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Arbeitnehmerveranlagung

Allgemeine Informationen

Ihre Lohnsteuer wird so berechnet, als ob Sie das ganze Jahr über gleich viel verdient hätten. Wenn Ihr Einkommen aber geschwankt hat – z.B. wegen eines Jobwechsels – zahlt sich eine Arbeitnehmerveranlagung aus. Hierbei wird die Steuer neu berechnet und gleichmäßig übers Jahr verteilt. Häufig stellt sich dabei heraus, dass man zu viel bezahlt hat und es gibt eine Lohnsteuergutschrift direkt auf Ihr Konto. Sollte es in Ihrem Fall jedoch zu einer Steuernachzahlung kommen, können Sie, wenn kein Pflichtveranlagungsgrund vorliegt, den Antrag auf Arbeitnehmerveranlagung zurückziehen.

Bei der Arbeitnehmerveranlagung können Sie nach Ablauf des Jahres Folgendes geltend machen:

  • Alleinverdiener- und Alleinerzieherabsetzbetrag einschließlich Kinderzuschlag
    (auch wenn dieser schon gegenüber der Arbeitgeberin/dem Arbeitgeber geltend gemacht wurde)
  • Unterhaltsabsetzbetrag
  • Mehrkindzuschlag (nur mit dem Papierformular E4)
  • Kinderfreibetrag (Formular L1k)
  • Pendlerpauschale (soweit nicht schon gegenüber der Arbeitgeberin/dem Arbeitgeber geltend gemacht)
  • Zusatzbeitrag in der Krankenversicherung für mitversicherte Angehörige
  • eventuell Pflichtversicherungsbeiträge aufgrund einer geringfügigen Beschäftigung
  • eventuell Freibeträge für
    • Werbungskosten
    • Sonderausgaben
    • Außergewöhnliche Belastungen (z.B. aufgrund einer Behinderung)
    • Amtsbescheinigungen und Opferausweise

Freiwillige Arbeitnehmerveranlagung

Wer eine Lohnsteuergutschrift erwartet, kann von sich aus beim Finanzamt die Arbeitnehmerveranlagung einreichen.

Lohnsteuerpflichtige (Angestellte, Arbeiterinnen/Arbeiter, Beamtinnen/Beamte, Pensionistinnen/Pensionisten) werden vom Finanzamt im Rahmen der sogenannten "Arbeitnehmerveranlagung" (früher: Jahresausgleich) zur Einkommensteuer erfasst.

Eine Lohnsteuergutschrift ist normalerweise in folgenden Fällen zu erwarten:

  • Wenn Sie während des Jahres unterschiedlich hohe Bezüge erhalten haben und die Arbeitgeberin/der Arbeitgeber keine Aufrollung durchgeführt hat
  • Wenn Sie während des Jahres die Arbeitgeberin/den Arbeitgeber gewechselt haben oder nicht ganzjährig beschäftigt waren
  • Wenn Sie aufgrund der geringen Höhe Ihrer Bezüge Anspruch auf "Negativsteuer" (Steuergutschrift) haben
  • Wenn Sie Anspruch auf den Alleinverdiener-/Alleinerzieherabsetzbetrag oder auf ein Pendlerpauschale haben, der oder das bei der laufenden Lohnverrechnung nicht berücksichtigt wurde
  • Wenn Sie Freibeträge für Werbungskosten, Sonderausgaben oder außergewöhnliche Belastungen geltend machen, die noch nicht in einem Freibetragsbescheid berücksichtigt wurden
TIPP
Auf dem Portal der Arbeiterkammern finden sich unter dem Titel "Die 10 besten Steuertipps für ArbeitnehmerInnen" sowie "Hol dir dein Geld zurück!" hilfreiche Informationen und Hinweise zur Arbeitnehmerveranlagung.

