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Alles rund ums Studium

ACHTUNG
Dieses "Thema des Monats" Oktober 2015 entspricht den Regelungen zum Zeitpunkt seiner Veröffentlichung und wird nicht laufend aktualisiert.

Allgemeines

Jedes Studienjahr beginnen in Österreich ca. 65.000 Studentinnen/Studenten mit einem Studium in Österreich. Gut zwei Drittel der Studienanfängerinnen/Studienanfängeranfänger an österreichischen Hochschulen sind Personen, die zuvor im Inland an einer allgemein bildenden höheren Schule (AHS), berufsbildenden höheren Schule (BHS) oder einer lehrer- und erzieherbildenden höheren Schule (LHS – Bildungsanstalt für Kindergartenpädagogik bzw. Sozialpädagogik) eine Reifeprüfung (Matura) abgelegt haben.

Checkliste Studieren und Wohnen in Österreich

Um Studentinnen/Studenten aus der EU bzw. dem EWR sowie der Schweiz, wie auch jenen aus Drittstaaten den Einstieg in ein Studium in Österreich zu erleichtern, bietet HELP.gv.at seit kurzem Checklisten zu "Studieren und Wohnen in Österreich" für Studierende an. Darin enthalten sind die wichtigsten Informationen, kompakt und übersichtlich dargestellt.

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Zulassung zum Studium

Für die Zulassung zu einem Studium an einer öffentlichen oder privaten Universität bzw. Fachhochschule sind verschiedene Voraussetzungen nötig. Darüber hinaus kann es notwendig sein, ein Aufnahmeverfahren zu durchlaufen. 

Öffentliche/Private Universität

Universitätsstudien setzen gewöhnlich die Erlangung der Universitätsreife voraus. Die Berechtigung zum Besuch einer Universität als ordentliche Studierende/ordentlicher Studierender wird durch das Ablegen folgender Prüfungen erworben:

  • Reifeprüfung an einer österreichischen höheren Schule
    • Die höheren Schulen umfassen allgemein bildende und berufsbildende höhere Schulen, höhere land- und forstwirtschaftliche Lehranstalten und Bildungsanstalten für Kindergartenpädagogik sowie Bildungsanstalten für Erzieherinnen/Erzieher. Je nach absolviertem Schultyp und gewählter Studienrichtung können Zusatzprüfungen zur Reifeprüfung gefordert werden.
  • Studienberechtigungsprüfung
  • Zulassungsprüfung für künstlerische Studienrichtungen
  • Gleichwertiges ausländisches Zeugnis
  • Urkunde über den Abschluss eines mindestens dreijährigen Studiums an einer anerkannten postsekundären Bildungseinrichtung

Die im Jahr 2011 eingeführte Voranmeldung zum Studium wurde abgeschafft und durch eine Neuregelung der Inskriptionsfristen ersetzt. Die allgemeine Zulassungsfrist für die erstmalige Zulassung an einer öffentlichen Universität zu einem Bachelor- oder Diplomstudium ohne besondere Zulassungsbedingungen endet österreichweit am 5. September für das Wintersemester bzw. am 5. Februar für das Sommersemester.

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Fachhochschule

Fachhochschulen sind bei Erfüllung der fachlichen Voraussetzungen allgemein zugänglich. Die fachliche Zugangsvoraussetzung zu einem Fachhochschul-Bachelorstudiengang ist die allgemeine Universitätsreife oder eine einschlägige berufliche Qualifikation (meist mit Zusatzprüfungen). Die fachliche Zugangsvoraussetzung zu einem Fachhochschul-Masterstudiengang ist ein abgeschlossener facheinschlägiger Fachhochschul-Bachelorstudiengang oder der Abschluss eines gleichwertigen Studiums an einer anerkannten inländischen oder ausländischen postsekundären Bildungseinrichtung.

Aufnahmeverfahren an Fachhochschulen

Erfüllen Studieninteressentinnen/Studieninteressenten die Zulassungsvoraussetzungen für ein Fachhochschul-Studium, müssen sie sich auch einem Aufnahmeverfahren unterziehen. Dieses ist von Fachhochschul-Studiengang zu Fachhochschul-Studiengang unterschiedlich.

