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Richtiges Verhalten bei einem Verkehrsunfall

Allgemeine Informationen

Verhalten am Unfallort

Kommt es zu einem Verkehrsunfall, haben Unfallbeteiligte sofort anzuhalten und die nächste Polizeidienststelle zu verständigen. Die Unfallstelle ist entsprechend abzusichern und die Unfallbeteiligten haben an der Feststellung des Unfallhergangs mitzuwirken.

Ist bei einem Verkehrsunfall nur Sachschaden entstanden, darf die Verständigung der Polizei unterbleiben, wenn die Unfallbeteiligten einander Name und Anschrift nachweisen können. Wird die Polizei verständigt obwohl kein Personenschaden vorliegt, hat jene Person, welche die Anforderung durchführt, eine so genannte "Blaulichtsteuer" zu bezahlen. Diese wird bei Verschulden der Unfallgegnerin/des Unfallgegners von deren Haftpflichtversicherung/dessen Haftpflichtversicherung rückerstattet.

Bei Personenschaden muss unverzüglich Erste Hilfe geleistet oder Hilfe geholt werden.

HINWEIS
Wer als Lenkerin/Lenker eines Fahrzeugs als Unfallbeteiligte/Unfallbeteiligter nicht anhält, nicht Hilfe leistet oder Hilfe herbeiholt, oder nicht die nächste Polizeiinspektion verständigt, begeht eine Verwaltungsübertretung. Bei Fahrerflucht kann z.B. je nach Schwere der Schuld eine Verwaltungsstrafe in der Höhe von € 36,- bis € 2.180,- verhängt werden.

Bei Unfällen mit Personenschaden kann neben einem Verstoß gegen Verwaltungsrecht auch ein gerichtlich strafbarer Verstoß vorliegen. Wenn die Voraussetzungen dafür erfüllt sind, kann in diesem Fall auch eine Strafanzeige wegen "Imstichlassen eines Verletzten" gemäß § 94 StGB, Körperverletzung (§§ 83 und 84 StGB) oder fahrlässiger Tötung (§§ 80 und 81 StGB) erstattet werden. Leisten Zeuginnen/Zeugen oder Personen, die die Folgen eines Unfalls wahrnehmen, nicht die ihnen zumutbare Hilfe, können sie unter Umständen wegen Unterlassung der Hilfeleistung (§ 95 StGB) belangt werden.

Die Unfallbeteiligte/der Unfallbeteiligte sollte darauf achten, dass wesentliche Umstände, wie Verletzungen, Bremsspuren, die Unfallposition der Fahrzeuge sowie Namen und Adressen von Zeuginnen/Zeugen festgehalten werden.

Ratsam ist, an Ort und Stelle den Europäischen Unfallbericht auszufüllen und von den Beteiligten unterschreiben zu lassen.

Ist ein solches Formular nicht zur Hand, sind zumindest folgende Daten festzuhalten:

  • Namen und Adressen der Unfallbeteiligten
  • Namen und Adressen von Zeuginnen/Zeugen
  • Namen der Haftpflichtversicherungsunternehmen
  • Die Versicherungspolizzennummern

Wird bei Verwicklung in einen Verkehrsunfall aus berechtigtem rechtlichen Interesse der Name der Zulassungsbesitzerin/des Zulassungsbesitzers eines Kraftfahrzeugs benötigt, gibt die zuständige Stelle Auskunft. Nähere Informationen zum Thema "Auskunft über den Zulassungsbesitzer" finden sich ebenfalls auf HELP.gv.at.

Meldung des Verkehrsunfalls an Versicherungen

Nach einem Unfall ist durch die Unfallbeteiligten unverzüglich (längstens innerhalb einer Woche) die eigene Haftpflichtversicherung, die gegnerische Haftpflichtversicherung und – sofern vorhanden – die eigene Kaskoversicherung und – falls erforderlich und vorhanden – die Rechtsschutzversicherung zu verständigen. Das Versicherungsunternehmen, bei dem die Unfallgegnerin/der Unfallgegner versichert ist, kann online über die "Kfz-Versichererauskunft" des Versicherungsverbandes Österreich (siehe unten angeführten Link) abgefragt werden, wenn das Kennzeichen bekannt ist. Sollte es sich um einen Arbeitsunfall handeln, ist auch noch die Unfallversicherung (AUVA) zu verständigen. Die Meldungen sollten folgendes beinhalten:

  • Den Hergang des Unfalls unter möglichst genauer Angabe des Sachverhaltes
  • Die Anspruchserhebung durch die geschädigte Dritte/den geschädigten Dritten
  • Die Mitteilung über die Einleitung eines gerichtlichen oder behördlichen Verfahrens

Ein Todesfall muss innerhalb von drei Tagen angezeigt werden, und zwar auch dann, wenn der Unfall bereits gemeldet ist.

Formulare zur Unfallmeldung sind bei den jeweiligen Versicherungen, großteils auch online, erhältlich bzw. abrufbar. Beizulegen ist auch der am Unfallort ausgefüllte und von den Beteiligten unterschriebene Europäische Unfallbericht.

Zuständige Stelle

Erforderliche Unterlagen

Für die Auskunft über den Namen der Zulassungsbesitzerin/des Zulassungsbesitzers eines Kfz:

Kosten

Für die Auskunft über den Namen der Zulassungsbesitzerin/des Zulassungsbesitzers eines Kfz: 14,30 Euro

Zusätzliche Informationen

Rechtsgrundlagen

§§ 4, 99 Straßenverkehrsordnung (StVO)

Stand: 07.03.2016
Hinweis .
Abgenommen durch:
Bundeskanzleramt – HELP-Redaktion
Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie

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