Familienbonus Plus und Kindermehrbetrag ab 1. Jänner 2019

ACHTUNG
Dieses "Aktuelle Thema" entspricht den Regelungen zum Zeitpunkt seiner Veröffentlichung und wird nicht laufend aktualisiert.

Steuerliche Auswirkungen des Familienbonus Plus

Der Familienbonus Plus ist ein steuerlicher Absetzbetrag, der die jährliche Steuerlast von Eltern um bis zu 1.500 Euro pro Kind reduziert. Er wird als erster Absetzbetrag von der zu zahlenden Einkommensteuer bzw. Lohnsteuer abgezogen und kann maximal bis zum Gesamtbetrag der errechneten Steuer beansprucht werden. Ab einem Einkommen von 1.700 Euro brutto pro Monat kann der Familienbonus für ein Kind voll ausgeschöpft werden. Wenn weniger verdient wird, fällt der Familienbonus geringer aus, weil weniger Steuern gezahlt werden. Durch Abzug des Familienbonus Plus kann zwar die Steuer komplett wegfallen, sich jedoch kein negativer Steuerbetrag ergeben. Durch andere Absetzbeträge, wie z.B. den Verkehrsabsetzbetrag oder den Alleinverdiener- bzw. Alleinerzieherabsetzbetrag, kann es weiterhin zu einer Einkommensteuer unter null und somit zu einer Rückerstattung der Sozialversicherungsbeiträge oder des Alleinverdiener- bzw. Alleinerzieherabsetzbetrages kommen.

Der Familienbonus Plus ersetzt ab 1. Jänner 2019 die steuerliche Abzugsfähigkeit der Kinderbetreuungskosten und den Kinderfreibetrag. Im Gegensatz zum Familienbonus Plus wirken sich die Absetzbarkeit der Kinderbetreuungskosten und der Kinderfreibetrag auf die Bemessungsgrundlage für die Steuerberechnung aus und nicht direkt auf den Steuerbetrag.

Höhe der steuerlichen Entlastung durch den Familienbonus Plus

Die Höhe der steuerlichen Entlastung durch den Familienbonus Plus richtet sich nach dem Alter des Kindes:

  • Bis zum 18. Geburtstag reduziert sich die Steuerlast um 125 Euro monatlich (1.500 Euro pro Jahr), auch noch für jenen Monat, in dem das Kind 18 Jahre alt wird.
  • Nach Ablauf des Monats, in dem das Kind 18 Jahre alt wird, reduziert sich die Steuerlast um 41,68 Euro monatlich (500 Euro pro Jahr).

Der Familienbonus Plus steht so lange zu, solange Familienbeihilfe (auch erhöhte Familienbeihilfe) bezogen wird.

Beantragung des Familienbonus Plus

Es gibt zwei Möglichkeiten, den Familienbonus Plus zu beantragen:

Als Antragsberechtigte für den Familienbonus Plus kommen in Frage:

  • Die/der Familienbeihilfenberechtigte
  • Der (Ehe-)Partner der/des Familienbeihilfenberechtigten
  • Die/der Unterhaltsverpflichtete, die/der für das Kind den gesetzlichen Unterhalt leistet und der/dem ein Unterhaltsabsetzbetrag zusteht 

Aufteilung des Familienbonus Plus bei (Ehe-)Partnern

(Ehe-)Partner können den Familienbonus Plus untereinander aufteilen. Entweder eine Person beansprucht den Familienbonus Plus in voller Höhe (1.500 Euro bzw. 500 Euro) oder der Betrag wird zwischen den (Ehe-)Partnern aufgeteilt (750/750 Euro bzw. 250/250 Euro).

Die wahlweise Aufteilung kann für jedes Kind individuell in Anspruch genommen werden. Daher können beispielsweise Mutter und Vater für das erste Kind jeweils die Hälfte beantragen, während für das zweite Kind der gesamte Familienbonus Plus vom Vater beantragt wird.

Idealerweise sollte, wenn ein Elternteil weniger als 1.700 Euro brutto verdient, der Elternteil mit dem höheren Einkommen den Familienbonus beantragen, da er auch mehr Steuern zahlt und den Familienbonus voll ausschöpfen kann.

Wenn der Familienbonus Plus in einem insgesamt zu hohen Ausmaß beansprucht wird, kommt es zu einer verpflichtenden 50:50-Aufteilung.

