Alkohol-Wegfahrsperre

HINWEIS
Das "Alternative Bewährungssystem" (ABS) ist zwar am 1. September 2017 in Kraft getreten, es können aber nur jene Personen teilnehmen, die das Alkoholdelikt ab dem 1. September 2017 begangen haben. Personen, die das Alkoholdelikt zu einem früheren Zeitpunkt begangen haben, können an dem System nicht teilnehmen, bei ihnen bleibt es beim Entzug der Lenkberechtigung.

Die Teilnahme am Alternativen Bewährungssystem mit Alkohol-Wegfahrsperre ist nur bei Alkoholdelikten, für die eine

  • Entzugsdauer von mindestens 4 Monaten ausgesprochen wurde und
  • nur für die Klasse B (und BE)

möglich. Die Teilnahme ist freiwillig.

Nach Zurücklegen der halben von der Behörde ausgesprochenen Entziehungsdauer kann die restliche Entziehungsdauer durch eine Teilnahme am Bewährungssystem substituiert werden. Für den Zeitraum der doppelten von der Behörde festgelegten restlichen Entziehungsdauer (mindestens aber sechs Monate) dürfen nur Fahrzeuge mit Alkohol-Wegfahrsperre (Alkohol-Interlockgerät, auch "Alkolock" genannt) gelenkt werden und zusätzlich sind in zweimonatigen Abständen Mentoringgespräche zu absolvieren. Im Rahmen der Mentoringgespräche wird das Verhalten der Teilnehmerinnen/der Teilnehmer durch das Auslesen der Geräte überprüft und eine Betreuung der Teilnehmerinnen/der Teilnehmer durch eine qualifizierte Mentorin/einen qualifizierten Mentor vorgenommen.

Eventuell andere vorhandene Lenkberechtigungsklassen (inklusive AM!) gelten für die gesamte Dauer der Teilnahme am System als entzogen – auch Code 111 kann in der Zeit nicht ausgeübt werden!

Im Entzugsbescheid von der Behörde angeordnete begleitende Maßnahmen (Nachschulung, amtsärztliches Gutachten, verkehrspsychologische Untersuchung) müssen vor dem Einstieg in das System absolviert worden sein.

Es ist die Ausstellung eines neuen Führerscheins mit Zahlencode 69 (Einschränkung auf Fahrzeuge mit Alkohol-Interlock) erforderlich. Nach Ablauf der Interlock-Dauer und Abschluss des Verfahrens darf die/der Betreffende das Gerät wieder ausbauen lassen.

Werden Verstöße begangen, ist je nach Verstoß in verschiedenen Abstufungen der Ausschluss aus dem System möglich. Diese Verstöße sind z.B. Versuche das Gerät zu deaktivieren, Registrierung von zu hohen Alkoholwerten bei Abgabe der Atemluftprobe, Überschreitung von Fristen für das Mentoringgespräch etc. Diese werden von der Mentorin/dem Mentor im Rahmen des Mentoringgesprächs festgestellt. Wird die Teilnehmerin/der Teilnehmer aus dem System ausgeschlossen, kehrt sie/er in das Entzugssystem zurück und es ist die gesamte restliche Entzugsdauer zu absolvieren.

Die Administration des Bewährungssystems erfolgt durch den Arbeiter-Samariter-Bund, dieser ist die erste Anlaufstelle für Interessentinnen/Interessenten und dort finden auch die Mentoringgtermine statt.

Stand: 01.09.2017
Hinweis
Abgenommen durch:
Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie
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