Hilfe zu "Gebärdensprachvideo" Deutsch | English

Trickbetrug

Trickbetrügerinnen/Trickbetrüger versuchen an Bargeld und Wertgegenstände zu kommen, indem Sie sich beispielsweise als Verwandte ausgeben oder sich unter Vorspiegelung falscher Tatsachen Zutritt zu Wohnungen verschaffen. Meistens werden dabei die folgenden Tricks angewandt.

"Neffen-", "Nichten-" oder "Enkeltrick"

Die Betrügerin/der Betrüger ruft vorwiegend bei älteren allein lebenden Personen an und gibt sich als Verwandte/Verwandter aus. Sie/er nennt seinen Namen nicht selbst, sondern lässt die Angerufene/den Angerufenen raten und wählt dann einen der genannten Namen aus. Danach erzählt sie/er von einer angeblichen Notsituation, in der sie/er rasch einen bestimmten Geldbetrag benötigt. Sie/er verspricht, das Geld innerhalb kurzer Zeit wieder zurückzugeben. Das Geld lässt sie/er von einer Botin/einem Boten abholen, da sie/er selbst wegen wichtiger Termine keine Zeit dazu hat. Wenn die Angerufene/der Angerufene behauptet, derzeit nicht so viel Geld im Haus zu haben, wird sie/er unter Druck gesetzt, sofort zur Bank zu gehen und das Geld abzuheben.

Die Betrügerinnen/Betrüger setzen ihre Opfer auch moralisch unter Druck ihnen zu helfen, indem sie beispielsweise behaupten, ihnen selbst schon oft geholfen zu haben und meinen, dass es nun an der Zeit wäre, für ihre Hilfe eine Gegenleistung zu bekommen.

In vielen Fällen haben ältere Menschen bereits ihre gesamten Lebensersparnisse auf diese Art an Betrügerinnen/Betrüger verloren.

Was Sie tun können, wenn Sie einen derartigen Anruf erhalten:

  • Formulierungen wie "Rate mal, wer hier spricht!" oder "Erkennst du mich denn nicht?" sollten Sie stutzig machen. Lassen Sie sich auf kein Namenraten ein, sondern verlangen Sie, dass die Anruferin/der Anrufer von sich aus ihren/seinen Namen nennt. Wenn es sich wirklich um eine Ihnen nahestehende Person handelt, wird sie Ihrer Bitte nachkommen.
  • Auch wenn die Anruferin/der Anrufer von sich aus ihren/seinen Namen genannt hat und Sie um Geld bittet, sollten Sie erst vorsichtig sein. Vergewissern Sie sich, ob es sich bei der Anruferin/dem Anrufer wirklich um eine bestimmte Verwandte/einen bestimmten Verwandten handelt (z.B. indem Sie sie/ihn etwas Persönliches fragen, das nur die betreffende Person wissen kann). Noch besser ist es, das Gespräch zu beenden und die Verwandte/den Verwandten unter ihrer/seiner Ihnen bekannten Nummer zurückzurufen. Nur so können Sie feststellen, ob die Identität der Anruferin/des Anrufers stimmt.
  • Wenn Sie der Anruferin/dem Anrufer bereits Ihre Hilfe zugesagt haben, Ihnen danach aber Zweifel kommen, rufen Sie die Polizei (Telefonnummer 133 oder 112). Diese wird Ihnen erklären, wie Sie sich weiter verhalten sollen und eventuell versuchen, die Betrügerin/den Betrüger bei der Geldübergabe zu stellen.
  • Sind Sie Opfer eines Trickbetruges geworden, verständigen Sie die Polizei unter der Notrufnummer 133 oder 112.

Falsche Handwerkerinnen/falsche Handwerker bzw. falsche Amtspersonen

Die Betrügerinnen/die Betrüger geben sich als Handwerkerinnen/Handwerker, die beispielsweise eine kaputte Heizung reparieren wollen, bzw. als Stromableserinnen/Stromableser des Energieversorgers aus. Während eine/einer sich an der Heizung oder dem Stromzähler zu schaffen macht und Sie ablenkt, durchsucht die Komplizin/der Komplize die Wohnung nach Wertgegenständen.

Neben dem "Handwerkertrick" geben manche Betrügerinnen/Betrüger auch vor, eine Umfrage für eine bestimmte Behörde durchzuführen, im Auftrag der Bank Falschgeld zu überprüfen, Spenden für wohltätige Zwecke zu sammeln oder Ihre bei einer Behörde gespeicherten Daten überprüfen zu müssen. Mitunter geben Sie sich sogar als Polizistinnen/Polizisten aus.

Was Sie tun sollten, wenn Handwerkerinnen/Handwerker, Amtspersonen etc. bei Ihnen läuten:

