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Au-pair

Allgemeine Informationen

Au-pair-Kräfte sind Ausländerinnen/Ausländer (in der Regel Schülerinnen/Schüler bzw. Studentinnen/Studenten) zwischen 18 und 28 Jahren, die durch ihren Aufenthalt in Österreich ihre im Ausland erworbenen Deutschkenntnisse vertiefen und das österreichische Kultur- und Gesellschaftsleben kennenlernen möchten. Die Au-pair-Kraft wird in die Gastfamilie aufgenommen und hilft im Haushalt und bei der Kinderbetreuung mit.

Arbeitsrechtliche Grundlagen

Für die Beschäftigung von Au-pair-Kräften gilt das Hausgehilfen- und Hausangestelltengesetz, das u.a. arbeitsrechtliche Ansprüche wie Urlaub oder Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall regelt.

Anzuwenden ist auch das Betriebliche Mitarbeiter- und Selbständigenvorsorgegesetz: die Gastgeberin/der Gastgeber hat für die Au-pair-Kraft Beiträge für die Mitarbeitervorsorgekasse zu zahlen. Nähere Informationen über die dafür notwendigen Schritte (Auswahl der Mitarbeitervorsorgekasse, Abwicklung der Beitragszahlung etc.) finden sich im Kapitel "Mitarbeiter" auf USP.gv.at.

Die Entlohnung der Au-pair-Kraft für ab 1. Jänner 2016 begründete Beschäftigungsverhältnisse beträgt mindestens 415,72 Euro  (= monatliche Geringfügigkeitsgrenze nach ASVG). Davon umfasst ist eine wöchentliche Arbeitszeit von 19 Stunden inklusive Arbeitsbereitschaft für Kinderbetreuung und leichte Mithilfe im Haushalt.

Kranken- und Unfallversicherung

Für die Beschäftigung einer Au-pair-Kraft ist auch eine Anmeldung zur gesetzlichen Sozialversicherung (ASVG) erforderlich. Die freie Unterkunft und Verpflegung sowie die Beträge, welche die Gastfamilie für den privaten Krankenversicherungsschutz der Au-pair-Kraft sowie für deren Teilnahme an Sprachkursen und kulturellen Veranstaltungen aufwendet, werden jedoch nicht zum Entgelt gerechnet und sind somit beitragsfrei.

Bei einer Beschäftigung der Au-pair-Kraft unter der Geringfügigkeitsgrenze (Wert im Jahr 2016 beträgt 415,72 Euro) genügt die Anmeldung zur gesetzlichen Unfallversicherung. Eine Krankenversicherung kann für die Au-pair-Kraft bei einer privaten Versicherungsanstalt abgeschlossen werden. Eine im Ausland abgeschlossene Krankenversicherung ist nur dann ausreichend, wenn diese auch in Österreich leistungspflichtig ist.

ACHTUNG
Bei Au-pair-Kräften aus Drittstaaten muss die Arbeitszeit 19 Wochenstunden betragen. Mit einer niedrigeren Stundenanzahl und einer entsprechend geringeren Entlohnung würden wichtige Voraussetzungen für die Gewährung der Aufenthaltsbewilligung nicht eingehalten werden.

Au-pair-Kräfte aus Drittstaaten erhalten nur dann eine "Aufenthaltsbewilligung – Sonderfälle unselbstständiger Erwerbstätigkeit", wenn sie über eine Krankenversicherung verfügen, die "alle Risiken" abdeckt und auch in Österreich leistungspflichtig ist.

Voraussetzungen

Aufenthaltsrechtliche Voraussetzungen

Au-pair-Kräfte aus EU-/EWR-Mitgliedstaaten und der Schweiz

Au-pair-Kräfte aus EU-/EWR-Mitgliedstaaten und der Schweiz sind zur Niederlassung in Österreich berechtigt und benötigen keinen Aufenthaltstitel. Sie müssen jedoch spätestens drei Monate nach der Niederlassung eine Anmeldebescheinigung bei der Fremdenbehörde beantragen.

Au-pair-Kräfte aus Drittstaaten

Drittstaatsangehörige benötigen einen Aufenthaltstitel in Form einer "Aufenthaltsbewilligung – Sonderfälle unselbstständiger Erwerbstätigkeit" für die gesamte Dauer der Au-pair-Tätigkeit.

Die Ausstellung von Einreise-Visa für Au-pair-Kräfte aus afrikanischen oder asiatischen Ländern kann drei bis vier Monate in Anspruch nehmen! Das AMS kann diese Zeit nicht durch eine entsprechende Verlängerung der Au-pair-Anzeigebestätigung ersetzen. Es besteht in solchen Fällen kein Anspruch auf eine Beschäftigung im höchstzulässigen Ausmaß von zwölf Monaten!

Für die Beantragung der Aufenthaltsbewilligung ist bereits eine Anzeigebestätigung des Arbeitsmarktservice (AMS) erforderlich.

Arbeitsrechtliche Voraussetzungen

Anzeige von Au-pair Kräften aus Drittstaaten und Kroatien beim Arbeitsmarktservice

Au-pair-Kräfte sind an sich vom Ausländerbeschäftigungsgesetz (AuslBG) ausgenommen, ihre Beschäftigung muss jedoch beim Arbeitsmarktservice angezeigt werden. 