Aufteilung des Familienbonus Plus bei getrenntlebenden Eltern

Der Familienbonus Plus kann auch aufgeteilt werden, wenn die Eltern getrennt leben. In diesem Fall können ihn die/der Familienbeihilfenberechtigte und der Elternteil, der für das Kind Unterhalt zahlt, in Anspruch nehmen. Für die Unterhaltsverpflichtete/den Unterhaltsverpflichteten ist die Höhe des Familienbonus Plus von der Leistung des gesetzlichen Unterhalts abhängig. Nur für jene Monate, für die ein Unterhaltsabsetzbetrag zusteht, kann auch der Familienbonus Plus beansprucht werden.

Bei getrenntlebenden Eltern kann der Familienbonus Plus ebenfalls jeweils zur Hälfte berücksichtigt werden (750/750 Euro bzw. 250/250 Euro).

Für Kinder von getrenntlebenden Eltern ist für die Veranlagungsjahre 2019 bis 2021 eine weitere Aufteilungsmöglichkeit vorgesehen. Diese Aufteilungsvariante kann nur in jenen Ausnahmefällen getrenntlebender Eltern zum Einsatz kommen, in denen ein Elternteil überwiegend für die Kinderbetreuungskosten aufkommt und mindestens 1.000 Euro pro Jahr an Kinderbetreuungskosten für dieses Kind leistet. Der Elternteil, der diese Voraussetzungen erfüllt, kann, sofern das Kind das 10. Lebensjahr noch nicht vollendet hat, 90 Prozent des zustehenden Familienbonus Plus in Anspruch nehmen. Dies entspricht einer Aufteilung im Verhältnis 1.350 Euro zu 150 Euro. Durch die Übergangsfrist soll eine Anpassung an die geänderten Rahmenbedingungen erleichtert werden. Diese Aufteilungsvariante kann ausschließlich im Nachhinein im Zuge der Arbeitnehmerveranlagung bzw. Einkommensteuererklärung geltend gemacht werden.

Wenn der Familienbonus Plus in einem insgesamt zu hohen Ausmaß beansprucht wird, kommt es immer zu einer verpflichtenden 50:50-Aufteilung.

Kindermehrbetrag

Alle Alleinverdienerinnen/Alleinverdiener und Alleinerzieherinnen/Alleinerzieher, die so wenig verdienen, dass sie kaum bzw. gar keine Lohn- oder Einkommensteuer zahlen, erhalten ab 1. Jänner 2019 statt dem Familienbonus Plus eine steuerliche Entlastung von jedenfalls 250 Euro pro Kind pro Jahr (Kindermehrbetrag).

Der sogenannte Kindermehrbetrag steht zu, wenn

  • Anspruch auf den Alleinverdiener- oder Alleinerzieherabsetzbetrag besteht,
  • ein Kind vorhanden ist, für das mehr als sechs Monate im Jahr der Kinderabsetzbetrag bezogen wird, und
  • die Einkommensteuer vor Berücksichtigung aller zustehenden Absetzbeträge unter 250 Euro ausmacht.

Die Höhe des Kindermehrbetrages ergibt sich aus der Differenz zwischen der Steuer vor Absetzbeträgen (Steuer gemäß Einkommensteuertarif) und 250 Euro. Bei der Berechnung der Höhe der Erstattung werden somit der Familienbonus Plus und die sonstigen Absetzbeträge (Alleinverdiener-/Alleinerzieherabsetzbetrag, Verkehrsabsetzbetrag etc.) nicht berücksichtigt.

Wenn beispielsweise die Tarifsteuer vor Berücksichtigung der Absetzbeträge 150 Euro beträgt, steht ein Kindermehrbetrag von 100 Euro zu. Die/der Steuerpflichtige wird durch den ebenfalls zustehenden Familienbonus Plus, der in Höhe von 150 Euro geltend gemacht werden kann und die Steuer somit auf null reduziert, und den Kindermehrbetrag in Höhe von 100 Euro insgesamt in Höhe von 250 Euro entlastet.

Wird für 330 oder mehr Tage im Jahr Arbeitslosengeld/Notstandshilfe/Mindestsicherung oder eine Leistung aus der Grundversorgung bezogen, steht der Kindermehrbetrag nicht zu.

Der Kindermehrbetrag kann nur nach Ablauf des Kalenderjahres im Rahmen der Arbeitnehmerveranlagung bzw. Einkommensteuererklärung berücksichtigt werden.

Rechtsgrundlagen

Einkommensteuergesetz

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HINWEIS
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Stand: 14.12.2018
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Abgenommen durch:
HELP-Redaktion