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Beschwerde bei den Verwaltungsgerichten

Je nachdem, ob gegen einen Bescheid, gegen die Ausübung unmittelbarer verwaltungsbehördlicher Befehls- und Zwangsgewalt, gegen eine Verletzung der Entscheidungspflicht oder gegen eine Weisung im Schulwesen vorgegangen werden soll, kann eine der folgenden Beschwerden erhoben werden:

HINWEIS
Grundsätzlich sind alle Beschwerden (bis auf die Maßnahmenbeschwerde) bei der belangten Behörde und nicht direkt beim Verwaltungsgericht einzubringen. Die belangte Behörde fällt dann die sogenannte "Beschwerdevorentscheidung". Sie kann aber auch die Beschwerde unter Anschluss der Akten dem Verwaltungsgericht vorlegen. Die Partei kann innerhalb von zwei Wochen nach Zustellung der Beschwerdevorentscheidung einen Antrag stellen, dass die Beschwerde dem Verwaltungsgericht zur Entscheidung vorgelegt wird ("Vorlageantrag").

Inhalt einer Beschwerde

Die Beschwerde an ein Verwaltungsgericht muss einen bestimmten Inhalt aufweisen:

  • Der angefochtene Verwaltungsakt (Bescheid, Akt unmittelbarer verwaltungsbehördlicher Befehls- und Zwangsgewalt, Weisung) muss bezeichnet werden.
  • Die belangte Behörde muss angegeben werden.
  • Die Gründe, auf die sich die Behauptung der Rechtswidrigkeit stützt, (bzw. der Anfechtungsumfang) müssen angeführt werden.
  • Das Begehren der Beschwerde muss ausgeführt werden.
  • Angaben, dass die Beschwerde rechtzeitig eingebracht wurde, müssen gemacht werden.
HINWEIS
Auch im Verwaltungsstrafverfahren bestehen Beschwerdemöglichkeiten. Nähere Informationen zur Beschwerde im "Verwaltungsstrafverfahren" finden sich ebenfalls auf HELP.gv.at.

Bescheidbeschwerde

Gegen einen Bescheid einer Verwaltungsbehörde kann wegen Rechtswidrigkeit eine Bescheidbeschwerde erhoben werden.

Berechtigt zur Beschwerde ist, wer durch den Bescheid in seinen Rechten verletzt zu sein behauptet. In bestimmten Angelegenheiten ist der jeweils zuständige Bundesminister beschwerdeberechtigt (Amtsbeschwerde).

Die Frist zur Erhebung der Beschwerde beträgt 4 Wochen. Eine rechtzeitig eingebrachte und zulässige Beschwerde hat grundsätzlich aufschiebende Wirkung.

Maßnahmenbeschwerde

Gegen die Ausübung unmittelbarer verwaltungsbehördlicher Befehls- und Zwangsgewalt kann wegen Rechtswidrigkeit eine Maßnahmenbeschwerde erhoben werden.

Berechtigt zur Beschwerde ist, wer in seinen Rechten verletzt zu sein behauptet.

Die Frist zur Erhebung der Beschwerde beträgt 6 Wochen ab Kenntnisnahme von der Ausübung der unmittelbaren verwaltungsbehördlichen Befehls- und Zwangsgewalt bzw. ab dem Wegfall einer allfälligen Behinderung an der Beschwerdeerhebung.  

Säumnisbeschwerde

Wegen Verletzung der Entscheidungspflicht kann eine Säumnisbeschwerde erhoben werden.

Berechtigt zur Beschwerde ist, wer im Verwaltungsverfahren als Partei zu Geltendmachung der Entscheidungspflicht berechtigt zu sein behauptet.

Die Säumnisbeschwerde kann erst erhoben werden, wenn die Behörde die Sache nicht innerhalb von 6 Monaten, wenn gesetzlich eine kürzere oder längere Entscheidungsfrist vorgesehen ist, innerhalb dieser entschieden hat.

Weisungsbeschwerde

Gegen eine Weisung im Schulwesen kann eine Weisungsbeschwerde erhoben werden.

Berechtigt zur Beschwerde ist der Landesschulrat aufgrund eines Beschlusses des Kollegiums.

Die Frist zur Erhebung der Weisungsbeschwerde beträgt 4 Wochen. Der Beschwerde kommt keine aufschiebende Wirkung zu. Die Behörde kann diese aus bestimmten Gründen zuerkennen.

Durch Bundes- und Landesgesetze können in bestimmten Fällen noch weitere Beschwerdeberechtigte bestimmt werden.

Rechtsquellen

Stand: 02.08.2016
Hinweis .
Abgenommen durch:
Bundeskanzleramt – HELP-Redaktion

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