Kündigung eines Mietvertrags durch den Mieter

Bei der Kündigung eines Mietvertrags muss neben der Befristung von Mietverträgen beachtet werden, ob das Mietverhältnis unter das Mietrechtsgesetz (Vollanwendungsbereich oder Teilanwendungsbereich) fällt oder nicht. 

Die Kündigung eines Mietvertrags sollte zur Sicherheit mit einem eingeschriebenen Brief mit Rückschein erfolgen.

Befristeter Mietvertrag

Im Falle eines befristeten Haupt- oder Untermietvertrages über eine Wohnung kann die Mieterin/der Mieter oder die Untermieterin/der Untermieter im Voll- und Teilanwendungsbereich des Mietrechtsgesetzes

  • nach Ablauf eines Jahres der ursprünglich vereinbarten oder verlängerten Dauer des Mietverhältnisses den Mietvertrag vor Ablauf der Zeit 
  • jeweils zum Monatsletzten 
  • gerichtlich oder schriftlich
  • unter Einhaltung einer dreimonatigen Kündigungsfrist – somit frühestens zum Ende des 16. Monats –

kündigen.

BEISPIEL
Frau A hat einen befristeten Mietvertrag und lebt seit über einem Jahr in ihrer Wohnung. Sie möchte am 31. Dezember ausziehen. Ihre Kündigung muss daher bis zum 30. September beim Vermieter einlangen.

Fällt das Mietverhältnis nicht unter das Mietrechtsgesetz, so endet der Mietvertrag grundsätzlich erst mit dem Ablauf der Befristung. Für eine vorzeitige Beendigung ist ein wichtiger Grund Voraussetzung (z.B. wenn die Wohnung nicht mehr ordentlich bewohnbar ist). 

Unbefristeter Mietvertrag

Auch bei einem unbefristeten Mietvertrag muss die Mieterin/der Mieter gerichtlich oder schriftlich kündigen. Die Kündigungsfrist beträgt in der Regel einen Monat. Kündigungstermin ist in der Regel der Monatsletzte. Es muss jedoch auf jeden Fall überprüft werden, was im jeweiligen Mietvertrag vereinbart wurde.

BEISPIEL
Im unbefristeten Mietvertrag wurde eine Kündigungsfrist von einem Monat vereinbart, und zwar jeweils zum Monatsletzten. Frau B möchte am 31. Dezember ausziehen. Ihre Kündigung muss daher bis zum 30. November beim Vermieter einlangen.

Rückzahlung der Kaution

Bei der Rückstellung der Wohnung an die Vermieterin/den Vermieter ist es ratsam, ein Übernahmeprotokoll anzufertigen. Im Übernameprotokoll wird die ordnungsgemäße Rückstellung der Wohnung bestätigt bzw. können Schäden dokumentiert werden. 

Wenn die Vermieterin/der Vermieter die ordnungsgemäße Rückstellung der Wohnung bestätigt hat, muss sie/er die Kaution unverzüglich zurückbezahlen. Wird die Kaution nicht zurückbezahlt, ist eine schriftliche Aufforderung zur Rückzahlung der Kaution unter Setzung einer Frist ratsam, bevor sie gerichtlich eingeklagt wird.

Zum Formular

Rechtsquellen

Stand: 09.08.2017
Hinweis
Abgenommen durch:
Bundesministerium für Justiz
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