Allgemeines zur Korridorpension

Zur Ermöglichung eines selbstbestimmten Pensionsantrittes wurde mit der Pensionsharmonisierung 2005 ein Pensionskorridor geschaffen.

Ein Pensionsantritt kann damit auf Antrag in einem Korridor ab 62 Jahren erfolgen.

Die Korridorpension wird zu unterschiedlichen Zeitpunkten für folgende Personengruppen relevant:

  • Vor dem 1. Jänner 1955 geborene Männer
    Sie ist nur für Männer, die ab dem 1. Jänner 1944 geboren wurden, interessant, weil für diese das Antrittsalter für eine vorzeitige Alterspension über 62 liegt.
  • Ab dem 1. Jänner 1955 geborene Personen
    Sie ist vorerst nur für Männer relevant, weil das Anfallsalter der Frauen für die Alterspension noch bis 2028 unter 62 liegt, d.h. erst ab 2028 wird sie auch für Frauen bedeutend. Bis dahin können Frauen bereits vor 62 Jahren eine Alterspension oder eine vorzeitige Alterspension bei langer Versicherungsdauer in Anspruch nehmen.
  • Ab 1. Jänner 2005 erstmals Pensionsversicherte
    Für diese Personengruppe gelten die Bestimmungen des Allgemeinen Pensionsgesetzes (APG) uneingeschränkt. In den meisten Fällen wird hier der Pensionskorridor einen selbstbestimmten freiwilligen Pensionsantritt ermöglichen.
Anspruchsvoraussetzung:

Die Korridorpension kann ab 62 Jahren in Anspruch genommen werden, wenn

bei Stichtagen im Jahr 2015 mindestens 468 Versicherungsmonate,

bei Stichtagen im Jahr 2016 mindestens 474 Versicherungsmonate und

bei Stichtagen ab 2017 mindestens 480 Versicherungsmonate (40 Jahre) vorliegen.

Pensionswegfall

Zu einem Wegfall der Korridorpension kommt es, wenn während des Pensionsbezuges

  • eine Erwerbstätigkeit ausgeübt wird, die eine Pflichtversicherung in der gesetzlichen Pensionsversicherung (aufgrund unselbstständiger oder selbstständiger Tätigkeit) nach sich zieht. Die Pension fällt für die Dauer der Pflichtversicherung in der Pensionsversicherung weg.
  • eine sonstige Erwerbstätigkeit ausgeübt wird, die die Geringfügigkeitsgrenze von 425,70 Euro pro Monat übersteigt. Die Pension fällt für jeden Monat weg, in dem die Einkünfte die Geringfügigkeitsgrenze überschreiten.
  • selbstständig ein landwirtschaftlicher Betrieb geführt wird, dessen Einheitswert 2.400 Euro übersteigt

Zu einem Wiederaufleben der weggefallenen Korridorpension kommt es, wenn die oben genannten Punkte wegfallen.

Korridorpension und Arbeitslosenunterstützung

Hat eine Person die Voraussetzungen für die Korridorpension (62. Lebensjahr) bereits erfüllt, kann sie, wenn sie das letzte Dienstverhältnis nicht selbst gelöst bzw. die Auflösung des Arbeitsverhältnisses weder angestrebt noch verschuldet hat, noch für ein Jahr eine Leistung aus der Arbeitslosenversicherung erhalten. Nähere auf den konkreten Sachverhalt bezogene Auskünfte dazu sind bei der jeweils zuständigen regionalen Geschäftsstelle des AMS erhältlich. Damit ist die Freiwilligkeit der Korridorpension gewährleistet.

ACHTUNG
Arbeitslosenunterstützung wird jedoch längstens bis zur Erreichung der Anspruchsvoraussetzungen für die vorzeitige Alterspension bei langer Versicherungsdauer gewährt.
HINWEIS
Ebenso wird sichergestellt, dass bei Vorliegen der Voraussetzungen für die Korridorpension (62. Lebensjahr) der Anspruch auf Berufsunfähigkeits-, Invaliditäts- und Erwerbsunfähigkeitspension nicht verloren geht.
Stand: 01.01.2017
Hinweis
Abgenommen durch:
Bundesministerium für Arbeit, Soziales und Konsumentenschutz
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