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Wann liegt ein Arbeitsunfall vor?

Als Arbeitsunfall gilt bei der versicherten Erwerbstätigkeit ein Unfall, der sich beispielsweise unter den folgenden Umständen ereignet:

  • Direkt am Arbeitsplatz und durch die Arbeitstätigkeit verursacht
  • Auf dem direkten Weg von der Wohnung oder ständigen Unterkunft zur Arbeit, zum Mittagessen oder auf dem Heimweg, wobei auch Fahrgemeinschaften geschützt sind
  • Bei Schulungsmaßnahmen, die zum Erwerb konkreter beruflicher Kenntnisse dienen, wobei auch ein Unfall bei der An- und Abfahrt zur bzw. von der Ausbildungsstätte als Arbeitsunfall betrachtet wird
  • Auf dem direkten Weg von zu Hause oder von der Arbeits- oder Ausbildungsstätte zu einer Ärztin/einem Arzt und zurück (der Arbeitgeberin/dem Arbeitgeber muss der Arztbesuch im Vorhinein gemeldet werden)
  • Auf dem direkten Weg zu einer Kinderbetreuungseinrichtung, zu einer Tagesbetreuung, zu einer Schule, zur Unterbringung der Kinder in fremde Obhut und zurück in die Arbeit oder nach Hause, wobei auch Personen geschützt sind, die die Aufsicht gefälligkeitshalber übernommen haben
  • Bei der Inanspruchnahme von Interessensvertretungen oder Berufsvereinigungen (z.B. Arbeiterkammer, Gewerkschaftsbund, Innung etc.)
HINWEIS
Ausgenommen sind in diesem Fall Seminare, die eine Steigerung der körperlichen und geistigen Leistungsfähigkeit oder die Vermittlung von Allgemeinwissen ohne direkten beruflichen Zusammenhang zum Inhalt haben – auch wenn sie während der Arbeitszeit besucht werden.   

Für Kindergartenkinder, Schülerinnen/Schüler und Studierende gilt ein Unfall dann als Arbeitsunfall, wenn er sich unter anderem

  • im örtlichen, zeitlichen und ursächlichen Zusammenhang mit der die Versicherung begründenden Schul- oder Universitätsausbildung bzw. im verpflichtenden Kindergartenjahr,
  • bei der Teilnahme an einer Schulveranstaltung oder schulbezogenen Veranstaltung,
  • am Weg zum oder vom Kindergarten bzw. Schulbesuch,
  • bei der Ausübung einer im Rahmen des Lehrplanes bzw. der Studienordnung vorgeschriebenen praktischen Tätigkeit oder
  • bei bestimmten Berufs(bildungs)orientierungen ereignet.

In einem land- oder forstwirtschaftlichen Betrieb können Unfälle auch als Arbeitsunfälle anerkannt werden, die sich nicht unmittelbar bei der versicherten Beschäftigung ereignen. Abhängig vom geschützten Personenkreis sind dabei folgende Tätigkeiten vom Unfallversicherungsschutz erfasst:

  • Arbeiten im Haushalt der Betriebsinhaberin/des Betriebsinhabers bzw. der Dienstnehmerin/des Dienstnehmers, wenn der Haushalt dem Betrieb wesentlich dient
  • Arbeiten im Zusammenhang mit der Beherbergung von Gästen
  • Nebengewerbliche Tätigkeiten für den Verkauf von landwirtschaftlichen Produkten ab Hof
  • Arbeiten, die im Zusammenhang mit der Errichtung, dem Umbau und der Reparatur von Gebäuden, die dem land- und forstwirtschaftlichen Betrieb dienen
  • Arbeiten im Rahmen der Nachbarschaftshilfe für einen anderen land- bzw. forstwirtschaftlichen Betrieb

Hierbei sind sowohl die Bestimmungen des ASVG als auch des BSVG zu beachten.

Bestimmte Unfälle sind Arbeitsunfällen gleichgestellt und können in manchen Fällen auch Personen betreffen, die nicht unfallversichert sind. Als Arbeitsunfall außerhalb der beruflichen Tätigkeit gilt ein Unfall, der sich unter anderem in einer der folgenden Situationen ereignet:

  • Bei Tätigkeiten, mit denen Leistungen aus dem Arbeitslosenversicherungs- bzw. Arbeitsmarktförderungsgesetz in Anspruch genommen werden (z.B. auf dem Weg zu einem vermittelten Vorstellungsgespräch)
  • Bei einer Hilfeleistung im Unglücksfall oder beim Blutspenden
  • Bei der Ausbildung, bei Übungen und im Einsatz als ehrenamtlicher Helfer oder ehrenamtliche Helferin bei einer der folgenden Hilfsorganisationen:
    • Freiwillige Feuerwehren
    • Freiwillige Wasserwehren
    • Freiwillige Rettungsgesellschaften
    • Österreichisches Rotes Kreuz
    • Österreichischer Bergrettungsdienst
    • Österreichische Wasserrettung
    • Österreichische Rettungshunde-Brigade
    • Lawinenwarnkommissionen
    • Rettungsflugwacht
    • Strahlenspür- und Messtrupps
Stand: 01.07.2016
Hinweis .
Abgenommen durch:
Bundesministerium für Gesundheit und Frauen
Hauptverband der österreichischen Sozialversicherungsträger

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