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Kinderbetreuung

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Kinderkrippen für Kinder unter drei Jahren

Kinderkrippen sind eine Betreuungsform für Kinder bis zur Vollendung des dritten Lebensjahres. Einrichtungen dieser Art sind auf die Bedürfnisse von Babys und Kleinkindern abgestimmt.

In den einzelnen Gruppen wird nur eine kleine Anzahl von Kindern betreut, wobei eine enge Zusammenarbeit mit den Eltern vorausgesetzt wird.

Die Gebühren für einen Krippenplatz sind abhängig

  • Vom Träger der Krippe,
  • Allenfalls vom Einkommen der Eltern und
  • Von der Stundenzahl, die das Kind in der Krippe verbringt.

Kinder dieser Altersgruppe können aber auch durch Tagesmütter/Tagesväter betreut werden.

Kindergärten

Die Regelung der Rahmenbedingungen für Kindergärten fällt in die Kompetenz der einzelnen Bundesländer. Anzahl, Öffnungszeiten und Kosten können daher unterschiedlich sein.

Mit Beginn des Kindergartenjahres 2009/2010 wurde eingeführt, dass der halbtägige Kindergartenbesuch (20 Stunden pro Woche ohne Mittagstisch) im letzten Jahr vor Schuleintritt für die Eltern kostenlos sein soll (sogenannter Gratiskindergarten).

Seit dem Kindergartenjahr 2010/2011 ist der halbtägige Kindergartenbesuch (mindestens 16 Stunden) für Kinder, die bis zum 31. August das fünfte Lebensjahr vollendet haben, von September bis Juni (mit Ausnahme der Schulferien) verpflichtend. Ergänzend zur Ferienzeit und den schulfreien Tagen kann auch ein Urlaub im Umfang von drei Wochen in Anspruch genommen werden.

Ab dem Kindergartenjahr 2016/2017 sind die Bundesländer verpflichtet, allen Eltern von jenen Kindern, die vor dem 1. September ihr viertes Lebensjahr vollendet haben, und nicht bereits zum Besuch eines Kindergartens angemeldet sind, eine zeitgerechte Einladung zu einem Elterngespräch, bei dem das Kind anwesend sein muss, zu übermitteln. In diesem verpflichtenden Elterngespräch wird auf die positiven Auswirkungen des Kindergartenbesuchs auf das Kind hinsichtlich der Erlangung von sozialen Fähigkeiten, der Erhöhung der Sprach- und Kommunikationsfähigkeit und der Kreativität aufmerksam gemacht. Es wird eine Empfehlung zum halbtägigen Besuch einer Kinderbildungs- und -betreuungseinrichtung im vorletzten Kindergartenjahr abgegeben werden.

Sie haben die Wahl zwischen:

  • Öffentlichen Kindergärten
  • Privaten Kindergärten
  • Betriebskindergärten

Öffentliche Kindergärten

Die Anmeldung für einen Platz in einem öffentlichen Kindergarten erfolgt zumeist am zuständigen Gemeindeamt bzw. Magistrat, in manchen Fällen auch im Kindergarten selbst.

In einigen Gemeinden bzw. Städten sind die Beiträge entsprechend dem Einkommen der Eltern sozial gestaffelt.

Private Kindergärten

Wenn Sie Ihr Kind in einem privaten Kindergarten unterbringen wollen, ist es am besten, sich die infrage kommenden Kindergärten persönlich anzusehen und ein Gespräch mit der Leiterin/dem Leiter zu führen.

Betriebskindergärten

Betriebskindergärten sind im oder in der Nähe des Betriebes angesiedelt und stehen den Kindern der Mitarbeiterinnen/der Mitarbeiter zur Verfügung.

Tagesmütter/Tagesväter

Eine Tagesmutter/ein Tagesvater betreut ein oder mehrere Kinder bei sich zu Hause im Familienverband. Es besteht die Möglichkeit, auf individuelle Bedürfnisse der Kinder einzugehen. Meist sind die Betreuungszeiten bei Tagesmüttern/Tagesvätern flexibler als bei Kinderkrippen, Kindergärten oder Kindergruppen.

Tagesmütter/Tagesväter bieten Betreuung innerhalb des Familienalltags. Sie kochen selbst, sorgen für Spiel- und Bewegungsangebot und stellen Spielmaterial zur Verfügung.

Kindergruppen

Kindergruppen stellen eine Alternative zu institutionellen Kinderbetreuungseinrichtungen dar. Sie werden auf Elterninitiative und unter wesentlicher Mitarbeit der Eltern gegründet und geführt. In kleinen Gruppen – je nach Alter der Kinder sechs bis 15 Kinder – wird auf die individuellen Bedürfnisse der Kinder eingegangen.

Elternmitarbeit ist sowohl bei Organisation und pädagogischen Fragen als auch fallweise in praktischen Belangen (z.B. Essenszubereitung, Reparaturen) erforderlich.

