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Die strafrechtliche Verfolgung von Gewalttätern

Einleitung des Ermittlungsverfahrens

Ein Ermittlungsverfahren kann von Amts wegen oder aufgrund einer Anzeige eingeleitet werden.

Die Kriminalpolizei oder die Staatsanwaltschaft haben von Amts wegen ein Ermittlungsverfahren zu führen, sobald ihnen der Verdacht der Begehung einer Straftat zur Kenntnis gelangt.

Das Opfer selbst, aber auch sonstige Personen, die von der Begehung einer strafbaren Handlung Kenntnis erlangt haben, können eine Anzeige erstatten. Hierfür können sie sich an die folgenden Stellen wenden:

HINWEIS

Krankenhäuser sowie Ärztinnen/Ärzte sind unter bestimmten Umständen verpflichtet, bei Verdacht auf ein Gewaltdelikt Anzeige zu erstatten.  

TIPP
Nähere Informationen können Sie bei den Ermittlungsbehörden oder bei einer Opferschutzeinrichtung einholen.

Durchführung des Ermittlungsverfahrens

Die Kriminalpolizei und die Staatsanwaltschaft führen das Ermittlungsverfahren gemeinsam durch, wobei die Staatsanwaltschaft die Leitung inne hat. Das Gericht übt im Ermittlungsverfahren rechtliche Kontrolle aus und gewährt Rechtsschutz.

HINWEIS
Opfer können nach erfolgter Belehrung in jeder Lage des Strafverfahrens erklären, auf weitere Verständigungen und Ladungen zu verzichten. Von einer weiteren Beteiligung des Opfers am Verfahren wird dann Abstand genommen. Wenn ein Opfer jedoch auch als Zeugin/Zeuge einvernommen werden soll und eine Ladung zur Hauptverhandlung erhält, muss dieser Ladung selbstverständlich Folge geleistet werden.

Untersuchungshaft

Bei dringendem Tatverdacht, Vorliegen eines Haftgrundes (nämlich Fluchtgefahr, Verdunkelungsgefahr bzw. Tatbegehungs- oder Tatausführungsgefahr) und Verhältnismäßigkeit in Beziehung auf die Bedeutung der Sache ist die Verhängung, Aufrechterhaltung und die Fortsetzung der Untersuchungshaft über die Beschuldigte/den Beschuldigten zulässig, sofern der Haftzweck nicht durch gelindere Mittel abgewendet werden kann (z.B. in Fällen von Gewalt in Wohnungen, das Gelöbnis, jeden Kontakt mit dem Opfer zu unterlassen und die Weisung, eine bestimmte Wohnung und deren unmittelbare Umgebung nicht zu betreten).

Opfer von Gewalt in Wohnungen und Gewalt- bzw. Sexualopfer sind über die Freilassung der Beschuldigten/des Beschuldigten vor Fällung des Urteils erster Instanz, gegebenenfalls unter Angabe der der Beschuldigten/dem Beschuldigten auferlegten gelinderen Mittel unverzüglich von Amts wegen zu verständigen.

Stand: 01.01.2016
Hinweis .
Abgenommen durch:
Bundesministerium für Justiz

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