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Allgemeines über die Organtransplantation in Österreich

Eine Organtransplantation ist in bestimmten Fällen schwerer Erkrankungen die einzige Behandlungsmöglichkeit für die Betroffenen, die deren Leben retten bzw. ihre Lebensqualität wesentlich verbessern kann.

Die österreichische Rechtslage zur Organspende folgt der sogenannten Widerspruchslösung. Diese besagt, dass eine Organentnahme bei einer potentiellen Spenderin/einem potentiellen Spender nach Feststellung des Hirntodes grundsätzlich zulässig ist, sofern der/die Verstorbene nicht schon zu Lebzeiten einer Organspende widersprochen hat.

Trotz einer im internationalen Vergleich hohen Anzahl an Organspenderinnen/Organspendern kommt es auch in Österreich vor, dass Menschen, die auf einer Organwarteliste stehen, sterben, bevor sie ein Spenderorgan erhalten.

In Österreich befanden sich, mit Stand 31. Dezember 2014, insgesamt 921 Personen auf Organwartelisten.

Der Vergleich zu den Vorjahren zeigt, dass diese Wartelisten langsam kürzer werden: Ende 2013 waren noch 988 Personen auf der Warteliste, Ende 2012 waren es 1.036 Personen.

Im Jahr 2014 wurden in Österreich insgesamt 813 Organe transplantiert, in der Reihenfolge der Häufigkeit handelte es sich dabei um die Organe Niere (446), Leber (142), Lunge (134), Herz (68), Bauchspeicheldrüse (21) und Hände (2).

Die Organe stammen zum großen Teil von Personen, bei denen der Hirntod festgestellt wurde, bestimmte Körperfunktionen (z.B. Atmung, Herzschlag) aber noch künstlich aufrecht erhalten werden. Insbesondere bei Nierentransplantationen bietet sich die Lebendspende als zusätzliche Möglichkeit an und wird immer häufiger genutzt. So entfielen im Jahr 2014 von den 446 Nierentransplantationen 71 auf Lebendspenden, was einem Anteil von fast 16 Prozent entspricht.

Organe dürfen nur freiwillig und unentgeltlich gespendet werden und dürfen nicht Gegenstand von Rechtsgeschäften sein, die auf Gewinn gerichtet sind. Lebendspenderinnen/Lebendspendern oder dritten Personen eine Spende, einen finanziellen Gewinn oder vergleichbare Vorteile zukommen zu lassen, ist ebenso verboten, wie sämtliche Formen des Organhandels.

Die gesetzlichen Regelungen zur Organtransplantation in Österreich wurden am 14. Dezember 2012 in einem einheitlichen Bundesgesetz, dem Organtransplantationsgesetz, zusammengefasst.

Rechtsgrundlagen

Organtransplantationsgesetz

Stand: 01.07.2016
Hinweis .
Abgenommen durch:
Bundesministerium für Gesundheit und Frauen

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