Hilfe zu "Gebärdensprachvideo" Deutsch | English

Reisen in Katastrophengebiete

Nähere Informationen zum Thema "Katastrophenfälle" finden sich ebenfalls auf HELP.gv.at.

Storno

Nach österreichischer Rechtsprechung (vgl. u.a. die unter "Rechtsgrundlagen" angeführten Rechtssätze des Obersten Gerichtshofes) können Reisende ohne Zahlung einer Stornogebühr von einem Pauschalreisevertrag zurücktreten, wenn der Reiseantritt aus unvorhersehbaren Gründen unmöglich oder unzumutbar wird. Darunter fallen auch Fälle höherer Gewalt, wie etwa Katastrophen oder Terroranschläge, die zu einem Wegfall der Geschäftsgrundlage führen können.

Voraussetzung für einen kostenfreien Rücktritt vom Vertrag ist, dass das Reiseziel in einem von der Katastrophe betroffenen Gebiet liegt. Die Vermittlungskosten der ursprünglichen Buchung werden jedoch nicht ersetzt.

Es kann vorkommen, dass der Reiseveranstalter gar nicht in der Lage ist, eine gebuchte Reise durchzuführen, da z.B. die Hotelanlage durch die Katastrophe völlig zerstört ist. In diesem Fall kann die Kundin/der Kunde stornofrei vom Vertrag zurücktreten und muss vor allem keine Umbuchung auf eine andere Reise akzeptieren.

Auch Reisenden, die nur einen Flug gebucht haben, kommt unter Umständen ein kostenloses Rücktrittsrecht zu, wenn das Flugziel sehr nahe einem betroffenen Urlaubsgebiet liegt. Hier ist der Einzelfall zu prüfen.

Umbuchung

Wenn der Reiseveranstalter seine Leistung zwar erbringen kann, eine Kundin/ein Kunde aber auf Grund der Gefahrensituation (z.B. Nachbeben, Seuchen) nicht ins betroffene Gebiet reisen möchte, muss sie/er gegebenenfalls auch eine Umbuchung auf eine andere Reise akzeptieren.

Wichtig dabei ist, dass die vom Veranstalter angebotene Ersatzreise der gebuchten Reise im Hinblick auf Leistungsinhalt und Höhe des Preises gleichwertig sein muss.

TIPP
Konsultieren Sie im Anlassfall auch die Seiten des Europäischen Verbraucherzentrums. Dort ist eine kostenlose Service-Hotline zum Thema "Gefahr am Urlaubsort" (01/ 588 77 63)eingerichtet.

Abbruch

Befindet man sich in einem von einer Katastrophe betroffenen Gebiet auf Urlaub und will die Reise abbrechen, muss der Reiseveranstalter den Rücktransport organisieren. Die Mehrkosten des Rücktransportes sind grundsätzlich vom Reiseveranstalter zu tragen.

Reisende, deren Reise infolge einer Katastrophe abgebrochen wurde, können vom Veranstalter eine Rückerstattung des anteiligen Reisepreises verlangen.

Rechtsgrundlagen

Stand: 01.01.2017
Hinweis .
Abgenommen durch:
Bundesministerium für Arbeit, Soziales und Konsumentenschutz

Bewertung

War diese Information hilfreich? Das Feld "War diese Information hilfreich?" muss ausgefüllt sein!