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Reisen ins Ausland − Vorbereitungen

Allgemeines

Um Urlaubsfreuden entspannt genießen zu können, bedarf es einiger Vorbereitungen. Egal, ob es um Reisedokumente, Einreisebestimmungen und Grenzkontrollen oder um die Mitnahme von Haustieren und die Mitnahme von Waren aus dem Urlaubsland geht − HELP.gv.at informiert über die wichtigsten Punkte, die vor und auf einer Reise zu beachten sind. Auch wenn Sie in eine Notsituation geraten sind, werden Sie hier auf der Suche nach Informationen zur Vorgehensweise fündig. Wir wünschen einen schönen Urlaub!

Dokumente für die Reise

Bei jedem Grenzübertritt wird ein Reisedokument benötigt. Dies gilt auch bei Reisen in Schengen-Staaten und auch bei kurzen Fahrten ins Ausland. Reisedokument ist der Reisepass oder bei Reisen innerhalb der EU auch ein gültiger Personalausweis. Auch jedes Kind benötigt für Auslandsreisen einen eigenen Pass oder – sofern nach den Einreisebestimmungen des Gastlandes zulässig – einen Personalausweis.

Wird mit einem Kfz ins EU-Ausland gefahren, genügt das Mitführen eines gültigen österreichischen Führerscheins (oder eines gültigen Führerscheins eines anderen EU-Mitgliedstaates). Für Reisen außerhalb des EWR ist meist zusätzlich ein internationaler Führerschein oder eine englische Übersetzung des nationalen Führerscheins erforderlich. Diese Dokumente werden von Autofahrerclubs (ARBÖ, ÖAMTC, VCÖ) ausgestellt.

Einreisebestimmungen/Elektronische Reisegenehmigung

Die Einreisebestimmungen des jeweiligen Landes, das bereist werden soll bzw. durch das durchgereist werden soll, müssen beachtet werden. Besondere Einreisebestimmungen gelten z.B. für die USA (Pflicht zur Vorab-Online-Registrierung über ESTA) und Kanada (Beantragung der elektronischen Reisegenehmigung eTA). Auch andere Staaten wie u.a. Australien, Türkei, Kenia oder Sri Lanka verlangen eine elektronische Reisegenehmigung vor der Einreise.

Reiseinformationen, Reisewarnungen und Reiseregistrierung

Das Bundesministerium für Europa, Integration und Äußeres (BMEIA) stellt Reiseinformationen für alle Länder der Welt zur Verfügung. Für das ausgewählte Reiseziel werden jeweils das Länderprofil, die Einreisebestimmungen, die Ein- und Ausfuhrbestimmungen sowie Informationen zum Klima, zu eventuell notwendigen Impfungen oder auch zur aktuellen Sicherheitslage im Land angezeigt. Darüber hinaus spricht das Außenministerium eine Reisewarnung aus, wenn in einem Land eine generelle Gefährdung für Leib und Leben besteht.

Bei Reisen in Länder oder Gebiete mit hohem Sicherheitsrisiko wird für Urlaubsreisen und sonstige kurzfristige Aufenthalte die Reiseregistrierung des Außenministeriums ausdrücklich empfohlen: Nach der Registrierung via Homepage bzw. App sind Reisende im Fall des Falls für die Botschaften im jeweiligen Land erreichbar. 

Aktuelle Grenzkontrollen

Bei Reisen zwischen Schengenstaaten erfolgt an der Grenze grundsätzlich keine Kontrolle. Allerdings haben einige Staaten aufgrund der Flüchtlingskrise vorübergehend wieder Grenzkontrollen eingeführt. So erfolgen derzeit teilweise Kontrollen an den Grenzen Österreichs zu Deutschland, Ungarn, Slowenien und zur Slowakei. Da Polizeikontrollen naturgemäß nicht angekündigt werden, ist es wichtig, sich jeweils kurz vor Fahrtantritt über die aktuelle Situation zu informieren, z.B. bei einem Autofahrerclub.

Passagier- und Fahrgastrechte

Verspäteter Zug, verlorenes Gepäck, gestrichener Flug? Wer mit der Bahn, dem Flugzeug, dem Bus oder dem Schiff reist, hat bei Pannen oder Problemen unter Umständen besonderen rechtlichen Schutz.

Da die Fahrgäste die schwächere Partei sind und im Schadensfall einem größeren Unternehmen gegenüberstehen, wurden innerhalb der EU gewisse Mindeststandards geschaffen, um die Durchsetzung von Ansprüchen von Fahrgästen bzw. Passagieren zu sichern.