In der Regel werden folgende Punkte als Auswahlkriterien herangezogen:

  • Schriftliche Bewerbung (gibt einen Eindruck über Persönlichkeit, Lebensweg und Motivation der Bewerberin/des Bewerbers)
  • Schriftlicher Test und Präsentation (Prüfung der analytisch-logischen Denkfähigkeit)
  • (häufig auch ein) Aufnahmegespräch 

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Studienberechtigungsprüfung an öffentlichen Universitäten

Die Studienberechtigungsprüfung bietet die Möglichkeit, für eine bestimmte Studienrichtung ohne Ablegen der Reifeprüfung zugelassen zu werden. Sie berechtigt jeweils nur zum Besuch jener Studienrichtung, für die sie abgelegt wird.

Dies umfasst u.a.:

  • Rechtswissenschaftliche Studien
  • Medizinische Studien (z.B. Humanmedizin, Zahnmedizin, Veterinärmedizin, Pferdewissenschaften)
  • Bautechnische Studien (z.B. Architektur, Bauingenieurwesen, Raumplanung, Wirtschaftsingenieurwesen-Bauwesen)
  • Agrarwissenschaftliche Studien
  • Künstlerische Studien

Der erfolgreiche Abschluss der Studienberechtigungsprüfung berechtigt zur Zulassung zu allen Studien jener Studienrichtungsgruppe, für welche die Studienberechtigung erworben wurde. Über die Ablegung der Prüfung wird ein Zeugnis ausgestellt, das für jede Universität, an der ein Studium der jeweiligen Studienrichtungsgruppe eingerichtet ist, gilt.

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Voraussetzungen für die Zulassung von ausländischen Studierenden ohne EU- bzw. EWR-Staatsangehörigkeit

Für die Aufnahme von ausländischen Staatsbürgerinnen/ausländischen Staatsbürgern (oder Staatenlosen) als ordentliche Studierende an den Universitäten Österreichs müssen folgende Voraussetzungen erfüllt sein:

  • Ein Studienplatz an der Universität für die gewünschten Studien ist vorhanden.
  • Die Bewerberin/der Bewerber hat ein Reifezeugnis, das einem österreichischen Reifezeugnis gleichwertig ist (was entweder durch Abkommen geregelt ist oder vom Rektorat im Einzelfall festgestellt wird, allenfalls mit Auflagen), oder die Bewerberin/der Bewerber kann eine Urkunde über den Abschluss eines mindestens dreijährigen Studiums an einer anerkannten postsekundären Bildungseinrichtung vorlegen.
  • Das Zeugnis muss zum direkten Zugang zum entsprechenden Studium an den Universitäten desjenigen Landes berechtigen, in dem es ausgestellt wurde. Allfällige studienspezifische Voraussetzungen (z.B. Aufnahmeprüfung) müssen in jenem Staat, in dem das Reifezeugnis ausgestellt wurde, erfüllt sein.
  • Gibt es das in Österreich gewünschte Studium im Ausstellungsstaat nicht, so ist der Nachweis für das fachlich nächstverwandte Studium zu erbringen. Nur wenn dieser Staat keine Universität hat, entfällt dieser Nachweis.
  • Überdies muss die Bewerberin/der Bewerber über hinreichende Deutschkenntnisse verfügen. Gegebenenfalls ist eine Prüfung abzulegen.

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Studium und Behinderung

Uniability ist eine Interessengemeinschaft von Behindertenbeauftragten, Betroffenen und anderen Personen, deren Ziel es ist, die Studienbedingungen an allen österreichischen Universitäten zu verbessern und die Interessen der Betroffenen in der Öffentlichkeit zu vertreten.

Den Studierenden mit Behinderungen werden an Behindertenreferaten folgende Leistungen angeboten:

  • Information und Beratung zum Studium und Studienumfeld
  • Studienbegleitung
  • Erfahrungsaustausch
  • Interessensvertretung
  • Fachliche Beratung bei baulicher Gestaltung und technischer Ausstattung
  • Forschung zur Situation behinderter und chronisch kranker Menschen
  • Öffentlichkeitsarbeit

Weiters soll die Tauglichkeit der einzelnen Studienrichtungen für verschiedene Behinderungsformen getestet werden.

Auf den Seiten von Uniability finden Sie auch eine Liste mit Kontaktpersonen sämtlicher österreichischer Universitäten und das Projekt ABAk, das Jungakademikerinnen/Jungakademiker mit Behinderungen bei der Arbeitsplatzsuche unterstützt. 

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Finanzielle Unterstützungen

Zur Unterstützung und Förderung von Studentinnen/Studenten gibt es verschiedene finanzielle Unterstützungen, Beihilfen und Stipendien.