Verpflichtende Arbeitnehmerveranlagung

Unter folgenden Voraussetzungen müssen Sie eine Arbeitnehmerveranlagung (Pflichtveranlagung) durchführen (Arbeitnehmerveranlagung – Antrag – L1):

Wenn Ihr Einkommen im Jahr 2013 12.000 Euro übersteigt und folgende Punkte zutreffen:

  • Wenn der Alleinverdiener-/Alleinerzieherabsetzbetrag oder der erhöhte Pensionistenabsetzbetrag bei der laufenden Lohnverrechnung berücksichtigt worden ist, die Voraussetzungen aber nicht vorliegen.
  • Wenn Sie im Kalenderjahr zumindest zeitweise gleichzeitig zwei oder mehrere lohnsteuerpflichtige Einkünfte bezogen haben, die beim Lohnsteuerabzug nicht gemeinsam versteuert wurden (z.B. Firmenpension neben ASVG-Pension).
  • Wenn Sie ein Pendlerpauschale zu Unrecht oder in unrichtiger Höhe in Anspruch genommen haben oder Ihrer Meldepflicht über die Änderung der Verhältnisse nicht nachgekommen sind.
  • Wenn Sie unrichtige Angaben für die Steuerbefreiung von Kinderbetreuungskosten abgegeben haben oder Ihrer Meldepflicht über die Änderung der Verhältnisse nicht nachgekommen sind.

Das Steuerbuch des Bundesministeriums für Finanzen bietet nützliche Tipps für Lohnsteuerzahlerinnen/Lohnsteuerzahler.

HELP.gv.at bietet auch Informationen zum Thema "Pendlerpauschale" sowie zu steuerrechtlichen Aspekten für Menschen mit Behinderungen und Unternehmerinnen/Unternehmer an.

Fristen

  • Freiwillige Arbeitnehmerveranlagung
    Für den Antrag auf Durchführung einer Arbeitnehmerveranlagung (Arbeitnehmerveranlagung – Antrag – L1) haben Sie fünf Jahre Zeit (z.B. kann der Antrag für das Jahr 2013 bis Ende Dezember 2018 gestellt werden).
  • Verpflichtende Arbeitnehmerveranlagung
    Frist: 30. September des Folgejahres

Zuständige Stelle

Das Wohnsitzfinanzamt

Verfahrensablauf

Sie können Ihren Antrag zur Arbeitnehmerveranlagung über FinanzOnline elektronisch an das Finanzamt übermitteln. Selbstverständlich ist es weiterhin möglich, Ihren Antrag per Post zu senden oder persönlich bei Ihrem zuständigen Finanzamt abzugeben. Das Finanzamt bearbeitet die Anträge in der Reihenfolge des Einlangens.

Das Finanzamt führt auf Ihren Antrag eine Arbeitnehmerveranlagung durch und überweist die Lohnsteuergutschrift auf Ihr Konto.

HINWEIS
Legen Sie den Erklärungen zur Durchführung der Arbeitnehmerveranlagung bitte keine Lohnzettel bei. Diese werden von der Arbeitgeberin/dem Arbeitgeber (oder der pensionsauszahlenden Stelle) dem Finanzamt übermittelt.

Wenn Sie von sich aus keine Erklärung zur Arbeitnehmerveranlagung abgeben oder abgeben müssen, wird Sie das Finanzamt in folgenden Fällen zur Einreichung einer Erklärung auffordern (durch Zusendung eines Formulars L1) und eine Pflichtveranlagung durchführen:

  • Wenn Ihnen im Kalenderjahr Krankengeld aus der gesetzlichen Sozialversicherung oder Bezüge nach dem Heeresgebührengesetz (z.B. für Truppen- oder Kaderübungen) ausbezahlt, Bezüge aus einem Dienstleistungsscheck vorliegen oder Sozialversicherungspflichtbeiträge rückerstattet worden sind oder
  • Wenn Zahlungen aus dem Insolvenz-Entgelt-Fonds bezogen wurden oder
  • Wenn für das jeweilige Kalenderjahr ein Freibetragsbescheid bei der Lohnverrechnung berücksichtigt wurde

Zusätzliche Informationen

Nachzahlungen

Jede bezugs- oder pensionsauszahlende Stelle berechnet die Lohnsteuer grundsätzlich nur für die von ihr ausbezahlten Bezüge oder Pensionen. Insgesamt ergibt sich dadurch eine zu geringe Lohnsteuer.