ACHTUNG
Au-pair-Kräfte sind nicht zum regulären Arbeitsmarkt zugelassen und erwerben nach Beendigung ihrer Au-pair-Tätigkeit weder einen Anspruch auf eine weitere Arbeitsberechtigung noch das Recht auf freien Arbeitsmarktzugang. Auch die Gastfamilie hat keinen Anspruch auf eine Weiterbeschäftigung der Au-pair-Kraft.

Eine Gastfamilie darf eine ausländische Au-pair-Kraft beschäftigen, wenn

  • sie das Au-pair-Verhältnis der zuständigen regionalen Geschäftsstelle des Arbeitsmarktservice spätestens zwei Wochen vor Beginn der Tätigkeit angezeigt hat und
  • das Arbeitsmarktservice darüber eine Anzeigebestätigung ausgestellt hat.
Anzeigebestätigung für Au-pair Kräfte aus Drittstaaten und Kroatien

Eine Anzeigebestätigung kann nur ausgestellt werden, wenn

  • die Au-pair-Kraft mindestens 18 und höchstens 28 Jahre alt ist,
  • im Falle der Vermittlung eine dazu berechtigte Agentur eingeschaltet wurde,
  • die Au-pair-Kraft innerhalb der letzten fünf Jahre nicht länger als ein Jahr als Au-pair-Kraft in Österreich beschäftigt war und
  • gewährleistet ist, dass das Ausmaß und der wirtschaftliche Gehalt der Tätigkeit einem Au-pair-Verhältnis entsprechen, d.h.
    • die Au-pair-Kraft soll durch ihren Österreichaufenthalt Land und Leute kennenlernen und die im Heimatland erworbenen Sprachkenntnisse mithilfe der Gastfamilie vertiefen,
    • sie wird in die Hausgemeinschaft der Gastfamilie (wenigstens eine Erziehungsberechtigte/ein Erziehungsberechtigter mit Kind) aufgenommen und soll bei leichten Hausarbeiten einschließlich der Kinderbetreuung mithelfen und
    • muss ein Mindestmaß an Deutschkenntnissen (Schulunterricht oder ein Semester Studium oder Sprachlehrgang) schon vor dem Antritt der Beschäftigung durch ein entsprechendes Schulzeugnis oder eine sonstige Bestätigung in deutscher oder englischer Übersetzung nachweisen können und ihre Sprachkenntnisse im Zusammenleben mit der Gastfamilie weiter vertiefen.

Liegen diese Voraussetzungen nicht vor, wird kein Au-pair-Verhältnis angenommen und die Anzeige nicht bestätigt.

Die Anzeigebestätigung gilt zunächst für sechs Monate und kann unter bestimmten Voraussetzungen um weitere sechs Monate verlängert werden.

Verlängerung der Anzeigebestätigung

Die Anzeigebestätigung kann um maximal sechs Monate verlängert werden, wenn die wesentlichen Kriterien des Au-pair-Verhältnisses weiter vorliegen und der Au-pair-Kraft während der ersten sechs Monate der Erwerb von Deutschkenntnissen ermöglicht wurde. Als Nachweis dafür gelten Deutschkurse einschlägiger Bildungseinrichtungen (einschließlich solcher für Erwachsenenbildung).

Die Verlängerung ist möglichst vier Wochen vor Ablauf der Geltungsdauer der Anzeigebestätigung zu beantragen. Die Anzeigebestätigung soll von der Gastfamilie aufbewahrt und zur Einsicht bereitgehalten werden.

Zuständige Stelle

Für die Kranken- und Unfallversicherung: Die Gebietskrankenkassen

Für aufenthaltsrechtliche Angelegenheiten von Angehörigen der EU- bzw. des EWR oder der Schweiz:  

  • Der Landeshauptmann oder
  • Die von ihm ermächtigte Bezirksverwaltungsbehörde:

Für aufenthaltsrechtliche Angelegenheiten von Drittstaatsangehörigen:

  • Für die Antragstellung:
HINWEIS
Bestimmte Personengruppen sind berechtigt, den Antrag im Inland zu stellen.
  • Für die Erteilung des Aufenthaltstitels
    • Die Niederlassungsbehörde, die für den beabsichtigten Wohnsitz der Fremden/des Fremden örtlich zuständig ist:

Für die Anzeige: Das Arbeitsmarktservice (AMS)

Erforderliche Unterlagen

Anzeige durch die Gastfamilie

Zusätzliche Informationen

Es gibt Agenturen, die Au-pair-Kräfte vermitteln. Diese müssen eine entsprechende Gewerbeberechtigung haben. Es ist ratsam, vor Inanspruchnahme der Dienste einer Au-pair-Agentur nach dieser Gewerbeberechtigung zu fragen.

Au-pair-Kräfte müssen nicht durch Au-pair-Agenturen vermittelt werden, um bewilligt zu werden. Auf der Seite des Arbeitsmarktservice (AMS) steht der Antrag auf Ausstellung einer Anzeigebestätigung durch das AMS zum Download zur Verfügung.

Rechtsgrundlagen

Zum Formular

Stand: 01.01.2016
Hinweis .
Abgenommen durch:
Bundesministerium für Arbeit, Soziales und Konsumentenschutz

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