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Chancengleichheit - Definition

Allgemeines zur Chancengleichheit von Mädchen und Buben

Mädchen und Buben sollen in allen Bereichen die gleichen Chancen haben. Es sind bereits die Eltern, die ihren Kindern ein "Frauen- oder Männerbild" vorleben. Wenn diese bereits zu Hause in der Familie Gleichberechtigung und partnerschaftlichen Umgang leben, ist dies ein wichtiger Faktor für das spätere Rollenverständnis von Mädchen und Buben als Frau oder als Mann.

Denn: Nur weil jemand als Mädchen oder als Bub geboren wird, heißt das nicht automatisch, dass sie oder er sich so verhält, wie dies in unserer Gesellschaft von einem Mädchen oder einem Buben erwartet wird. Das "soziale Geschlecht" entsteht also erst später – durch Erziehung, Umwelt, aber auch durch die Bilder, die Medien vorgeben. Wichtig ist, dass zwischen dem "biologischen" und dem "sozialen Geschlecht" (engl. "gender") unterschieden wird.

Auch die Behandlung des Themas im Unterricht trägt zu einem gleichberechtigten Umgang miteinander bei. Im späteren Berufsleben sollten Frauen auch die Chance haben, Karriere in einem technischen Beruf machen zu können. Wenn Mädchen bereits in der Schule ermutigt werden, sich auch mit Technik oder Mathematik auseinanderzusetzen, dann ergreifen sie vielleicht auch eher einen technischen Beruf. Genauso sollen Männern die Türen offen stehen, sich im Erziehungs- und Pflegebereich zu engagieren.

Chancengleichheit und Geschlechtergerechtigkeit in der Schule

Die Schule ist – neben dem Elternhaus – sehr wichtig für die Ausbildung des jeweiligen Rollenverständnisses von Mädchen und Buben. Sie soll die Entfaltungs- und Entwicklungsmöglichkeiten beider Geschlechter fördern und helfen, Ungleichheiten abzubauen. Aufgabe der Lehrerinnen/Lehrer ist es, gleiche Lernchancen für beide Geschlechter herzustellen, wobei "gleich" je nach Geschlecht etwas Unterschiedliches bedeuten kann. Es geht darum, dass Mädchen und Buben erweiterte Handlungsmöglichkeiten entwickeln können.

Seit 1975 ist die Koedukation, die gemeinsame Erziehung von Mädchen und Buben, für alle öffentlichen Schulen verbindlich.

Mit der "Erziehung zur Gleichstellung von Männern und Frauen" wurde ein eigenes Unterrichtsprinzip geschaffen, das im Lehrplan mittlerweile in fast allen Schularten verankert ist. Im "Unterrichtsprinzip" ist festgehalten, dass das Thema in allen Unterrichtsfächern und in allen Unterrichtsmitteln (z.B. in Lehr- und Arbeitsbüchern) behandelt bzw. berücksichtigt werden soll. Das bedeutet auch, dass Schulen beispielsweise bei der Wahl der Schulbücher darauf Rücksicht nehmen müssen.

Dieses Prinzip entspricht dem Grundsatz des sogenannten "Gender Mainstreaming", zu dem sich die Europäische Union (EU) und die österreichische Bundesregierung bekannt haben.

Der Begriff "Gender Mainstreaming" bedeutet, dass alle gesellschaftlichen Prozesse darauf überprüft werden sollen, ob sie die unterschiedlichen Interessen von Frauen und Männern berücksichtigen und ob die Prozesse – wenn notwendig – zu verbessern sind.

Gender Mainstreaming ist

  • eine Strategie zur Förderung der Gleichstellung zwischen Mann und Frau (Chancengleichheit),
  • ein Prozess, in dem die Perspektive des Geschlechts in die zentralen Entscheidungsflüsse (in den "Mainstream") gebracht wird.

Gender Mainstreaming betrifft

  • beide Geschlechter,
  • das Verhältnis zwischen den Geschlechtern und
  • die Veränderbarkeit der Geschlechterverhältnisse.
ACHTUNG
Biologische Unterschiede sind keine Rechtfertigung für gesellschaftliche Unterschiede. Soziale und kulturelle Geschlechterrollen sind historisch gewachsen und politisch gestaltbar.
TIPP

Weiterführende Informationen zum Unterrichtsprinzip "Erziehung zur Gleichstellung von Männern und Frauen" finden sich auf den Seiten des Bundesministeriums für Bildung (BMB). Des Weiteren werden auch Details zur Gleichstellung von Mädchen und Buben beschrieben.

Die Seite "Gender und Schule" bietet umfangreiches Informationsmaterial beispielsweise zu:

  • Berufsorientierung und Förderung von Mädchen (insbesondere in Mathematik, Naturwissenschaften und Technik)
  • Berufsorientierung und Förderung von Buben
  • Gender und Migrationshintergrund
Darüber hinaus sind auch auf der Seite "Gender und Bildung" Informationen zur Chancengleichheit von Mädchen und Buben in der Schule verfügbar. Auch interessierte Lehrkräfte sowie alle in Bildungsinstitutionen tätige Personen und am Thema "Gender und Bildung" Interessierte finden hier gebündelte Informationen, Veranstaltungstipps, Materialien und vieles mehr.
Stand: 01.07.2016
Hinweis .
Abgenommen durch:
Bundesministerium für Bildung

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