Einfuhr von Waren nach Österreich und Zoll

Wer Lebensmittel, Medikamente, Pflanzen, Zigaretten oder Alkohol nach dem Urlaub mit nach Österreich nehmen möchte, sollte sich vor der Heimreise über mögliche Beschränkungen informieren. Die Mitnahme bestimmter Waren muss beim Passieren des Zolls angegeben ("deklariert") werden.

Jedenfalls beim Zoll angemeldet werden müssen

  • Waren, die nicht für den Eigenbedarf bestimmt sind,
  • Waren, die die jeweils geltenden Freigrenzen überschreiten und
  • Waren, für die Einfuhrbeschränkungen oder -verbote gelten.

Beim Kauf von Souveniers sollte darauf geachtet werden, dass sie nicht aus artgeschützten Tieren oder Pflanzen bzw. Teilen davon bestehen.

Krankheit oder Verletzung − Arztbesuch im Ausland

Wer in der EU, in EWR-Staaten oder der Schweiz eine ärztliche Behandlung benötigt, braucht die e-card, da sich auf deren Rückseite grundsätzlich die Europäische Krankenversicherungskarte (EKVK) befindet. Auch in Mazedonien, Serbien und Bosnien-Herzegowina kann die Europäische Krankenversicherungskarte verwendet werden. Für Reisen in die Türkei und Montenegro sollte rechtzeitig ein Auslandsbetreuungsschein ("Auslandskrankenschein") besorgt werden. 

In allen übrigen Ländern müssen die gesamten Arzt- oder Krankenhauskosten jedenfalls vorerst selbst bar bezahlt werden. Wichtig dabei ist, dass die Patientin/der Patient sich eine detaillierte Rechnung ausstellen lässt. Diese sollte die Art, den Umfang, die Diagnose und das Datum der Behandlung enthalten. Nach der Rückkehr nach Österreich können die Kosten teilweise rückerstattet werden.

Ein von einem Arzt im Heimatland ausgestelltes Rezept ist in allen EU-Ländern gültig. Ein in einem EU-Land verschriebenes Arzneimittel ist jedoch in einem anderen EU-Land möglicherweise unter einem anderen Namen bzw. nicht verfügbar.

Weitere Notfälle während Reisen

Bei Unfällen im Ausland helfen im Allgemeinen die Polizei und Rettungsbehörden des Gastlandes. In besonders schweren Fällen sollte jedoch auch die österreichische Vertretungsbehörde verständigt werden.

Wem der Reisepass oder der Personalausweis im Ausland abhandengekommen ist, kann sich an die österreichischen Vertretungsbehörden mit Passbefugnis (Botschaften und Berufskonsulate) vor Ort wenden: Diese stellen einen Notpass für die Heimreise aus.

Entsteht durch Diebstahl oder Verlust von Geld im Urlaub eine finanzielle Notlage, kann in erster Linie durch Bank- oder Postüberweisung oder durch Überweisung mittels Western Union geholfen werden. Sollte dies in bestimmten Situationen oder Ländern nicht möglich sein, kann zum Zweck der Finanzierung der Heimreise

  • durch Überweisung vom eigenen österreichischen Bankkonto
  • durch Angehörige, Freundinnen/Freunde oder die Arbeitgeberin/den Arbeitgeber der/des in Notlage geratenen österreichischen Staatsbürgerin/Staatsbürgers

beim Außenministerium in Wien ein Depot errichtet werden. In diesem Fall stellt die Vertretungsbehörde den Kontakt her.

Reisen mit Tieren − Heimtierausweis

Für die Mitnahme von Hunden, Katzen und Frettchen auf Reisen innerhalb der EU und des EWR wird ein Heimtierausweis (Pet Passport) benötigt. Dieser ist bei allen freiberuflich tätigen Tierärztinnen/Tierärzten in Österreich erhältlich.

Für alle anderen Heimtiere, wie Fische, Amphibien, Reptilien, Vögel (ausgenommen Geflügel) sowie Nager, Hauskaninchen und Wirbellose (ausgenommen Bienen und Krebstiere) sind derzeit keine Bescheinigungen im Privatreiseverkehr vorgeschrieben.

Checkliste für Reisen

HELP.gv.at bietet eine umfangreiche Checkliste für die Reisevorbereitung an. Neben den erwähnten Themen sind darin u.a. Informationen zu erforderlichen Impfungen, finanziellen Mitteln, zur Reiseapotheke, Reiseversicherung sowie zu Ortsabwesenheitserklärungen und Urlaubspostfächern enthalten.

HINWEIS
Eine Übersicht über bisherige "Themen des Monats" und "Aktuelle Themen" findet sich ebenfalls auf HELP.gv.at.
Stand: 02.06.2016
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Abgenommen durch:
Bundeskanzleramt – HELP-Redaktion