen/Dolmetscher finden Sie auf den Seiten des Bundesministeriums für Justiz. In diese Liste können sich auch Dolmetscherinnen/Dolmetscher aus anderen EWR-Mitgliedstaaten eintragen lassen.  

Kosten

15 Euro Bundesgebühr (eventuell können zusätzliche Gebühren anfallen)

Rechtsgrundlagen

Zum Formular

Stand: 01.01.2014
Hinweis .
Abgenommen durch:
Bundesministerium für Inneres

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