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Gleichbehandlung in der Lehre

Allgemeines zur Gleichbehandlung in der Lehre

Wenn Jugendliche eine Lehre machen, muss die Arbeitgeberin/der Arbeitgeber darauf achten, dass sie/er die Grundsätze der Gleichbehandlung einhält. Auch wer Lehrling ist, hat das Recht, so behandelt zu werden, dass das Gleichbehandlungsgebot nicht verletzt wird.

Bewerberinnen/Bewerber dürfen bereits bei der Ausschreibung einer Stelle oder eines Lehrplatzes nicht diskriminiert werden. Weder Qualifikationen noch berufliche Kenntnisse oder Talente sind abhängig von Geschlecht, ethnischer Zugehörigkeit, Religion, Alter oder sexueller Orientierung.

Aber auch im Arbeitsalltag selbst darf die Unternehmerin/der Unternehmer beispielsweise einem männlichen Lehrling nicht mehr zahlen als einem weiblichen Lehrling, der im gleichen Lehrjahr ist.

Um den Anteil von weiblichen Lehrlingen in Berufen mit generell geringem Frauenanteil zu fördern, gibt es auch unterschiedliche Angebote. So setzt das Arbeitsmarktservice Österreich (AMS) bei seiner Förderung der Lehrausbildung auch einen Schwerpunkt auf die Ausbildungsförderung von Mädchen in Berufen mit geringem Frauenanteil.

Sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz/bei der Lehrstelle

Wenn Lehrlinge oder Arbeitskräfte sexuell belästigt werden, ist das eine Diskriminierung aufgrund des Geschlechts.

Das Gleichbehandlungsgesetz verbietet ausdrücklich die sexuelle Diskriminierung. Dies gilt aber nicht nur für die Personen, die andere sexuell belästigen sondern auch für die Arbeitgeberin/den Arbeitgeber, die/der ihre/seine Mitarbeiterinnen/Mitarbeiter vor sexueller Belästigung durch Kolleginnen/Kollegen bzw. Kundinnen/Kunden schützen muss.

Wenn jemand eine Mitarbeiterin/einen Mitarbeiter berührt (beispielsweise Po-Kneifen oder Po-Klapsen) oder sexuelle Anspielungen (egal in welcher Form, das heißt in Telefongesprächen, Briefen, E-Mails oder per SMS) macht, gilt dies als sexuelle Belästigung. Aber auch anzügliche Witze oder anzügliche Bemerkungen fallen bereits darunter.

Wer sexuell belästigt wird, darf sich nicht einschüchtern lassen und sollte sich wehren! Auch wenn andere als "harmlos" abtun, was dieser Person passiert – es geht darum, dass sie/er dies als unangenehm empfindet! Es gilt, seiner eigenen Wahrnehmung zu vertrauen und der Belästigerin/dem Belästiger gegenüber deutlich zu äußern, dass diese Behandlung nicht toleriert wird! Außerdem ist es für die Belästigte/den Belästigten wichtig, mit Personen zu sprechen, denen sie/er vertraut und von denen sie/er annehmen kann, dass sie die Informationen auch vertraulich behandeln! Es kann beispielsweise auch die Betriebsrätin/der Betriebsrat darüber informiert werden!

TIPP
Noch ausführlichere Informationen und Tipps, wie gegen sexuelle Belästigung vorgegangen werden kann sowie weitere Beispiele, was unter "sexueller Belästigung" zu verstehen ist, finden sich ebenfalls auf HELP.gv.at.

Wer das Gefühl hat, nicht gleich behandelt zu werden wie seine Kolleginnen/Kollegen oder wer an seinem Arbeitsplatz (sexuell) belästigt wird, hat die Möglichkeit, sich an folgende Personen oder Stellen zu wenden:

  • Betriebsrätin/Betriebsrat (wenn diese/dieser in der Firma bestellt ist)
  • Arbeiterkammer deines Bundeslandes
  • Gewerkschaft
  • Gleichbehandlungsanwältinnen/Gleichbehandlungsanwälte
TIPP
Alle wichtigen Informationen zur Gleichbehandlungsanwaltschaft, deren Aufgaben und Kontaktadressen finden sich ebenfalls auf HELP.gv.at.

Weiterführende Links

Rechtsgundlagen

Bundesgesetz über die Gleichbehandlung (GlBG)

Stand: 01.01.2016
Hinweis .
Abgenommen durch:
Bundeskanzleramt – HELP-Redaktion

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