Anfechtung der Kündigung

Allgemeine Informationen

Einen speziellen Kündigungsschutz für ältere Arbeitnehmerinnen/ältere Arbeitnehmer gibt es in Österreich nicht. Sie können Ihre Kündigung jedoch wegen Sozialwidrigkeit anfechten und zwar unabhängig davon, ob der Betrieb einen Betriebsrat hat oder nicht.

Gibt es im Betrieb einen Betriebsrat und hat dieser der Kündigung ausdrücklich widersprochen, so hat er das primäre Anfechtungsrecht. Daher muss in diesem Fall die Arbeitnehmerin/der Arbeitnehmer vom Betriebsrat die Bekämpfung der Kündigung verlangen.

Das Ziel der Anfechtungsklage ist die Weiterbeschäftigung.

Voraussetzungen

Sie müssen mindestens sechs Monate in dem Betrieb beschäftigt gewesen sein und aufgrund Ihres Alters härter als andere Mitarbeiterinnen/Mitarbeiter von der Kündigung betroffen sein.

Fristen

Die gekündigte Arbeitnehmerin/der gekündigte Arbeitnehmer muss die Anfechtungsklage grundsätzlich innerhalb von zwei Wochen ab Zugang der Kündigung einbringen.

Ausnahme: Wenn der Betriebsrat primär anfechtungsberechtigt ist, so muss dieser die Kündigung innerhalb einer Woche ab Verständigung vom Ausspruch der Kündigung anfechten. Nur wenn der Betriebsrat das nicht macht, kann die Arbeitnehmerin/der Arbeitnehmer selbst die Kündigung innerhalb von zwei Wochen ab Ablauf der für den Betriebsrat geltenden Frist anfechten.

Zuständige Stelle

Das zuständige Arbeits- und Sozialgericht

Zusätzliche Informationen

Als ältere Arbeitnehmerinnen/ältere Arbeitnehmer gelten gemeinhin Personen ab 45 Jahren. Das Gesetz definiert jedoch nicht genau, ab welchem Alter eine Kündigung als sozialwidrig einzustufen ist. Ob eine Kündigung als sozialwidrig einzustufen ist, hängt daher von den Umständen des Einzelfalls ab und kann hier nicht allgemeingültig dargestellt werden. Wenden Sie sich deshalb, bevor Sie eine Kündigung anfechten, in jedem Fall an die zuständige Arbeiterkammer Ihres Bundeslandes. Dort können Sie klären, ob eine Anfechtung in Ihrem Fall Aussicht auf Erfolg hat, und Sie erhalten Beratung und Unterstützung im weiteren Vorgehen.

Rechtsgrundlagen

§ 105 Arbeitsverfassungsgesetz (ArbVG)
Stand: 07.06.2017
Hinweis
Abgenommen durch:
Bundeskanzleramt – HELP-Redaktion
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