Sozialentschädigung für Opfer von Gewalt in Heimen und Pflegefamilien

Allgemeine Informationen

Mit 1. Juli 2017 wurde Opfern von Gewalt in Heimen und Pflegefamilien in den Jahren 1945 bis 1999 ein Rentenanspruch eingeräumt (Heimopferrentengesetz – HOG).  

Voraussetzungen

Wer in der Zeit vom 9. Mai 1945 bis 31. Dezember 1999 in Heimen des Bundes, der Länder und der Kirchen oder in Pflegefamilien Opfer von Gewalt wurde und dafür vom Heim- oder Jugendwohlfahrtsträger eine pauschalierte Entschädigungsleistung erhalten hat, erhält ab Erreichen des Regelpensionsalters bzw. ab Pensionsantritt auf Antrag eine monatliche Zahlung von 300 Euro.

Anspruch haben auch Bezieherinnen/Bezieher einer Dauerleistung der Mindestsicherung aufgrund von Arbeitsunfähigkeit und alle anderen Betroffenen ab dem gesetzlichen Pensionsalter.

Personen, die nur eine Hinterbliebenenpension beziehen, haben vor dem 60. (Frauen) bzw. 65. (Männer) Lebensjahr keinen Anspruch. Für Frauen, die ab 2. Dezember 1963 bis 1. Juni 1968 geboren sind, wird das Pensionsalter schrittweise von 60 auf 65 Jahre angehoben.

Die Rente beträgt 300 Euro monatlich (Wert 2017) und wird 12 Mal jährlich ausgezahlt.
Sie wird ab 2018 valorisiert.

Eine Ersatzleistung für einen Verdienstentgang nach dem Verbrechensopfergesetz vom Sozialministeriumservice wird auf die Rente angerechnet.

Fristen

Die Rente gebührt frühestens ab 1. Juli 2017. Wird ein Antrag bis 1. Juli 2018 gestellt, wird die Rente rückwirkend ab 1. Juli 2017 bezahlt.

Werden die Voraussetzungen erst später erfüllt, z.B. wenn die Antragstellerin/der Antragsteller erst nach dem 1. Juli 2017 60 bzw. 65 Jahre alt wird, gebührt die Rente ab dem darauffolgenden Monatsersten.

Die Rentenleistung gebührt für die Dauer der Zuerkennung einer Eigenpension.

Zuständige Stelle

Der Antrag ist bei dem Versicherungsträger einzubringen, der die Eigenpension (Ruhegenuss) auszahlt. Liegt kein Bezug einer
Eigenpension bzw. eines Ruhegenusses vor, so ist das Sozialministeriumservice zuständig.

Verfahrensablauf


Der Antrag auf Sozialentschädigung nach dem Heimopferrentengesetz kann formlos, mit Antragsformular oder persönlich gestellt werden. Hat die Antragstellerin/der Antragsteller keine pauschalierte Entschädigung erhalten oder konnte aus besonderen Gründen kein entsprechender Antrag gestellt werden, informiert das Sozialministeriumservice die Volksanwaltschaft (Büro der Rentenkommission), die dann mit der Antragstellerin/dem Antragsteller in Kontakt tritt.

Erforderliche Unterlagen

Antragsformular "Antrag auf Heimopferrente"

Zusätzliche Informationen

Rechtsgrundlagen

Heimopferrentengesetz (HOG)

Zum Formular

Heimopferrente – Antrag
Stand: 18.10.2017
Hinweis
Abgenommen durch:
Bundesministerium für Arbeit, Soziales und Konsumentenschutz
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