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Kündigungsfristen und -termine

Unter Kündigungsfrist wird der Zeitraum zwischen dem Ausspruch der Kündigung und dem tatsächlichen Ende des Arbeitsverhältnisses verstanden.

Unter Kündigungstermin versteht man den Zeitpunkt der Auflösung des Arbeitsverhältnisses.

Die jeweiligen Fristen und Termine ergeben sich für Angestellte aus dem Angestelltengesetz (AngG) und für Arbeiterinnen/für Arbeiter, die unter die Gewerbeordnung (GewO) fallen, aus dieser, ansonsten aus dem Allgemeinen Bürgerlichen Gesetzbuch (ABGB), allenfalls aus dem jeweils anzuwendenden Kollektivvertrag und/oder Arbeitsvertrag.

Im Einzelnen bedeutet dies:

Angestellte:

Kündigungsfrist nach dem Angestelltengesetz
  • Für die Angestellte/für den Angestellten: Ein Monat
  • Für die Arbeitgeberin/für den Arbeitgeber
    • Im ersten und zweiten Dienstjahr: Sechs Wochen
    • Nach dem vollendeten zweiten Dienstjahr: Zwei Monate
    • Nach dem vollendeten fünften Dienstjahr: Drei Monate
    • Nach dem vollendeten 15. Dienstjahr: Vier Monate
    • Nach dem vollendeten 25. Dienstjahr: Fünf Monate

Die Frist für die Angestellte/für den Angestellten kann durch Vereinbarung bis zu einem halben Jahr ausgedehnt werden. Jedoch darf die von der Arbeitgeberin/vom Arbeitgeber einzuhaltende Frist nicht kürzer sein als die mit der Angestellten/dem Angestellten vereinbarte Kündigungsfrist.

Kündigungstermin nach dem Angestelltengesetz
  • Für Angestellte: Der Monatsletzte
  • Für Arbeitgeberinnen/Arbeitgeber: Das Quartalsende
    Eine vertragliche Vereinbarung für den 15. oder Monatsletzten ist zulässig

Arbeiter, die der Gewerbeordnung unterliegen:

Kündigungsfrist
  • Für Arbeiterinnen/Arbeiter und Arbeitgeberinnen/Arbeitgeber: 14 Tage
HINWEIS
Im Gegensatz zum Angestelltengesetz kann die 14-tägige Kündigungsfrist für Arbeiterinnen/Arbeiter im Kollektivvertrag, in einer Betriebsvereinbarung oder im Einzelvertrag auch zu Ungunsten der Arbeiterin/des Arbeiters geändert werden. Jedenfalls muss die Kündigungsfrist für die Arbeitgeberin/den Arbeitgeber und für die Arbeitnehmerin/den Arbeitnehmer gleich sein. Viele Kollektivverträge sehen auch Kündigungstermine (z.B. zum Ende der Arbeitswoche) vor.

Für alle Arbeitnehmerinnen/Arbeitnehmer, die nicht unter die Gewerbeordnung bzw. unter das Angestelltengesetz oder sonstige Sondergesetze (z.B.Journalistengesetz, Gutsangestelltengesetz, Theaterarbeitsgesetz, Landarbeitsgesetz) fallen, sieht das Allgemeine Bürgerliche Gesetzbuch (ABGB) folgende Regelungen vor:

  • Arbeitsverhältnis, das Dienste nicht höherer Art zum Gegenstand hat
    • Das Entgelt bemisst sich nach Stunden oder Tagen, nach Stück oder Einzelleistung: Kündigung jederzeit für den folgenden Tag zulässig
    • Das Entgelt bemisst sich nach Wochen oder das Arbeitsverhältnis nimmt die Arbeitnehmerin/den Arbeitnehmer hauptsächlich in Anspruch und es dauert länger als drei Monate: Kündigung ist am ersten Werktag für den Schluss der Kalenderwoche zulässig
  • Arbeitsverhältnis, das Dienste höherer Art zum Gegenstand hat
    • Das Arbeitsverhältnis nimmt die Arbeitnehmerin/den Arbeitnehmer hauptsächlich in Anspruch und es dauert schon drei Monate: Kündigungsfrist mindestens vier Wochen

In allen anderen Fällen: Kündigungsfrist mindestens 14 Tage.

ACHTUNG
Liegt eine termin- bzw. fristwidrige Kündigung vor, d.h. wurde die gesetzliche (vertragliche) Kündigungsfrist bzw. der Kündigungstermin nicht eingehalten, steht eine Kündigungsentschädigung zu, welche jedoch binnen sechs Monaten gerichtlich geltend zu machen ist.

Rechtsgrundlagen

Stand: 01.01.2016
Hinweis .
Abgenommen durch:
Bundesministerium für Arbeit, Soziales und Konsumentenschutz

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