Die Finanzierung der Kindergruppen erfolgt durch Elternbeiträge, öffentliche Förderungen und in manchen Fällen, beispielsweise für Wiedereinsteigerinnen, zum Teil durch die Kinderbetreuungsbeihilfe.

Kinderbetreuung an Universitäten

Die Frage der Kinderbetreuung spielt auch für Studierende eine zentrale Rolle und stellt besondere Anforderungen an jene Erzieherinnen/Erzieher, die Familie, Beruf und/oder Studium miteinander verbinden müssen.

An den meisten österreichischen Universitäten werden Kinderbetreuungseinrichtungen für Studierende zur Verfügung gestellt bzw. werden Einrichtungen dieser Art entweder von den Universitäten bzw. den lokalen Hochschülerschaften angeboten.

Babysitter

Sie wollen Ihr Kind noch nicht regelmäßig in eine Betreuungseinrichtung geben, benötigen aber doch zeitweise Betreuung für Ihr Kind, dann bietet sich eine Babysitterin/ein Babysitter an. Die Betreuung kann auf diese Weise individuell und in der gewohnten Umgebung des Kindes erfolgen.

Leihomas/Leihopas

Benötigen Sie öfters eine Babysitterin/einen Babysitter, so ist auch die Inanspruchnahme eines Leihoma-/Leihopa-Dienstes zu erwägen. Leihomas/Leihopas sollen keine Haushaltshilfe sein, sondern sich ausschließlich der Kinderbetreuung widmen.

Nachmittagsbetreuung schulpflichtiger Kinder

Neben Hort und privater Kinderbetreuung bieten Ganztagsschulen und offene Schulen Lösungen an.

In der Ganztagsschule nehmen alle Kinder an der Nachmittagsbetreuung teil. Unterricht und Freizeit werden über den ganzen Tag verteilt. In der offenen Schule findet der Unterricht vormittags statt, zusätzlich besteht die Möglichkeit der Freizeitbetreuung am Nachmittag. Die Kosten für diese Betreuung richten sich nach der Höhe des Einkommens.

Auskunft über schulische Betreuungsangebote in Ihrer Nähe erteilt die Schulservicestelle des Landesschulrates des jeweiligen Bundeslandes.

Au-pair

Au-pair-Kräfte sind Ausländerinnen/Ausländer (in der Regel Schülerinnen/Schüler bzw. Studentinnen/Studenten) zwischen 18 und 28 Jahren, die durch ihren Aufenthalt in Österreich ihre im Ausland erworbenen Deutschkenntnisse vertiefen und das österreichische Kultur- und Gesellschaftsleben kennen lernen möchten.

Au-pair-Kräfte sind an sich vom Ausländerbeschäftigungsgesetz (AuslBG) ausgenommen, ihre Beschäftigung muss jedoch beim Arbeitsmarktservice angezeigt werden.

Eine Gastfamilie darf eine ausländische Au-pair-Kraft beschäftigen, wenn

  • sie das Au-pair-Verhältnis der zuständigen regionalen Geschäftsstelle des Arbeitsmarktservice (AMS) spätestens zwei Wochen vor Beginn der Tätigkeit angezeigt hat und
  • das Arbeitsmarktservice darüber eine Anzeigebestätigung ausgestellt hat. 

Voraussetzungen

Eine Anzeigebestätigung kann nur ausgestellt werden, wenn

  • die Au-pair-Kraft mindestens 18 Jahre und höchstens 28 Jahre alt ist,
  • im Falle der Vermittlung eine dazu berechtigte Agentur eingeschaltet wurde,
  • die Au-pair-Kraft innerhalb der letzten fünf Jahre nicht länger als ein Jahr als Au-pair-Kraft in Österreich beschäftigt war, und
  • gewährleistet ist, dass das Ausmaß und der wirtschaftliche Gehalt der Tätigkeit einem Au-pair-Verhältnis entsprechen, d.h.
    • die Au-pair-Kraft soll durch ihren Österreichaufenthalt Land und Leute kennenlernen und die im Heimatland erworbenen Sprachkenntnisse mithilfe der Gastfamilie vertiefen,
    • sie wird in die Hausgemeinschaft der Gastfamilie (wenigstens eine Erziehungsberechtigte/ein Erziehungsberechtigter mit Kind) aufgenommen und soll bei leichten Hausarbeiten einschließlich der Kinderbetreuung mithelfen und
    • muss ein Mindestmaß an Deutschkenntnissen (Schulunterricht oder ein Semester Studium oder Sprachlehrgang) schon vor dem Antritt der Beschäftigung durch ein entsprechendes Schulzeugnis oder eine sonstige Bestätigung in deutscher oder englischer Übersetzung nachweisen können und ihre Sprachkenntnisse im Zusammenleben mit der Gastfamilie weiter vertiefen.

Die Anzeigebestätigung gilt zunächst für sechs Monate und kann unter bestimmten Voraussetzungen um weitere sechs Monate verlängert werden.

