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Diskriminierungsverbot im Alltag

Das Bundes-Behindertengleichstellungsgesetz schafft für Menschen mit Behinderungen ein gesetzlich verankertes Diskriminierungsverbot in weiten Bereichen des Alltagslebens.

Der Wirkungsbereich des Gesetzes kann in zwei Hauptkategorien eingeteilt werden:

  • Verbot der Benachteiligung von Menschen mit Behinderungen in Angelegenheiten der Bundesverwaltung (z.B. Steuerrecht, Pass- und Meldewesen, Straf- und Zivilrecht, große Teile des Schulwesens)
  • Verbot der Benachteiligung von Menschen mit Behinderungen beim Zugang zu und der Versorgung mit öffentlichen Gütern und Dienstleistungen (z.B. Einkaufsmöglichkeiten, Geschäfte, Veranstaltungen und allgemeine Freizeitaktivitäten wie Kino, Schwimmbad)

Beispiele für den Verstoß gegen die oben genannten Kategorien wären:

  • kein barrierefreier Zugang zu einem Wahllokal bei Nationalratswahlen (Bereich der Bundesverwaltung)
  • Verweigerung der Beförderung von mobilitätsbeeinträchtigten Personen in einem Unternehmen des öffentlichen Verkehrs, zum Beispiel einer Fluggesellschaft (Bereich Zugang zu öffentlichen Gütern und Dienstleistungen)

Bei Diskriminierung werden die folgenden Formen unterschieden:

  • Unmittelbare Diskriminierung
    Eine unmittelbare Diskriminierung liegt vor, wenn eine Person wegen einer Behinderung in einer konkreten Situation weniger günstig behandelt wird als eine andere Person in einer vergleichbaren Situation
  • Mittelbare Diskriminierung
    Als mittelbare Diskriminierung gelten scheinbar neutrale Vorschriften, Kriterien, Verfahren oder Merkmale gestalteter Lebensbereiche, die jedoch Menschen mit Behinderungen gegenüber anderen Menschen benachteiligen können (hierunter fallen insbesondere auch die baulichen und technischen Barrieren)
HINWEIS
Eine mittelbare Diskriminierung ist nicht gegeben, wenn diese Vorschriften, Kriterien, Verfahren oder Merkmale gestalteter Lebensbereiche sachlich gerechtfertigt, angemessen und erforderlich sind
  • Belästigung
    Eine Belästigung liegt vor, wenn im Zusammenhang mit einer Behinderung gegenüber der behinderten Person unerwünschte, unangebrachte oder anstößige Verhaltensweisen gesetzt werden, die die Würde der betroffenen Person verletzen bzw. ein einschüchterndes, feindseliges, entwürdigendes, beleidigendes oder demütigendes Umfeld für die betroffene Person schaffen
TIPP
Weitere Informationen zum Thema "Barrierefreies Bauen" finden sich auf HELP.gv.at.
Stand: 01.01.2016
Hinweis .
Abgenommen durch:
Bundesministerium für Arbeit, Soziales und Konsumentenschutz

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