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AusBildung bis 18

Bildung und Ausbildung sind der Schlüssel für eine gesicherte Zukunft junger Menschen. Österreich verfügt zwar im Vergleich mit anderen Ländern über eine niedrige Jugendarbeitslosigkeit. Angesichts der steigenden Qualifikationsanforderungen am Arbeitsmarkt bzw. für eine gesellschaftliche Teilhabe sind neun Jahre Bildung aber vielfach nicht mehr ausreichend. Österreich ist im Rahmen der Schulpflicht mit neun Pflichtschuljahren eines der Schlusslichter innerhalb der Europäischen Union und befindet sich international im Mittelfeld.

Während die meisten Jugendlichen nach dem Ende der neunjährigen Schulpflicht ohnehin den Schulbesuch fortsetzen oder eine Lehre absolvieren, trifft dies für eine kleine Gruppe nicht zu. Rund 5.000 Jugendliche jedes Jahrgangs verfügen über keine weiterführende Ausbildung. Junge Menschen, die über keinen über die Pflichtschule hinausgehenden Abschluss verfügen, haben ein dreifaches Risiko von Arbeitslosigkeit bedroht zu sein, ein vierfaches Risiko Hilfsarbeiterin/Hilfsarbeiter zu werden und ein siebenfaches Risiko erwerbsferne Positionen inne zu haben.

Vor diesem Hintergrund hat die österreichische Bundesregierung 2016 eine weitreichende Reform des Ausbildungssystems umgesetzt. Mit dem Ausbildungspflichtgesetz (BGBl. I Nr. 62/2016, beschlossen am 6. Juli 2016) wurde an die allgemeine Schulpflicht eine Ausbildungspflicht angeschlossen. Jugendliche werden so über die allgemeine Schulpflicht hinaus qualifiziert. Die Hilfsarbeit von Jugendlichen unter 18 Jahren wird dadurch weitgehend eingeschränkt.​

Alle Personen unter 18 Jahren, welche die Schulpflicht erfüllt haben und sich dauerhaft in Österreich aufhalten, sind künftig verpflichtet, einer Bildung oder Ausbildung nachzugehen. Analog zur Verletzung der Schulpflicht sollen die Erziehungsberechtigten, wenn diese eine Mitwirkung an der Problemlösung verweigern, auch bei einer Verletzung der Ausbildungspflicht mit einer Verwaltungsstrafe belegt werden können. Die verwaltungsstrafrechtlichen Bestimmungen stehen jedoch nicht im Vordergrund und sind als letzte Konsequenz im Falle einer Verletzung der Ausbildungspflicht zu sehen. Das Ausbildungspflichtgesetz ist mit Ausnahme der Sanktionen mit 1. August 2016 in Kraft getreten und gilt ab Juli 2017 für jenen Jahrgang, der seine Schulpflicht mit dem Schuljahr 2016/2017 abschließt (die Sanktionen treten mit 1. Juli 2018 in Kraft).​​

Reformprozess "AusBildung bis 18"​​

Der Reformprozess  "AusBildung bis 18", den das Sozialministerium, das Bundesministerium für Bildung, das Bundesministerium für Familien und Jugend sowie das Bundesministerium für Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft gemeinsam mit den Bundesländern, Sozialpartnern und weiteren Akteurinnen/Akteuren gestartet haben, geht über die Ausbildungspflicht hinaus und umfasst zum Beispiel auch präventive Angebote, die bestmögliche Unterstützung von Jugendlichen und Erziehungsberechtigten sowie eine Optimierung der Bildungs- und Ausbildungsangebote. Eine verbesserte Information und Beratung sowie Berufs- und Bildungswegorientierung sowie die Weiterentwicklung des Jugendcoachings sollen einen Beitrag dazu leisten, dass nicht mehr so viele Jugendliche aus dem Ausbildungssystem herausfallen. Es werden Anreize zur Teilnahme an Bildung und Ausbildung gesetzt. Zusätzlich werden verstärkt niederschwellige Ausbildungsangebote, auch im Zusammenhang mit der dualen Berufsausbildung, zur Verfügung gestellt.​​

Plattform "AusBildung bis 18" (BMASK)

Stand: 08.11.2016
Hinweis .
Abgenommen durch:
Bundesministerium für Arbeit, Soziales und Konsumentenschutz

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