  • Öffnen Sie Fremden niemals sofort die Türe – verwenden Sie immer die Gegensprechanlage, sehen Sie immer zuerst durch den Türspion oder öffnen Sie nur mit vorgelegter Sicherheitskette.
  • Handwerkerinnen/Handwerker sollten Sie nur hereinlassen, wenn Sie sie selbst bestellt haben oder Sie Ihnen von der Hausverwaltung angekündigt wurden. Fragen Sie im Zweifelsfall bei der Hausverwaltung nach, bevor Sie jemanden in Ihre Wohnung lassen.
  • Auch echte Handwerkerinnen/Handwerker, die Sie bestellt haben, sollten sich nicht unbeaufsichtigt in einem Zimmer aufhalten können. Bei geplanten Terminen können Sie zur Sicherheit eine Vertrauensperson hinzuziehen.
  • Von Amtspersonen (auch wenn diese in Uniform erscheinen), Gas- und Stromableserinnen/Stromablesern, Spendensammlerinnen/Spendensammlern etc. sollten Sie immer einen Dienstausweis verlangen. Gas- oder Stromablesetermine werden üblicherweise vorher schriftlich angekündigt. Wenn Sie keine derartige Verständigung erhalten haben oder Sie Zweifel an der Echtheit eines Dienstausweises haben, fragen Sie unbedingt bei der zuständigen Dienststelle nach. Lassen Sie sich dafür auch den Namen oder die Dienstnummer der Person geben.
  • Bewahren Sie wichtige Telefonnummern gleich neben dem Telefon auf. Wenn Sie bei einer Dienststelle nachfragen wollen, sollten Sie auch ein Telefonbuch zur Hand haben und die Nummer selbst heraussuchen.
  • Wenn Sie unsicher sind, können Sie wenn möglich auch eine Nachbarin/einen Nachbarn telefonisch hinzuziehen. Oder bitten Sie die unbekannten Besucherinnen/Besucher, später, wenn Sie eine Vertrauensperson hinzugezogen haben, wiederzukommen.
  • Versuchen Sie, sich das Aussehen der Personen so gut wie möglich einzuprägen, damit Sie eine genaue Personenbeschreibung abgeben können. Achten Sie auf Besonderheiten im Aussehen, in der Sprache oder in der Kleidung der Täterinnen/der Täter.
  • Sind Sie Opfer eines Trickbetruges geworden, verständigen Sie die Polizei unter der Notrufnummer 133 oder 112.
Nicht immer laufen Trickdiebstähle so glimpflich ab, dass die Opfer erst im Nachhinein einen Diebstahl bemerken. Denken Sie daran, dass die Betrügerinnen/Betrüger eventuell nicht davor zurückschrecken, Gewalt anzuwenden, wenn sie von sich aus keine Wertgegenstände oder Bargeld finden können. Wenn Sie sie bereits in Ihre Wohnung oder in Ihr Haus gelassen haben, sind Sie ihnen schutzlos ausgeliefert!

Bitte um Hilfe

Ein häufiger Trick, mit dem sich Betrügerinnen/Betrüger Zugang zu Wohnungen verschaffen, ist die Bitte um ein Glas Wasser, um Schreibzeug, um Wechselgeld oder um Hilfe bei gesundheitlichen Problemen. Während Sie der Bitte nachkommen, kann die besagte Person Sie ablenken und ihre Komplizinnen/Komplizen einstweilen die Wohnung nach Wertsachen durchsuchen.

Vorsicht ist auch bei fremden Personen geboten, die sich als Nachbarinnen/Nachbarn ausgeben und behaupten, sich aus der Wohnung ausgesperrt zu haben und bei Ihnen telefonieren zu wollen.

Was Sie tun können, wenn jemand Sie um Hilfe bittet und Sie nicht sicher sind, wie Sie die Person einschätzen sollen:

  • Öffnen Sie niemals Fremden sofort die Türe – verwenden Sie die Gegensprechanlage, sehen Sie immer zuerst durch den Türspion oder öffnen Sie nur mit vorgelegter Sicherheitskette.
  • Auch wenn Sie jemand um Schreibzeug, ein Glas Wasser oder Ähnliches bittet, sollten Sie die Türe niemals ganz öffnen. Kleine Gegenstände können Sie auch bei vorgelegter Sicherheitskette durchreichen.
  • Wenn jemand bei gesundheitlichen Problemen oder einem angeblichen Notfall um Ihre Hilfe bittet, bieten Sie an, die Rettung (Telefonnummer 144) oder die Polizei (Telefonnummer 133 oder 112) zu rufen, aber lassen Sie niemanden in die Wohnung.
  • Wenn eine Ihnen unbekannte Nachbarin/ein Ihnen unbekannter Nachbar behauptet, sich ausgesperrt zu haben und Sie bittet, telefonieren zu dürfen, rufen Sie selbst einen Schlüsseldienst herbei.
  • Versuchen Sie, sich das Aussehen der Personen so gut wie möglich einzuprägen, damit Sie eine genaue Personenbeschreibung abgeben können. Achten Sie auf Besonderheiten im Aussehen, in der Sprache oder in der Kleidung der Täterinnen/der Täter.
  • Sind Sie Opfer eines Trickbetruges geworden, verständigen Sie die Polizei unter der Notrufnummer 133 oder 112.
Nicht immer laufen Trickdiebstähle so glimpflich ab, dass die Opfer erst im Nachhinein einen Diebstahl bemerken. Denken Sie daran, dass die Betrügerinnen/Betrüger eventuell nicht davor zurückschrecken, Gewalt anzuwenden, wenn sie von sich aus keine Wertgegenstände oder Bargeld finden können. Wenn Sie sie bereits in Ihre Wohnung oder in Ihr Haus gelassen haben, sind Sie ihnen schutzlos ausgeliefert!

Weitere Formen von Trickbetrug

Das Bundesministerium für Inneres bietet auf seinen Seiten Merkblätter zu weiteren häufigen Formen von Betrug und Diebstahl:

Auch das Internet wird von Betrügerinnen/Betrügern vermehrt für illegale Aktivitäten genutzt. Betrügerische Mails, das Ausspionieren von Passwörtern bzw. persönlichen Daten und Spam sind häufig genutzte Möglichkeiten, Internetnutzerinnen/Internetnutzern Schaden zuzufügen. Einen Überblick über die Themen, über die Sie als Internetnutzerin/Internetnutzer Bescheid wissen sollten, finden Sie im Thema "Internet sicher nutzen".

Stand: 01.01.2016
Hinweis .
Abgenommen durch:
Bundesministerium für Inneres

Bewertung

War diese Information hilfreich? Das Feld "War diese Information hilfreich?" muss ausgefüllt sein!