Chancengleichheit - Definition

Allgemeines zur Chancengleichheit von Mädchen und Buben

Mädchen und Buben sollen in allen Bereichen die gleichen Chancen haben und sich unabhängig von geschlechterstereotypen Zuweisungen entwickeln können – egal welche soziale, kulturelle oder religiöse Herkunft sie haben.

Auch wenn Kinder und Jugendliche im Allgemeinen heute viel freier aufwachsen, so gibt es dennoch häufig unterschiedliche Erwartungshaltungen an Mädchen und Buben. Sich gegen eingefahrene Rollenzuweisungen zu wehren und den eigenen individuellen Weg zu gehen, erfordert Mut und Unterstützung durch das soziale Umfeld.

Es sind natürlich auch bereits die Eltern bzw. die Erziehungsberechtigten, die ihren Kindern bestimmte Männlichkeits- und Weiblichkeitsbilder bzw. Rollenbilder vorleben. Wenn diese bereits zu Hause in der Familie eine gleichberechtigte und faire Arbeitsteilung vorleben, ist bereits schon viel gewonnen.

Genauso wie  Frauen die Chance haben sollen, sich in einem technischen Beruf zu versuchen, sollen Männern die Türen offen stehen, sich im Erziehungs- und Pflegebereich zu engagieren. Wenn Mädchen bereits in der Schule genauso wie Buben ermutigt werden, sich verstärkt mit Technik und Mathematik auseinanderzusetzen, dann trauen sie sich wahrscheinlich auch eher einen Beruf im MINT-Bereich zu (MINT bedeutet Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften, Technik). Genauso müssen Pädagoginnen/Pädagogen Buben anerkennen und eventuell auch bestärken, die sich z.B. für Musik, Lesen oder das textile Werken begeistern.

Die Bearbeitung des Themas im Unterricht kann durch Wissensvermittlung, Reflexion und Diskussion dazu beitragen, dass Kinder und Jugendliche selbstbestimmter und bewusster ihren Weg gehen können.

Geschlechtergerechte Schule – geschlechtersensibler Unterricht

Die Schule ist – neben dem Elternhaus – sehr wichtig für die Ausbildung des jeweiligen Rollenverständnisses von Mädchen und Buben. Sie soll die Entfaltungs- und Entwicklungsmöglichkeiten der Geschlechter fördern und helfen, Ungleichheiten abzubauen. Aufgabe der Pädagoginnen/Pädagogen ist es, gleiche Lernchancen für beide Geschlechter herzustellen, wobei "gleich" je nach Geschlecht etwas Unterschiedliches bedeuten kann. Es geht darum, dass Mädchen und Buben erweiterte Handlungsmöglichkeiten entwickeln können.

Seit 1975 ist die Koedukation, die gemeinsame Erziehung von Mädchen und Buben, für alle öffentlichen Schulen verbindlich.

Mit der "Erziehung zur Gleichstellung von Männern und Frauen" wurde ein eigenes Unterrichtsprinzip geschaffen, das im Lehrplan mittlerweile in fast allen Schularten verankert ist. Es soll Pädagoginnen/Pädagogen ermutigen, Fragen rund um Geschlechterrollen und Geschlechterverhältnisse in Vergangenheit und Gegenwart mit den Kindern und Jugendlichen in altersadäquater Form zu bearbeiten.

Im Unterricht werden Schülerinnen/Schülern interessante Informationen geboten, z.B. welche Meilensteine zurückgelegt werden mussten, damit den Geschlechtern heute dieselben Bildungsinhalte und Bildungswege offenstehen.

Das vom Ministerium beauftragte Portal "Gender und Schule" bietet umfangreiches Informations- und Unterrichtsmaterial, sowie Veranstaltungshinweise.

TIPP
Weiterführende Informationen zum Unterrichtsprinzip "Erziehung zur Gleichstellung von Männern und Frauen" finden sich auf den Seiten des Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Forschung (BMBWF).
Stand: 08.01.2018
Hinweis
Abgenommen durch:
Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Forschung
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