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Gewinnbenachrichtigungen, Werbefahrten und Haustürgeschäfte

Bestimmt haben Sie schon einmal eine Gewinnbenachrichtigung erhalten und konnten sich nicht erinnern, überhaupt an einem Gewinnspiel teilgenommen zu haben. Oder Sie haben vielleicht schon einen Anruf von einer Lotteriegesellschaft erhalten, bei dem Ihnen eine freundliche Dame zum Gewinn bei einer ausländischen Lotterie gratuliert.

Solche Gewinnzusagen sind ein beliebter Trick, um an Ihre persönlichen Daten, Ihre Kontonummer, Ihre Unterschrift oder Ihr Geld zu kommen. Meist müssen Sie bei derartigen Angeboten etwas tun, um Ihren Gewinn in Empfang zu nehmen – z.B. an einer Veranstaltung teilnehmen, eine Telefonnummer anrufen oder Ihre Kontodaten bekannt geben, damit Ihnen der Gewinn überwiesen werden kann. Besagte Veranstaltungen entpuppen sich meist als Verkaufsveranstaltungen, bei denen Sie unter Druck gesetzt werden, etwas zu kaufen, die Telefonnummern sind Mehrwertnummern, bei denen Sie für jeden Anruf mehr als den üblichen Tarif bezahlen müssen und die Kontodaten werden nicht für eine Überweisung verwendet, sondern um Geld von Ihrem Konto abzubuchen.

Vorsichtig sollten Sie auch sein, wenn Sie auf eine Werbe- oder "Kaffeefahrt" eingeladen werden. Derartige Angebote locken meist mit einem Ausflug und einem kostenlosen Mittagessen – für Sie und sogar für eine oder mehrere Begleitpersonen. Verbunden mit derartigen Ausflügen ist die Teilnahme an einer Werbeveranstaltung.

Zwar besteht bei diesen Werbeveranstaltungen nicht die Pflicht, etwas zu kaufen, die Verkäuferinnen/Verkäufer sind jedoch speziell ausgebildet, die Teilnehmerinnen/Teilnehmer mit manipulativen bzw. teils erpresserischen Methoden zum Kauf zu bewegen.

Nicht nur die Methoden, die auf Werbefahrten angewandt werden, bewegen sich am Rande der Legalität. Die Produkte selbst sind oft minderwertig und im Vergleich zu ihrer Qualität völlig überteuert.

Am besten ist es daher, Angebote von Werbeveranstaltungen einfach zu ignorieren und nicht daran teilzunehmen.

Ebenso ist Vorsicht geboten bei Vertreterinnen/Vertretern, die von Haus zu Haus gehen und Ihnen zwischen Tür und Angel Waren verkaufen wollen.

Für Verträge, die Sie außerhalb eines Unternehmens abschließen (also z.B. auf Werbefahrten, auf der Straße oder an Ihrer Haustür), gibt es laut Konsumentenschutzgesetz ein spezielles Rücktrittsrecht. Wenn Sie von einem derartigen Kauf zurücktreten möchten, wenden Sie sich am besten an den Verein für Konsumenteninformation (VKI) und lassen Sie sich diesbezüglich beraten.

Tipps für das Vorgehen bei Gewinnzusagen, Werbefahrten u.Ä.:

  • Unterschreiben Sie nichts, ohne es genau gelesen zu haben und lassen Sie sich nicht unter Druck setzen, eine Unterschrift zu leisten! Wenn Sie unsicher sind, sollten Sie Verträge zuerst von einer Vertrauensperson überprüfen lassen.
  • Geben Sie niemals am Telefon Ihre persönlichen Kontodaten bekannt, auch wenn die Gewinnversprechungen noch so verlockend klingen.
  • Wenn Sie an einer Werbeverkaufsveranstaltung teilnehmen, nehmen Sie eine Vertrauensperson mit. Lassen Sie sich nicht unter Druck setzen, einen Kaufvertrag zu unterschreiben. Verlassen Sie notfalls die Veranstaltung, wenn Sie unter Druck gesetzt werden.
  • Informieren Sie in jedem Fall die Polizei (Telefonnummer 133 oder 112), wenn Sie denken, dass jemand versucht hat, Sie zu betrügen.

Rechtsgrundlagen

Konsumentenschutzgesetz (KSchG)

Stand: 01.01.2016
Hinweis .
Abgenommen durch:
Bundesministerium für Inneres

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