Beschluss des Nationalrates: Vereinbarung gemäß Artikel 15a B-VG über die Elementarpädagogik für die Kindergartenjahre 2018/19 bis 2021/22

Es kommt zur Stärkung elementarer Bildungseinrichtungen als erste Bildungsinstitutionen sowie zur ganzheitlichen Förderung der Kinder mit speziellem Fokus auf die Sprachförderung in der Bildungssprache Deutsch und zur Verbesserung der Vereinbarkeit von Beruf und Familie.

  • Datum des Beschlusses des Nationalrates: 21. November 2018
  • Geplantes Inkrafttreten: Voraussichtlich rückwirkend mit 1. September 2018 

Ziele

  • Die Stärkung elementarer Bildungseinrichtungen in ihrer Rolle als erste Bildungsinstitution im Leben eines Kindes
  • Die Verbesserung der Vereinbarkeit von Familie und Beruf und damit verbunden die Gleichstellung der Geschlechter
  • Bereitstellung eines bedarfsgerechten ganzjährigen, ganztägigen Betreuungsangebots für Kinder bis zum Schuleintritt, das zumindest den Barcelona-Zielen (Betreuungsquote 33 Prozent für unter Dreijährige und mind. 90 Prozent für Drei- bis Sechsjährige) entspricht sowie mit einer Vollzeitbeschäftigung der Eltern zu vereinbaren ist
  • Erhöhung der Bildungschancen von Kindern für ihr weiteres Bildungs- und Berufsleben unabhängig von ihrer sozioökonomischen und kulturellen Herkunft durch vorschulische Förderung
  • Intensivierung der Förderung in der Bildungssprache Deutsch, insbesondere in den letzten beiden Kindergartenjahren vor Beginn der Schulpflicht
  • Verstärkter Fokus auf den Übergang Kindergarten-Schule

Inhalt

  • Ausbau des Kinderbildungs- und -betreuungsangebots für die unter Dreijährigen
  • Beibehaltung der derzeit bestehenden einjährigen halbtägig beitragsfreien Besuchspflicht im Ausmaß von 20 Stunden für 5-jährige Kinder
  • Vorantreiben einer österreichweiten einheitlichen Qualifikation der Fachkräfte und der Tagesmütter/Tagesväter
  • Verbesserung der Betreuungsqualität in elementaren Kinderbildungseinrichtungen und Kinderbildungsbetreuungseinrichtungen
  • Intensivierung der frühen sprachlichen Förderung
  • Altersadäquate sowie kindgerechte Vermittlung der grundlegenden Wertvorstellungen der österreichischen Gesellschaft

Hauptgesichtspunkte

Das Ziel der Sprachförderung in elementaren Bildungseinrichtungen ist es, dass Kinder bereits bei Schuleintritt jene Sprachkompetenzen aufweisen, die sie brauchen, um dem Unterricht folgen zu können. Da 96 Prozent der Vierjährigen bereits eine elementare Bildungseinrichtung besuchen, wird eine intensive Sprachförderung bereits in diesem Alter beginnen. Damit wird den Kindern ein besserer Start in ihr Schulleben ermöglicht. Der Erfolg dieser Maßnahme wird etwa durch die Erhebung der Wirkungskennzahl und im weiteren Verlauf durch eine Reduktion der Anzahl der außerordentlichen Schülerinnen/Schüler sichtbar.

Die Vereinbarung wird von dem Bestreben getragen, österreichweit möglichst einheitliche Standards in der Qualität und Quantität der Betreuungsangebote sicherzustellen, sowohl hinsichtlich der Qualifikation des Personals, der Instrumente der Sprachstandsfeststellung als auch der österreichweit einheitlichen pädagogischen Grundlagendokumente.

Die Kinderbildung und Kinderbetreuung der unter Dreijährigen wird quantitativ mit dem Ziel ausgebaut, die Vereinbarkeit von Familie und Beruf verbessert.

Weiterführende Links

Stand: 21.11.2018
Hinweis
Abgenommen durch:
Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Forschung
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