Bei der Arbeitnehmerveranlagung werden diese Bezüge so besteuert, als hätten Sie den Gesamtbetrag in Form eines Bezugs erhalten. Sie werden also jemandem gleichgestellt, der nur ein Dienstverhältnis hat, aber ebensoviel Gehalt oder Pension bezieht, wie Ihnen aus mehreren Bezügen zugeflossen ist.

Vorauszahlungen

Einkommensteuerpflichtige müssen in Höhe der voraussichtlichen Einkommensteuer vierteljährlich Vorauszahlungen entrichten.

Bei Lohnsteuerpflichtigen kann es dann zu Vorauszahlungen kommen, wenn die Nachzahlung mehr als 300 Euro beträgt. In diesen Fällen können ausnahmsweise (z.B. wenn erstmals zwei Bezüge nebeneinander anfallen) in einem Jahr die Nachzahlung für das vorangegangene Jahr mit der Vorauszahlung für das laufende Jahr zusammentreffen. Andererseits ersparen Sie sich allfällige Nachzahlungen für das laufende Jahr.

Einkommensteuererklärung

Sie sind zur Abgabe einer Einkommensteuererklärung (Einkommensteuererklärung – E1) verpflichtet, wenn

  • Sie neben lohnsteuerpflichtigen Einkünften andere Einkünfte (z.B. aus Werkverträgen, Einkünfte als Neue Selbstständige) von insgesamt mehr als 730 Euro erhalten haben. Endbesteuerte Kapitalerträge sind hier nicht einzurechnen. Legen Sie eine Einnahmen-Ausgaben-Rechnung, Bilanz oder Überschussrechnung bei.
  • Sie Einkünfte aus Kapitalvermögen erzielt haben, die keinem Kapitalertragsteuerabzug unterliegen.
  • Sie Einkünfte aus privaten steuerpflichtigen Grundstücksveräußerungen erzielt haben, die beim Verkauf nicht versteuert wurden.

Frist: 30. April bzw. 30. Juni (bei Online-Erklärungen) des Folgejahres

Versteuerung mehrerer Pensionen

Bei gleichzeitigem Bezug von mehreren Pensionen (z.B. gesetzlichen Pensionen, Beamtenpensionen, Pensionen aus einem früheren Dienstverhältnis zu einem Bundesland, Pensionen aus inländischen Pensionskassen bzw. Unfallrenten) ist eine gemeinsame Versteuerung verpflichtend, um Nach- und Vorauszahlungen zu vermeiden.

BEISPIEL
Wenn jemand eine Pension vom Bund oder Land und zusätzlich eine Witwenpension von der Pensionsversicherungsanstalt der Angestellten erhält, wird von jener auszahlenden Stelle, die die höhere Pension ausbezahlt, die auf beide Bezüge entfallende Lohnsteuer einbehalten.
HINWEIS
Wenn Sie neben Ihrer ASVG-Pension auch eine Firmenpension erhalten, entfällt die Pflicht zur gemeinsamen Versteuerung. In diesen Fällen kann aber die ehemalige Arbeitgeberin/der ehemalige Arbeitgeber die Auszahlung und Versteuerung Ihrer ASVG-Pension übernehmen (sie/er ist dazu jedoch nicht verpflichtet).

Zum Formular

Arbeitnehmerveranlagung


Formulare zu diesem Thema

Ab dem Veranlagungsjahr 2010 werden die Formulare L1, L1i sowie L1k maschinell eingelesen, um Fehler zu vermeiden und eine noch bessere Bearbeitung zu ermöglichen. Daher stehen die entsprechenden Formulare ab sofort nicht mehr als Downloadversion zur Verfügung, können jedoch kostenlos auf den Seiten des Bundesministeriums für Finanzen bestellt werden. Nur die barrierefreien Formulare für blinde und sehbehinderte Personen sind weiterhin downloadbar. Noch rascher kann die Arbeitnehmerveranlagung über FinanzOnline erledigt werden.

Stand: 18.02.2014
Hinweis .
Abgenommen durch:
Bundesministerium für Finanzen

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