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Beantragung

Allgemeine Informationen

Um eine Berufsunfähigkeits-, Invaliditäts- oder Erwerbsunfähigkeitspension erhalten zu können, muss eine ärztliche Begutachtung vorliegen, bei der die Leistungsunfähigkeit im Beruf festgestellt wird.

Wird angenommen, dass die Berufsunfähigkeit, Invalidität oder Erwerbsunfähigkeit auf Dauer bestehen wird, erfolgt eine unbefristete Gewährung der Leistung.

Andernfalls wird bei vor dem 1. Jänner 1964 geborenen Personen die Pension für maximal zwei Jahre zuerkannt, sofern eine berufliche Rehabilitation nicht zweckmäßig und zumutbar ist. Besteht nach Ablauf dieser Zeit weiterhin Berufsunfähigkeit, Invalidität oder Erwerbsunfähigkeit, kann die Pension weiterhin zuerkannt werden. Dazu ist ein neuer Antrag notwendig.

Diese Regelung gilt für Selbstständige und Bauern unabhängig vom Geburtsdatum.

Bei Zuständigkeit der Pensionsversicherungsanstalt gilt für Personen, die ab dem 1. Jänner 1964 geboren sind, dass nur noch

  • bei dauernder Berufsunfähigkeit oder Invalidität und
  • wenn Maßnahmen der beruflichen Rehabilitation nicht zweckmäßig oder nicht zumutbar sind,

eine Pension gewährt wird.

Anstatt einer befristeten Pension werden Maßnahmen der Rehabilitation gewährt. Bei Gewährung von medizinischen Maßnahmen der Rehabilitation gebührt Rehabilitationsgeld. Die Feststellung der Höhe und die Auszahlung erfolgt durch den zuständigen Krankenversicherungsträger; die Bescheiderteilung obliegt dem Pensionsversicherungsträger. 

Bei Gewährung von beruflichen Maßnahmen der Rehabilitation gebührt Umschulungsgeld. Gewährung und Berechnung erfolgt über Antrag durch das zuständige Arbeitsmarktservice; die Bescheiderteilung obliegt dem Pensionsversicherungsträger.

Wird eine Verlängerung innerhalb von drei Monaten nach Pensionswegfall beantragt, kommt es zu keiner Unterbrechung der Leistung.

Auch kann ein Antrag auf Feststellung, ob Invalidität, Berufsunfähigkeit bzw. Erwerbsunfähigkeit vorliegt, gestellt werden. Dieser dient nur zum Zweck der Prüfung der Durchführbarkeit von medizinischen oder beruflichen Maßnahmen der Rehabilitation.

Voraussetzungen

Folgende Regelungen nach dem ASVG, GSVG, BSVG und FSVG, die hier am Beispiel der Berufsunfähigkeitspension angeführt werden, gelten auch für die Invaliditäts- und die Erwerbsunfähigkeitspension.

Anspruchsvoraussetzungen für Personen, die vor dem 1. Jänner 1964 geboren sind 

Wenn diese Voraussetzungen nicht erfüllt werden, gilt Folgendes:

  • Pensionsstichtag liegt vor dem 50. Geburtstag: Wartezeit
    • 60 Versicherungsmonate (fünf Versicherungsjahre) in den letzten 120 Kalendermonaten (zehn Jahren)
  • Pensionsstichtag liegt nach dem 50. Geburtstag: Wartezeit
    • Die Wartezeit von 60 Versicherungsmonaten (fünf Versicherungsjahren) innerhalb von 120 Kalendermonaten (zehn Kalenderjahren) verlängert sich für jeden weiteren Lebensmonat um jeweils einen Versicherungsmonat bis zur Höchstgrenze von 15 Versicherungsjahren im Rahmenzeitraum von maximal 30 Jahren.
BEISPIEL

Eine Person, die mit 52 Jahren (24 Monate über 50) in Berufsunfähigkeitspension geht, benötigt 84 Versicherungsmonate (60 + 24) in den letzten 168 Kalendermonaten (120 + 48).

Grundsätzlich beginnt die krankheitsbedingte Pension mit dem Pensionsstichtag, frühestens jedoch mit dem Tag nach der formalen Beendigung der Tätigkeit, aufgrund welcher Arbeitsunfähigkeit vorliegt.

Ausnahme: Bei Anspruch auf Pflegegeld ab Stufe 3 kann die Tätigkeit jedoch fortgesetzt werden!

Die Wartezeit entfällt, wenn die Arbeitsunfähigkeit durch

  • einen Arbeitsunfall oder
  • eine Berufskrankheit oder
  • einen Dienstunfall beim Bundesheer verursacht wird.

Die Wartezeit gilt als erfüllt, wenn

  • der Versicherungsfall vor dem 27. Geburtstag eingetreten ist und mindestens sechs Versicherungsmonate erworben wurden.
ACHTUNG
Schul- und Studienzeiten werden für die Wartezeit nur dann berücksichtigt, wenn sie eingekauft wurden.

Anspruchsvoraussetzungen für Personen, die ab dem 1. Jänner 1964 geboren sind

Ist die Pensionsversicherungsanstalt zuständig , so gilt für Personen, die ab dem 1. Jänner 1964 geboren sind:

  • Die Invalidität bzw. Berufsunfähigkeit muss dauerhaft vorliegen
  • Berufliche Maßnahmen der Rehabilitation sind nicht zweckmäßig oder nicht zumutbar
  • Erfüllung der Wartezeit (Mindestversicherung): gleich wie bei Personen, die vor dem 1. Jänner 1964 geboren sind

Zuständige Stelle

Der jeweilige Pensionsversicherungsträger

Erforderliche Unterlagen

Als Antrag wird auch ein formloses Schreiben gewertet, das Formular ist dann nachzureichen.

Zusätzliche Informationen

Liegt der Pensionsstichtag vor dem 60. Geburtstag, so werden die Kalendermonate zwischen dem Stichtag und dem 60. Geburtstag wie Versicherungsmonate berücksichtigt.

ACHTUNG

Eine bereits zuerkannte Berufsunfähigkeitspension kann auch wieder entzogen werden, wenn sich der Gesundheitszustand des Pensionisten oder der Pensionistin wieder wesentlich verbessert hat.

Ab einem Alter von 60 Jahren bei Frauen bzw. bei 65 Jahren bei Männern kann die Berufsunfähigkeitspension nicht mehr entzogen werden.

Es kann ab diesem Zeitpunkt die Umwandlung in eine Alterspension beantragt werden. Wenn die dafür notwendigen Voraussetzungen nicht erfüllt werden können, bleibt es bei der Berufsunfähigkeitspension.

Rechtsgrundlagen

Das jeweilige Pensionsversicherungsgesetz Ihres zuständigen Pensionsversicherungsträgers (z.B. ASVG, GSVG, BSVG).

Zum Formular

Stand: 01.01.2016
Hinweis .
Abgenommen durch:
Bundesministerium für Arbeit, Soziales und Konsumentenschutz
Hauptverband der österreichischen Sozialversicherungsträger

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