Familienbeihilfe für Studierende

Für Studierende kann den Eltern Familienbeihilfe gewährt werden. Dies ist grundsätzlich bis zum 24. Geburtstag möglich. Für volljährige Kinder unter 24 Jahren besteht Anspruch auf Familienbeihilfe für die Zeit zwischen dem Abschluss der Schulausbildung und dem frühestmöglichen Beginn einer weiteren Berufsausbildung. Die Familienbeihilfe wird für die gesetzliche Mindeststudiendauer gewährt. Bei einem Studium mit Abschnittsgliederung wird pro Abschnitt ein Toleranzsemester eingeräumt. Wird ein Studienabschnitt innerhalb der Mindeststudiendauer absolviert, kann das nicht verbrauchte Toleranzsemester im weiteren Studienverlauf genutzt werden. Bei einem Studium ohne Abschnittsgliederung beträgt die Toleranzgrenze ein Studienjahr.

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Studienbeihilfe

Auf staatliche Studienbeihilfe besteht bei Vorliegen bestimmter Voraussetzungen ein Rechtsanspruch. Dazu zählen u.a. bestimmte Zielgruppenkriterien (wie z.B. die österreichische Staatsbürgerschaft u.a.) sowie weitere Voraussetzungen (wie z.B. soziale Bedürftigkeit, günstiger Studienerfolg u.a.).

Die mögliche Höchststudienbeihilfe beträgt für Studierende, die am Wohnort der Eltern studieren, 475 Euro monatlich (5.700 Euro pro Jahr). Auswärtige Studierende (sowie Selbsterhalterinnen/Selbsterhalter, verheiratete Studierende, Vollwaisen, Studierende mit Kind) erhalten bis zu 679 Euro im Monat (8.148 Euro im Jahr).

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Zuverdienstgrenze

Die Zuverdienstsgrenze (Nebenverdienstgrenze) für Studierende, die Familienbeihilfe beziehen, beträgt 10.000 Euro brutto pro Kalenderjahr. Wird der Betrag von 10.000 Euro überschritten, ist ab dem Kalenderjahr 2013 nur mehr jener Betrag zurückzuzahlen, um den der Grenzbetrag überschritten wurde.

Die Zuverdienstgrenze für Studierende, die ein Stipendium (Studienbeihilfe) beziehen, beträgt 10.000 Euro brutto pro Kalenderjahr.

Der Steuerfreibetrag für selbständige Einkommen beträgt 11.000 Euro brutto pro Kalenderjahr. Der Steuerfreibetrag für unselbständige Einkommen beträgt 12.000 Euro brutto pro Kalenderjahr.

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Sonstiges

Darüber hinaus gibt es für Studentinnen/Studenten die Möglichkeit, Stipendien zu beantragen. Außerdem besteht die Möglichkeit einer speziellen Unterstützung beim "Studieren mit Kind".

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Jobbörsen für Studierende

Um Studierenden den Einstieg ins Berufsleben zu erleichtern, bieten Universitäten und Fachhochschulen eigene Plattformen zur Jobsuche. Diese setzten sich das Ziel, Wissen und Kompetenzen der Universitäten und Fachhochschulen aktiv mit der Berufswelt zu verflechten und Kooperationen mit Unternehmen und Institutionen aller Branchen zu initiieren.

Darüber hinaus bieten diese Plattformen auch Unternehmen professionelle Services in den Bereichen Personalrecruiting und Personalmarketing, um Studentinnen/Studenten bzw. Absolventinnen/Absolventen zu vermitteln.

Außerdem bieten Universitäten und Fachhochschulen durch regelmäßige Jobausschreibungen in eigenen Plattformen ein Angebot an freien Stellen für Studentinnen/Studenten bzw. Absolventinnen/Absolventen.

Auf HELP.gv.at finden sich zudem noch Auflistungen von allgemeinen Jobbörsen und Stellenangeboten.

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Weitere Informationen

Weitere Informationen zum Wohnen für Studentinnen/Studenten, zum Studienbeitrag, zu Zusatz- und Ergänzungsprüfungen, zur Versicherung für Studierende sowie eine Auflistung der öffentlichen und privaten Universitäten in Österreich und der Fachhochschulen in Österreich u.a. finden sich ebenfalls auf HELP.gv.at.

HINWEIS
Eine Übersicht über bisherige "Themen des Monats" findet sich ebenfalls auf HELP.gv.at.
Stand: 01.10.2015
Hinweis .
Abgenommen durch:
Bundeskanzleramt – HELP-Redaktion