Erforderliche Unterlagen

Anzeige durch die Gastfamilie

Aufenthaltsrechtliche Voraussetzungen

Au-pair-Kräfte aus EU- bzw. EWR-Mitgliedstaaten und der Schweiz

Au-pair-Kräfte aus EU- bzw. EWR-Mitgliedstaaten und der Schweiz sind zur Niederlassung in Österreich berechtigt und benötigen keinen Aufenthaltstitel. Sie müssen jedoch spätestens drei Monate nach der Niederlassung eine Anmeldebescheinigung bei der Fremdenbehörde beantragen.

Au-pair-Kräfte aus Drittstaaten

Drittstaatsangehörige benötigen einen Aufenthaltstitel in Form einer "Aufenthaltsbewilligung – Sonderfälle unselbstständiger Erwerbstätigkeit" für die gesamte Dauer der Au-pair-Tätigkeit.

ACHTUNG
Für die Beantragung der Aufenthaltsbewilligung ist bereits eine Anzeigebestätigung des Arbeitsmarktservice (AMS) erforderlich.

Arbeitsrechtliche Grundlagen

Für die Beschäftigung von Au-pair-Kräften gilt das Hausgehilfen- und Hausangestelltengesetz, das u.a. arbeitsrechtliche Ansprüche wie Urlaub oder Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall regelt.

Die Entlohnung der Au-pair-Kraft für ab 1. Jänner 2016 begründete Beschäftigungsverhältnisse beträgt mindestens 415,72 Euro (= monatliche Geringfügigkeitsgrenze nach ASVG). Davon umfasst ist eine wöchentliche Arbeitszeit von 19 Stunden inklusive Arbeitsbereitschaft für Kinderbetreuung und leichte Mithilfe im Haushalt.

Kranken- und Unfallversicherung

Für die Beschäftigung einer Au-pair-Kraft ist auch eine Anmeldung zur gesetzlichen Sozialversicherung (ASVG) erforderlich. Die freie Unterkunft und Verpflegung sowie die Beträge, welche die Gastfamilie für den privaten Krankenversicherungsschutz der Au-pair-Kraft sowie für deren Teilnahme an Sprachkursen und kulturellen Veranstaltungen aufwendet, werden jedoch nicht zum Entgelt gerechnet und sind somit beitragsfrei.

Bei einer Beschäftigung der Au-pair-Kraft unter der Geringfügigkeitsgrenze (Wert im Jahr 2016 beträgt 415,72 Euro) genügt die Anmeldung zur gesetzlichen Unfallversicherung. Eine Krankenversicherung kann für die Au-pair-Kraft bei einer privaten Versicherungsanstalt abgeschlossen werden. Eine im Ausland abgeschlossene Krankenversicherung ist nur dann ausreichend, wenn diese auch in Österreich leistungspflichtig ist.

Integration von Kindern mit Behinderungen – Kindergarten

Der Eintritt in den Kindergarten bedeutet für Ihr Kind einen ersten Schritt in die Selbstständigkeit. Fachleute, die Ihr Kind betreuen, beraten gern über die geeignetste Form der Kindergartenunterbringung. Die in Frage kommenden Gruppen sollten von den Erziehungsberechtigten unbedingt selbst besichtigt und alle Möglichkeiten mit der Leitung und dem gesamten zuständigen Team besprochen werden.

Sie haben grundsätzlich die Möglichkeit, Ihr Kind in einem allgemeinen Kindergarten, einem Kindergarten mit Integrationsgruppen oder einem heilpädagogischen Sonderkindergarten unterzubringen.

Integrative Erziehung bedeutet gerade im Vorschulalter für alle Kinder eine große Chance, weil Kinder noch weniger Vorurteile haben und das soziale Lernen in allen Kindergärten eine wichtige Rolle spielt.

Es sollte auch auf die Rahmenbedingungen geachtet werden:

  • Gruppengröße, räumliche Gegebenheiten, Fachpersonal, Therapiemöglichkeiten etc.
  • Wichtig ist auch die Persönlichkeit der Kindergärtnerinnen/der Kindergärtner. Diese sollten genau über die Möglichkeiten und Bedürfnisse Ihres Kindes informiert werden.
  • Bei einer Entscheidung für einen allgemeinen Kindergarten, könnte es hilfreich sein, bei einem vorbereitenden Elterntreffen auch die Eltern der anderen Kinder zu informieren und einzubeziehen.

Zuständige Stelle

ACHTUNG
Einen Rechtsanspruch auf integrative Unterbringung im Kindergarten gibt es allerdings nicht.
TIPP
In manchen Bundesländern gibt es spezielle Beratungsstellen, die kontaktiert werden können (beispielsweise die Beratungsstelle für Integration von Kindern mit Behinderung in Kindergärten).

Zusätzliche Informationen

Weitere Informationen finden Sie auf den deutschsprachigen Seiten von HELP.gv.at.

Stand: 22.06.2016
Hinweis .
Abgenommen durch:
Bundeskanzleramt – HELP-Redaktion

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