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Arbeitslosengeld – Höhe und Auszahlung

Höhe

Das Arbeitslosengeld setzt sich folgendermaßen zusammen:

  • Grundbetrag
  • gegebenenfalls Familienzuschläge
  • gegebenenfalls Ergänzungsbetrag

Grundbetrag

Der Grundbetrag des Arbeitslosengeldes beträgt 55 Prozent des täglichen Nettoeinkommens als Tagsatz.

Er berechnet sich aufgrund der Jahresbeitragsgrundlage (das ist das sozialversicherungspflichtige Jahresbruttoeinkommen einschließlich Sonderzahlungen) des arbeitslosenversicherungspflichtigen Entgelts, das beim Hauptverband der österreichischen Sozialversicherungsträger registriert wurde. Je nachdem, wann Sie Arbeitslosengeld beantragen, werden unterschiedliche Jahresbeitragsgrundlagen herangezogen:

  • Antrag zwischen 1. Jänner und 30. Juni: Jahresbeitragsgrundlage des vorletzten Jahres
  • Antrag zwischen 1. Juli und 31. Dezember: Jahresbeitragsgrundlage des letzten Jahres

Diese Bruttobemessungsgrundlage (maximal bis zur Höchstbemessungsgrundlage)  wird durch Abzug der sozialen Abgaben und der Einkommensteuer in den genannten Nettowert umgerechnet.

Familienzuschläge

Familienzuschläge werden jenen Antragstellerinnen/jenen Antragstellern gewährt, die zum Unterhalt bestimmter Angehöriger wesentlich beitragen. Darunter werden Kinder, für die ein Anspruch auf Familienbeihilfe besteht, oder unter bestimmten Voraussetzungen die Ehepartnerin/der Ehepartner, die Lebensgefährtin/der Lebensgefährte bzw. die eingetragene Partnerin/der eingetragene Partner verstanden.

Ergänzungsbetrag

Liegt die Höhe des Arbeitslosengeldes (Grundbetrag) unter dem Ausgleichszulagenrichtsatz für Alleinstehende, kann unter verschiedenen Voraussetzungen mit dem Ergänzungsbetrag auf 60 bzw. 80 Prozent des täglichen Nettoeinkommens aufgestockt werden.

HINWEIS
Aufgrund einer Entscheidung des Verwaltungsgerichtshofes (VwGH) vom 24. Februar 2016 zur Berechnung des Ergänzungsbetrags hat das Arbeitsmarktservice (AMS) alle Leistungsbezüge ab diesem Datum neu berechnet und mögliche Nachzahlungen durchgeführt. Für Zeiträume vor dem 24. Februar 2016 erfolgt keine automatische Neuberechnung. Diese wird nur durchgeführt, wenn sie ausdrücklich beantragt wird. Der Online-Ratgeber "Nachzahlung des Ergänzungsbetrages" hilft bei der Einschätzung, ob im konkreten Fall eine Nachzahlung möglich ist. Eine Nachzahlung kommt u.a. nur dann in Betracht, wenn neben der Leistung aus der Arbeitslosenversicherung auch für eines oder mehrere Kinder Familienbeihilfe bezogen bzw. Unterhalt bezahlt wurde.

Arbeitslosen Personen, die an einer Nach- oder Umschulung bzw. einer Wiedereingliederungsmaßnahme im Auftrag des AMS teilnehmen, gebührt ein Zusatzbetrag zum Arbeitslosengeld von täglich 1,95 Euro.

Auszahlung

Das Arbeitslosengeld wird monatlich im Nachhinein etwa um den 8. des Folgemonats ausgezahlt, und zwar entweder auf ein Girokonto oder per Post an die Wohnadresse.

Im Falle der Auszahlung per Post wird der der Arbeitslosen/dem Arbeitslosen zustehende Geldbetrag beim Postamt hinterlegt und sie/er mit einer Nachricht über die Hinterlegung informiert. Für die Abholung ist in der Nachricht eine bestimmte Frist festgesetzt. Wird das Geld innerhalb dieser nicht vom Postamt abgeholt, wird es an das Arbeitsmarktservice (AMS) zurückgeschickt und es tritt eine Auszahlungssperre ein. Erst nach Wiedereinlangen des Geldes beim AMS und persönlicher Beantragung bei der zuständigen AMS-Geschäftsstelle kann es wieder zugestellt werden.

Das AMS empfiehlt die Überweisung des Arbeitslosengeldes auf ein Girokonto.

Stand: 29.11.2016
Hinweis .
Abgenommen durch:
Bundeskanzleramt – HELP-Redaktion

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