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Namensänderung von Minderjährigen

Allgemeine Informationen

Minderjährige Personen, ob ehelich oder unehelich, haben das Recht auf Änderung ihres Familien- oder Vornamens.

Die Änderung des Familiennamens einer Minderjährigen/eines Minderjährigen muss je nach Grund entweder im Wege einer Namensbestimmung am Standesamt oder als behördliche Namensänderung bei der Bezirksverwaltungsbehörde erfolgen. Die Namensbestimmung bzw. Namensänderung von über 14-jährigen Personen bedarf deren persönlicher Antragstellung.

Namensbestimmung am Standesamt

Die Änderung des Familiennamens einer Minderjährigen/eines Minderjährigen im Wege einer Namensbestimmung am Standesamt (siehe Zuständige Stelle) kann beispielsweise folgende Gründe haben:

  • Die Minderjährige/der Minderjährige will den Familiennamen ihrer/seiner Eltern oder eines Elternteils erhalten
  • Die Minderjährige/der Minderjährige will den Familiennamen einer Person erhalten, von der sie/er ihren/seinen Familiennamen abgeleitet hat und deren Familiennamen geändert worden ist oder dessen Änderung beantragt ist

Ändert sich der Name eines Elternteils (z.B. durch Eheschließung, Wiederannahme eines früheren Familiennamens oder Namensänderung) oder die Person eines Elternteils (Vaterschaftsfeststellung oder -anerkennung, Adoption), kann der Familienname eines Kindes durch die mit der Pflege und Erziehung betrauten Personen nun am Standesamt erklärt werden, ein Namensänderungsverfahren ist für solche Fälle nicht mehr vorgesehen.

HINWEIS
Ändert sich durch die nachträgliche Hochzeit der Eltern auch der Familiennamen der minderjährigen Person, muss eine neue Geburtsurkunde für die Minderjährige/den Minderjährigen beantragt werden.
Hat sich der Familiennamen der minderjährigen Person durch die nachträgliche Heirat der Eltern nicht geändert, muss auch keine neue Geburtsurkunde ausgestellt werden. Das gilt auch für den Fall, dass sich durch die nachträgliche Hochzeit der Familienname eines Elternteiles geändert hat und der Familiennamen eines Elternteils dadurch anders lautet, als jener der auf der Geburtsurkunde der minderjährigen Person angegeben ist.

Namensänderungsverfahren bei der Bezirksverwaltungsbehörde

Die Änderung des Familiennamens einer Minderjährigen/eines Minderjährigen im Wege eines Namensänderungsverfahrens bei der Bezirksverwaltungsbehörde (siehe Zuständige Stelle) kann beispielsweise folgenden Grund haben:

  • Die Minderjährige/der Minderjährige will den Familiennamen der Person erhalten, der die Obsorge für sie/ihn zukommt oder in deren Pflege sie/er sich befindet und es ist bereits eine Namensbestimmung erfolgt, sofern das Pflegeverhältnis nicht nur für kurze Zeit beabsichtigt ist

10- bis 14-Jährige haben ein Anhörungsrecht. Die Namensänderung von über 14-jährigen Personen bedarf deren persönlicher Zustimmung.

Kinder können auch Doppelnamen führen. Dieser darf aber höchstens aus zwei Teilen bestehen und muss durch einen Bindestrich getrennt werden.

Voraussetzungen

  • Der Antrag wird von der gesetzlichen Vertreterin/dem gesetzlichen Vertreter des Kindes gestellt
  • Das Kind ist österreichische Staatsbürgerin/österreichischer Staatsbürger, Staatenlose/Staatenloser (bzw. mit ungeklärter Staatsangehörigkeit) mit Wohnsitz in Österreich oder Flüchtling mit Wohnsitz bzw. gewöhnlichem Aufenthalt in Österreich
HINWEIS
Die Namensbestimmung bzw. Namensänderung eines minderjährigen Kindes muss von einem Elternteil beantragt werden. Bei der Auswahl des Namens haben die Eltern einvernehmlich vorzugehen, sofern es sich um eine aufrechte Ehe handelt oder nach einer Scheidung bzw. bei Vaterschaftsanerkennung eine gemeinsame Obsorgepflicht besteht. Es genügt aber die Erklärung eines Elternteils, wenn er versichert, dass der andere Elternteil einverstanden ist oder das Einvernehmen nicht mit zumutbarem Aufwand erreicht werden kann. Wenn ein Elternteil die alleinige Obsorge für das Kind innehat, muss der andere Elternteil über die beantragte Namensbestimmung bzw. Namensänderung in Kenntnis gesetzt und dazu angehört werden.

Zuständige Stelle

Namensbestimmung:

Namensänderungsverfahren:

Die Bezirksverwaltungsbehörde des Wohnsitzes bzw. des gewöhnlichen Aufenthalts, bzw. des letzten Wohnsitzes oder gewöhnlichen Aufenthalts in Österreich:

  • Die Bezirkshauptmannschaft
  • In Statutarstädten: der Magistrat
    • In Wien: die Magistratsabteilung 26 (auch für Personen, die nie einen Wohnsitz bzw. gewöhnlichen Aufenthalt in Österreich gehabt haben)

Erforderliche Unterlagen

Kosten

Bei Vorliegen eines Grundes:

Für den Antrag

Zusätzlich

  • Beilagengebühren (fallen nur dann an, wenn dem Antrag Beilagen angeschlossen sind):
    • Mündlicher oder schriftlicher Antrag: 3,90 Euro pro Bogen
    • Elektronischer Antrag mit Bürgerkarte (z.B. Handy-Signatur): 2,30 Euro pro Bogen
Bei Fehlen eines Grundes ("Wunschname"):

Für den Antrag

Für die Bewilligung der Namensänderung

  • Bundesgebühr: 382,60 Euro
  • Bundesverwaltungsabgabe:
    • Generell: 163 Euro
    • Bei Rückführung in die ursprüngliche deutsche Namensform (soweit die Person diesen Namen bereits geführt hat): 54,50 Euro

Zusätzlich

  • Beilagengebühren (fallen nur dann an, wenn dem Antrag Beilagen angeschlossen sind):
    • Mündlicher oder schriftlicher Antrag: 3,90 Euro pro Bogen
    • Elektronischer Antrag mit Bürgerkarte (z.B. Handy-Signatur): 2,30 Euro pro Bogen
HINWEIS
Die Regelung, dass für die Erstausstellung von Schriften für ein Kind keine Bundesgebühren anfallen, sofern sie innerhalb von zwei Jahren ab der Geburt ausgestellt werden, betrifft unter Umständen auch die Namensbestimmung bzw. Namensänderung. Erkundigen Sie sich bitte bei der zuständigen Stelle.

Zusätzliche Informationen

Weitere konkrete Informationen und Auskünfte erteilt Ihnen die zuständige Behörde.

Ausführliche Informationen zum Vor- und Familiennamen eines Neugeborenen (Namensrecht) finden sich ebenfalls auf HELP.gv.at.

Rechtsgrundlagen

Stand: 18.01.2016
Hinweis .
Abgenommen durch:
Bundesministerium für Finanzen
Bundesministerium für Inneres

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