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Alternative zur Sachwalterschaft – Allgemeines

Die Bestellung einer Sachwalterin/eines Sachwalters ist grundsätzlich nachrangig. Zuerst müssen andere Möglichkeiten der Unterstützung eines psychisch kranken oder behinderten Menschen (z.B. durch Familienmitglieder oder durch soziale Einrichtungen) ausgeschöpft werden. Damit soll die Autonomie der betroffenen Person gewahrt und die soziale Funktion der Familie gestärkt werden.

Die Bestellung einer Sachwalterin/eines Sachwalters erfolgt nicht, soweit beispielsweise durch eine

im jeweils für die Bedürfnisse der Betroffenen/des Betroffenen erforderlichen Ausmaß vorgesorgt ist.

ACHTUNG
Bei allen Formen einer Besorgung von Angelegenheiten für eine andere Person (gesetzliche Vertretungsbefugnis nächster Angehöriger, Vorsorgevollmacht) ist für den jeweiligen Fall zu prüfen, auf welche Aufgabenkreise sich die Vertretungshandlungen beziehen.

Wenn sich beispielsweise eine gesetzliche Vertretungsbefugnis einer nächsten Angehörigen/eines nächsten Angehörigen nur auf Alltagsgeschäfte (Rechtsgeschäfte des täglichen Lebens) bezieht, dann kann für andere Vertretungshandlungen sehr wohl eine Sachwalterin/ein Sachwalter bestellt werden.

Wenn ein begründeter Verdacht vorliegt, dass die Angelegenheiten der betroffenen Person nicht zufriedenstellend besorgt werden, kann jederzeit das Bezirksgericht (als Pflegschaftsgericht) angerufen werden. Dieses überprüft dann, ob die Bestellung einer Sachwalterin/eines Sachwalters nötig ist und leitet gegebenenfalls ein Sachwalterbestellungsverfahren ein.

Stand: 04.01.2016
Hinweis .
Abgenommen durch:
Österreichische Notariatskammer

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