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Krankengeld

Allgemeine Informationen

Krankengeld hat den Zweck, Lohnausfälle wegen Erkrankungen zu verhindern bzw. zu minimieren.

Bei der Erkrankung einer Arbeitnehmerin/eines Arbeitnehmers muss die Arbeitgeberin/der Arbeitgeber in der Regel für einen gewissen Zeitraum das volle Entgelt bezahlen, danach das halbe. Der Anspruch auf Krankengeld ruht, solange die Versicherte/der Versicherte gegenüber der Arbeitgeberin/dem Arbeitgeber Anspruch auf Entgeltfortzahlung von mehr als 50 Prozent der vollen Geld- und Sachbezüge hat. Besteht Anspruch auf Fortbezug von 50 Prozent der vollen Geld- und Sachbezüge, so ruht das Krankengeld zur Hälfte. Erhält die Arbeitnehmerin/der Arbeitnehmer weniger als die Hälfte des Entgelts, so gebührt ihr/ihm das Krankengeld in voller Höhe.

HINWEIS
Der Anspruch auf Entgeltfortzahlung bei Krankheit durch die Arbeitgeberin/den Arbeitgeber bei Arbeitsunfähigkeit der Arbeitnehmerin/des Arbeitnehmers ist arbeitsrechtlich geregelt, z.B. im Angestelltengesetz oder Entgeltfortzahlungsgesetz.

Anspruch auf Krankengeld haben folgende Personengruppen:

Dies gilt auch für Personen, die neben einer bestehenden Vollversicherung eine oder mehrere geringfügige Beschäftigungen ausüben sowie für mehrfach geringfügig Beschäftigte, deren monatliches Einkommen die Geringfügigkeitsgrenze übersteigt.

Höhe des Krankengelds

Die Höhe des Krankengelds wird bestimmt durch

  • die Bemessungsgrundlage und
  • die Dauer der Arbeitsunfähigkeit.

Die Bemessungsgrundlage für das Krankengeld ist das sozialversicherungspflichtige Bruttoentgelt jenes Kalendermonats, das vor dem Ende des vollen Entgeltanspruches gebührte. Sonderzahlungen werden in Form eines prozentuellen Zuschlags berücksichtigt.

Ab dem vierten Tag der Arbeitsunfähigkeit wird das Krankengeld als gesetzliche Mindestleistung im Ausmaß von 50 Prozent der Bemessungsgrundlage für den Kalendertag gewährt. Ab dem 43. Tag einer mit Arbeitsunfähigkeit verbundenen Erkrankung erhöht sich das Krankengeld auf 60 Prozent der Bemessungsgrundlage für den Kalendertag.

Geringfügig Beschäftigte, die eine Selbstversicherung nach § 19a ASVG abgeschlossen haben, erhalten ab dem vierten Tag der Arbeitsunfähigkeit einen täglichen Fixbetrag (Wert für 2016: 4,98 Euro).

Für die ersten drei Tage einer Arbeitsunfähigkeit gebührt kein Krankengeld. In diesem Zeitraum haben Arbeitnehmerinnen/Arbeitnehmer allerdings in der Regel Anspruch auf Entgeltfortzahlung.

HINWEIS
Bitte beachten Sie, dass das Krankengeld nur als teilweiser Ersatz des entfallenden Arbeitsverdienstes anzusehen ist.

Dauer des Anspruchs auf Krankengeld

  • Das Krankengeld wird grundsätzlich bis zu einer Dauer von 26 Wochen gewährt.
  • Diese Anspruchsdauer erhöht sich auf 52 Wochen, wenn die Versicherten innerhalb der letzten zwölf Monate vor Eintritt des Versicherungsfalles sechs Monate versichert waren.
  • Durch die Satzung des zuständigen Krankenversicherungsträger kann die Dauer des Krankengeldanspruchs auf bis zu 78 Wochen erhöht werden. Von dieser Möglichkeit haben einzelne Krankenversicherungsträger Gebrauch gemacht.
  • Das Krankengeld gebührt jedoch längstens bis zum Ende des Kalendermonats, in dem ein Bescheid über die Zuerkennung einer Pension oder eine Verständigung über die Gewährung eines Vorschusses auf eine Pension aus eigener Pensionsversicherung bzw. über die Gewährung einer vorläufigen Leistung zugestellt worden ist.
HINWEIS
Seit 1. Jänner 2013 gibt es eine Unterstützungsleistung bei lang andauernder Krankheit für selbstständig Erwerbstätige. Nähere Informationen dazu finden sich im Kapitel "Krankengeld für Selbstständige" auf USP.gv.at.

Zuständige Stelle

Der jeweilige Krankenversicherungsträger

Zusätzliche Informationen

Rechtsgrundlagen

Stand: 01.07.2016
Hinweis .
Abgenommen durch:
Bundesministerium für Gesundheit und Frauen

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