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Ablauf der Lehrausbildung (Berufsausbildung, Lehrabschluss)

Das Lehrverhältnis (die Lehrausbildung) beginnt mit dem Abschluss eines Lehrvertrags zwischen dem Lehrling und der Lehrberechtigten/dem Lehrberechtigten (das ist das Unternehmen, in dem der Lehrberuf erlernt wird).

Die Lehrausbildung ist in Österreich im "dualen System" organisiert, d.h. sie findet sowohl im Ausbildungsbetrieb als auch in der Berufsschule statt. Etwa 80 Prozent der Ausbildungszeit werden dabei im Lehrbetrieb verbracht, 20 Prozent in der Berufsschule. In manchen Branchen gibt es auch noch einen dritten Ausbildungsmittelpunkt (z.B. Bauakademien für Bauberufe).

Grundsätzlich müssen Lehrlinge für eine bestimmte Zeit in die Berufsschule gehen. Je nach Beruf gibt es eine Reihe von Fächern, die erfolgreich abgeschlossen werden müssen. Ziel der berufsschulischen Ausbildung ist es, die fachliche Ausbildung im Betrieb zu ergänzen, die Allgemeinbildung zu verbessern sowie – je nach angestrebtem Lehrberuf – fachorientierte Fremdsprachenkenntnisse zu fördern.

Es gibt drei Arten von Berufsschulen:

  • Ganzjährig, d.h. mindestens einmal wöchentlich an einem Tag
  • Lehrgangsmäßig, d.h. mindestens über acht Wochen hindurch
  • Saisonmäßig, d.h. geblockt in einer bestimmten Jahreszeit (z.B. bei Lehrberufen im Tourismus in der Nebensaison)
Berufsschulen für häufige Lehrberufe (beispielsweise Bürokauffrau/Bürokaufmann oder Bäckerin/Bäcker) gibt es in jedem Bundesland. Bei selten gewählten Lehrberufen gibt es nur wenige Berufsschulen in Österreich, diese bieten in der Regel einen Internatsbetrieb für Berufsschülerinnen/Berufsschüler aus anderen Teilen des Landes an.
HINWEIS
Informationen über Förderungsmöglichkeiten für pendelnde Lehrlinge befinden sich im Kapitel "Unterstützungen und Förderungen".

Seit Oktober 2015 seht das Programm "Coaching und Beratung für Lehrlinge und Lehrbetriebe" (lehre-statt-leere.at) österreichweit zur Verfügung. Dieses bietet Lehrlingen und Lehrbetrieben eine kostenlose Begleitung in allen Fragen der Ausbildung (bei Lehrlingen zusätzlich auch bei privaten Herausforderungen).

Nach erfolgreicher Beendigung der Lehrzeit kann die Lehrabschlussprüfung abgelegt werden, die zur vollständigen Ausübung des Berufes berechtigt.

Leistungsschwächere Jugendliche haben die Möglichkeit, im Rahmen der Berufsausbildung gemäß § 8b Berufsausbildungsgesetz (früher "Integrative Berufsausbildung") zu einem Lehrabschluss zu kommen.

Auch nachdem die Lehrausbildung erfolgreich abgeschlossen worden ist, können eine ganze Reihe von Weiterbildungsangeboten genutzt werden. Beispielsweise kann direkt danach eine Zusatz-Lehrabschlussprüfung in einem Lehrberuf desselben Berufsbereiches oder aufbauend eine Ausbildung zur Werkmeisterin/zum Werkmeister gemacht werden. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, eine Berufsreifeprüfung ("Lehre mit Matura") zu absolvieren, die zum Studium an einer Universität oder Fachhochschule berechtigt.

Stand: 01.07.2016
Hinweis .
Abgenommen durch:
Bundesministerium für Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft

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