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Entgeltfortzahlung bei Krankheit

Ist die Arbeitnehmerin/der Arbeitnehmer nach Arbeitsantritt durch Krankheit oder Unglücksfall an der Arbeitsleistung verhindert, ohne dies vorsätzlich oder durch grobe Fahrlässigkeit verschuldet zu haben, hat sie/er Anspruch auf Entgeltfortzahlung für sechs Wochen.

Der Entgeltfortzahlungsanspruch erhöht sich je nach Dauer des Arbeitsverhältnisses auf bis zu zwölf Wochen. Durch jeweils weitere vier Wochen behält die Arbeitnehmerin/der Arbeitnehmer den Anspruch auf das halbe Entgelt.

Bei Wiedererkrankung innerhalb eines Arbeitsjahres bestehen unterschiedliche Regelungen für Arbeiterinnen/Arbeiter einerseits bzw. für Angestellte andererseits.

Arbeiterinnen/Arbeiter haben bei neuerlicher Krankheit innerhalb eines Arbeitsjahres Anspruch auf Entgeltfortzahlung nur insoweit, als dieser noch nicht durch die bisherigen Krankenstände ausgeschöpft ist. Wird hingegen eine Angestellte/ein Angestellter innerhalb eines halben Jahres nach Wiederantritt der Arbeit abermals krank, kommt zunächst der nicht ausgeschöpfte Grundanspruch zur Auszahlung. Danach besteht der Anspruch auf die Hälfte des Grundanspruchs. Sind seit dem Wiederantritt der Arbeit durch den Angestellten oder die Angestellte sechs Monate vergangen, lebt der volle Grundanspruch wieder auf.

Nach dem Entgeltfortzahlungszeitraum steht Krankengeld aus der Sozialversicherung zu.

Bei Bezahlung des halben Lohns/Gehalts aufgrund von arbeitsrechtlichen Ansprüchen ruht die eine Hälfte des Krankengeldes, d.h. es besteht Anspruch auf 50 Prozent des ursprünglichen Betrages aus der Sozialversicherung.

HINWEIS
Im Falle eines Arbeitsunfalls oder einer Berufskrankheit besteht der Anspruch der Arbeiterinnen/der Arbeiter auf Entgeltfortzahlung ohne Rücksicht auf andere Zeiten einer Arbeitsverhinderung bis zur Dauer von acht Wochen pro Anlassfall. Dieser Anspruch erhöht sich auf zehn Wochen, wenn das Arbeitsverhältnis ununterbrochen 15 Jahre gedauert hat. Bei Angestellten erhöht sich der Entgeltfortzahlungsanspruch von sechs auf höchstens acht Wochen.
Stand: 01.01.2016
Hinweis .
Abgenommen durch:
Bundesministerium für Arbeit, Soziales und Konsumentenschutz

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