Allgemeines zu ELGA

Allgemeine Informationen zu ELGA

Elektronische Informationssysteme werden bereits seit Jahren in fast allen österreichischen Krankenhäusern und vielen Ordinationen verwendet. Gesundheitsdaten der Patientinnen/Patienten werden in solchen Informationssystem für die Behandlung/Betreuung in (nur) diesem Krankenhaus/dieser Ordination gespeichert. Auch die Elektronische Gesundheitsakte (ELGA) ist ein elektronisches Informationssystem.

Mit ELGA werden Gesundheitsdaten – die zum Großteil bereits heute standardmäßig erhoben und gespeichert werden – erstmals österreichweit und über die verschiedenen Einrichtungen hinweg orts- und zeitunabhängig verfügbar gemacht. ELGA und die darin verfügbaren ELGA-Gesundheitsdaten stehen damit der Patientin/dem Patienten selbst sowie jenen sogenannten "ELGA-Gesundheitsdiensteanbietern" (ELGA-GDA) zur Verfügung, die die Patientin/den Patienten tatsächlich behandeln oder betreuen. Der Login erfolgt über das ELGA-Zugangsportal mittels Bürgerkarte/Handysignatur oder bei einem Standort der ELGA-Ombudsstelle (siehe unten).

ELGA-Teilnehmerrechte

Über das ELGA-Zugangsportal bzw. über die ELGA-Ombudsstelle ist es für alle ELGA-Teilnehmerinnen/ELGA-Teilnehmer möglich,

  • die eigenen ELGA-Gesundheitsdaten einzusehen,
  • der Teilnahme an ELGA ganz oder teilweise zu widersprechen,
  • nachzusehen, wer sich wann welche ELGA-Gesundheitsdaten (z.B. e-Befunde) angesehen hat,
  • die voreingestellten (gesetzlichen) Zugriffsberechtigungen für ELGA-Gesundheitsdiensteanbieter von 28 Tagen bzw. zwei Stunden zu verkürzen/zu verlängern, ELGA-Gesundheitsdaten zu verarbeiten (Herunterladen und Ausdrucken, Löschen etc.).

So können ELGA-Teilnehmerinnen/ELGA-Teilnehmer ihre ELGA selbst verwalten.

Zu den ELGA-Gesundheitsdaten zählen e-Medikation (Information über von der Ärztin/vom Arzt verschriebene und in der Apotheke abgegebene Medikamente) und e-Befunde. Zu den e-Befunden gehören:

  • Ärztliche und pflegerische Entlassungsbriefe aus Krankenanstalten
  • Laborbefunde
  • Befunde der bildgebenden Diagnostik

Zu den ELGA-Gesundheitsdiensteanbietern (ELGA-GDA) zählen:

  • Krankenanstalten und Ambulatorien
  • niedergelassene Ärztinnen/niedergelassene Ärzte
  • Apotheken
  • Pflegeeinrichtungen

ELGA-Gesundheitsdiensteanbieter haben nur Einblick in die ELGA jener Patientinnen/Patienten, die sie tatsächlich behandeln/betreuen. Ab der Identifikation der ELGA-Teilnehmerin/des ELGA-Teilnehmers bei einer Ärztin/einem Arzt bzw. in einer Krankenanstalt kann die Ärztin/der Arzt bzw. die Krankenanstalt, für die folgenden 28 Tage auf die ELGA der jeweiligen Patientin/des jeweiligen Patienten zugreifen.

Apotheken haben nur zwei Stunden ab Identifikation Zugriff auf ELGA und zwar ausschließlich auf die e-Medikationsliste (nicht aber auf e-Befunde). Identifiziert sich eine ELGA-Teilnehmerin/ein ELGA-Teilnehmer in der Apotheke nicht, so hat die Apotheke keinen Zugriff auf die e-Medikation der Kundin/des Kunden.

Mit ELGA wurde das Niveau des Datenschutzes und der Datensicherheit für (ELGA-)Gesundheitsdaten im Vergleich zu den meisten bisherigen Systemen deutlich angehoben. Per Gesetz und daher auch technisch jedenfalls vom Zugriff auf ELGA ausgeschlossen sind Versicherungen, Arbeitgeber, Behörden sowie für als Gutachter tätige Ärztinnen/Ärzte (z.B. Arbeitsmedizinerinnen/Arbeitsmediziner).

Zudem ermöglicht das ELGA-Protokollierungssystem erstmals eine lückenlose Nachvollziehbarkeit aller Zugriffe auf Ihre ELGA-Gesundheitsdaten: ELGA-Teilnehmerinnen/ELGA-Teilnehmer können jederzeit sehen, wer wann auf ihre ELGA-Gesundheitsdaten zugegriffen hat. Auch die Zugriffe der ELGA-Teilnehmerinnen/ELGA-Teilnehmer selbst werden protokolliert. Damit haben Sie immer den Überblick über die Verarbeitung Ihrer ELGA-Gesundheitsdaten.

Gestartet ist ELGA im Dezember 2015 in den (meisten) öffentlichen Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen in Wien und in der Steiermark. Mittlerweile ist ELGA in vielen Krankenhäusern in allen Bundesländern in Verwendung. In einem nächsten Schritt wird ELGA im niedergelassenen Bereich sowie in den Apotheken etabliert. Der detaillierte Ablauf der schrittweisen Einführung wurde in der ELGA-Verordnungsnovelle 2017 festgelegt. Eine Auflistung, welche Spitäler und Pflegeeinrichtungen bereits ELGA verwenden, finden Sie unter dem Punkt "Weiterführende Links".

Gleichzeitig mit dem Start von ELGA in einem Bundesland ging auch der jeweilige dezentrale Standort der ELGA-Ombudsstelle im betreffenden Bundesland in Betrieb. Die dezentralen Standorte der ELGA-Ombudsstelle beraten und unterstützen ELGA-Teilnehmerinnen/ELGA-Teilnehmer bei der Verwaltung ihrer ELGA, z.B. Einsichtnahme, Herunterladen und Ausdrucken von ELGA-Gesundheitsdaten, oder bei vermuteten Datenschutzverletzungen. Die ELGA-Ombudsstelle richtet sich insbesondere an jene Personen, die keine Möglichkeit haben, ihre ELGA zu verwenden (z.B. mangels vorhandenem Computer oder vorhandener Bürgerkarte/Handysignatur). Einen Standort der ELGA-Ombudsstelle in Ihrer Nähe finden Sie auf den Seiten des Gesundheitsportals unter "ELGA-Ombudsstelle" und im Informationsfolder der ELGA-Ombudsstelle unter "Kontakte" (siehe "Weiterführende Links").

Für telefonische allgemeine Auskünfte zu ELGA ist die ELGA-Serviceline unter der Telefonnummer 050/124 4411 von Montag bis Freitag, jeweils von 7 bis 19 Uhr, erreichbar. Ebenso erreichen Sie die ELGA-Serviceline per E-Mail unter info@elga-serviceline.at.

Informationen zur Abmeldung von ELGA finden sich ebenfalls auf HELP.gv.at.

Weiterführende Links

Rechtsgrundlagen

Formular

ELGA – Widerspruch

Stand: 23.05.2018
Hinweis
Abgenommen durch:
Bundesministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Konsumentenschutz
Bewertung
War diese Information hilfreich? *: