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Fahrrad im Straßenverkehr


Ausrüstung

Durch die Fahrradverordnung wird die Ausstattung eines Fahrrades vorgeschrieben. Sie können jedoch noch zusätzliche Vorkehrungsmaßnahmen treffen.

Bei einem Fahrradunfall können schwere Kopfverletzungen entstehen. Viele dieser Verletzungen können durch das Tragen eines Fahrradhelms vermieden werden. Daher sollte ein gut angepasster Fahrradhelm selbstverständlich sein – sowohl für Erwachsene als auch für Kinder.

Merkmale eines guten Fahrradhelms sind:

  • Harte Außenschale aus reflektierendem Material
  • Luftschlitze, die breit und durch Luftkanäle verbunden sind
  • Gitter vor den Luftschlitzen zum Schutz vor Insekten
  • Verschlussriemen, die fix mit dem Helm verbunden sowie einfach zu öffnen und zu schließen sind
  • Helm muss der ÖNORM EN 1078 entsprechen und die CE-Kennzeichnung in der Helmschale tragen

Kinder unter zwölf Jahren müssen einen Radhelm tragen (Radhelmpflicht). Verantwortlich dafür, dass das Kind den Helm auch trägt, ist seine Aufsichtsperson. Das gilt auch für Kinder unter zwölf Jahren, die in einem Fahrradanhänger befördert oder auf einem Fahrrad mitgeführt werden.

Eine helle Kleidung, vorzugsweise mit reflektierenden Streifen, ist vor allem bei schlechter Sicht und Dunkelheit wichtig.

Ausführliche Informationen zur Fahrradverordnung finden sich ebenfalls auf HELP.gv.at.


Wichtige Verkehrsregeln

Für eine sichere Fahrt mit Ihrem Fahrrad gilt es wichtige Verkehrsregeln zu beachten.

  • Beim Abbiegen immer ein Handzeichen geben.
  • Beim Zufahren auf Kreuzungen das Tempo drosseln.
  • Tempolimits einhalten und die Fahrgeschwindigkeit dem eigenen Können anpassen.
  • Den Vorrang anderer beachten.
    • Die Verkehrstafeln "Vorrang geben" oder "Halt" gelten auch für Radfahrerinnen/Radfahrer.
    • Fußgängerinnen/Fußgänger haben auf dem Schutzweg ("Zebrastreifen") Vorrang.
    • Schienenfahrzeuge und Einsatzfahrzeuge (z.B. Rettung) haben Vorrang.
  • Zu geparkten Autos einen seitlichen Sicherheitsabstand halten und auf öffnende Autotüren achten.
  • Einen angemessenen Abstand zu vorausfahrenden Verkehrsteilnehmerinnen/Verkehrsteilnehmern einhalten.
  • Auf Fußgängerinnen/Fußgänger achten, die neben dem Radweg gehen.
  • Rad fahren gegen die Einbahn ist in Einbahnstraßen nur erlaubt, wenn eine Zusatztafel ausdrücklich darauf hinweist! In Wohnstraßen ist Rad fahren gegen die Einbahn generell erlaubt.
  • Mit dem Fahrrad ist grundsätzlich die Fahrbahn zu benutzen; ist eine Radfahranlage vorhanden, muss diese benutzt werden (Ausnahme: u.a. nicht benützungspflichtige Radwege bzw. nicht benützungspflichtige Geh- und Radwege)
  • Auf Autobahnen und Autostraßen ist das Fahrrad fahren verboten.
  • Nebeneinander Rad fahren ist auf Radwegen, in Fahrradstraßen, in Wohnstraßen, in Begegnungszonen und – auf sonstigen Straßen mit öffentlichem Verkehr – bei Trainingsfahrten mit Rennfahrrädern erlaubt. Beim Nebeneinanderfahren muss der äußerste rechte Fahrstreifen benutzt werden. In Fußgängerzonen dürfen Radfahrerinnen/Radfahrer nebeneinander fahren, wenn das Befahren der Fußgängerzone mit Fahrrädern erlaubt ist.

Tempolimits

Für Radfahrerinnen/Radfahrer gelten grundsätzlich die gleichen Tempolimits wie für andere Fahrzeuglenkerinnen/Fahrzeuglenker:

  • Ortsgebiet maximal 50 km/h
  • Freilandstraßen maximal 100 km/h

Wichtig ist die Sonderregelung für Radfahrerüberfahrten (= durch gleichmäßig unterbrochene Quermarkierungen gekennzeichneter, für die Überquerung der Fahrbahn durch Radfahrerinnen/Radfahrer bestimmter Fahrbahnteil), außer die Kreuzung wird durch eine Ampel oder durch die Exekutive geregelt:

Radfahrerinnen/Radfahrer dürfen sich ungeregelten Radfahrerüberfahrten mit höchstens 10 km/h nähern. Außerdem dürfen sie diese Radfahrerüberfahrten nicht unmittelbar vor einem herannahenden Fahrzeug und für deren Lenkerin/dessen Lenker überraschend befahren.

ACHTUNG
Wenn ein Verkehrsschild auf eine Geschwindigkeitsbeschränkung hinweist, dann ist diese genauso von Radfahrerinnen/Radfahrern einzuhalten (z.B. Zone 30 im Ortsgebiet).

Abstellen von Fahrrädern

Laut Straßenverkehrsordnung sind Fahrräder so aufzustellen, dass sie nicht umfallen oder den Verkehr behindern können.

Ist ein Gehsteig mehr als 2,5 m breit, dürfen Fahrräder auch auf dem Gehsteig abgestellt werden. Es ist aber zu empfehlen, einen Fahrradabstellplatz zu benutzen, wenn sich einer in der unmittelbaren Nähe befindet.

Auf einem Gehsteig sind Fahrräder platzsparend aufzustellen, sodass Fußgängerinnen/Fußgänger nicht behindert und Sachen nicht beschädigt werden.

Im Haltestellenbereich öffentlicher Verkehrsmittel dürfen Fahrräder nicht abgestellt werden, außer wenn dort ein Fahrradabstellplatz vorhanden ist.

Benutzung von Verkehrsflächen und Fahrverbote

Folgende Verkehrsflächen dürfen Sie als Radfahrerin/Radfahrer benutzen:

  • Fahrbahn. Ist allerdings eine Radfahranlage vorhanden, muss diese benutzt werden.
    (Ausnahme: u.a. nicht benützungspflichtige Radwege bzw. nicht benützungspflichtige Geh- und Radwege)
  • 'Radwege' sowie 'Geh- und Radwege'
  • Radfahrstreifen (für den Radverkehr markierter Teil der Fahrbahn, muss vom ruhenden und fließenden Verkehr freigehalten werden)
  • Mehrzweckstreifen (ein Radfahrstreifen, der unter besonderen Umständen auch von anderen Verkehrsteilnehmerinnen/Verkehrsteilnehmern befahren werden darf)
  • Radfahrerüberfahrt (durch gleichmäßig unterbrochene Quermarkierungen gekennzeichneter, für die Überquerung der Fahrbahn durch Radfahrerinnen/Radfahrer bestimmter Fahrbahnteil)
  • Wohnstraßen
  • Fußgängerzonen in Schrittgeschwindigkeit und nur dann, wenn dies durch Beschilderung ausdrücklich erlaubt wird
  • Fahrradstraßen
  • Begegnungszonen

Rad fahren auf Schutzwegen (sogenannten "Zebrastreifen") ist nicht erlaubt, das Schieben des Fahrrades jedoch schon. Dieses Verbot ergibt sich aus der Definition des Schutzwegs in der Straßenverkehrsordnung.

Ein Schutzweg ist ein durch gleichmäßige Längsstreifen (sogenannte "Zebrastreifen") gekennzeichneter, für die Überquerung der Fahrbahn durch Fußgängerinnen/Fußgänger bestimmter Fahrbahnteil. Schutzwege sind somit ausschließlich für die Überquerung der Fahrbahn durch Fußgängerinnen/Fußgänger bestimmt und dürfen daher nicht mit Fahrrädern befahren werden. Das Überqueren der Straße auf dem Fahrrad ist jedoch auf Radfahrerüberfahrten erlaubt.

Fahrverbote für Fahrräder:

  • Gehsteig (außer zum Queren z.B. im Zuge der Zufahrt zu einem Fahrradabstellplatz)
  • Gehweg
  • Auf dem für Fußgängerinnen/Fußgänger bestimmten Teil eines (getrennten) 'Geh- und Radweges'
  • Autobahn
  • Autostraße
  • Beschilderte Fahrverbote

Das Schieben eines Fahrrades ist auf diesen Verkehrsflächen – ausgenommen Autobahn und Autostraße – erlaubt. Wer ein Fahrrad schiebt, gilt nicht als Radfahrerin/Radfahrer.

HINWEIS

Mit Fahrrädern mit einem Anhänger, der nicht breiter als 80 cm oder ausschließlich zur Personenbeförderung bestimmt ist, sowie mit mehrspurigen Fahrrädern, die nicht breiter als 80 cm sind, darf die Radfahranlage benützt werden. Mit Fahrrädern mit Anhängern, die nicht für die Personenbeförderung bestimmt sind (z.B. Lastenanhänger), und mit mehrspurigen Fahrrädern, die breiter als 80 cm sind, ist immer die für den übrigen Verkehr bestimmte Fahrbahn zu benützen.

Telefonieren

Telefonieren während des Radfahrens ohne Benützung einer Freisprecheinrichtung ist verboten.

Alkoholbestimmungen

Für Radfahrerinnen/Radfahrer gilt ein Alkohollimit von 0,8 Promille (0,4 mg Alkohol je Liter Atemluft).

Ab 1. September 2009 gelten folgende Strafsätze bei Übertretung des Alkohollimits:

Strafsätze bei Übertretung
StrafgrundBetrag in Euro
Ab 0,8 Promille (0,4 mg/l Atemluft)800 bis 3.700
Ab 1,2 Promille (0,6 mg/l Atemluft)1.200 bis 4.400
Ab 1,6 Promille (0,8 mg/l Atemluft)1.600 bis 5.900
Verweigerung des Alkotests1.600 bis 5.900
Wer in einem durch Drogen beeinträchtigten Zustand Fahrrad fährt, muss mit einer Strafe zwischen 800 Euro und 3.700 Euro rechnen.
ACHTUNG
Bedenken Sie, dass Rad fahren in alkoholisiertem Zustand ein Hinweis auf mangelnde Verkehrszuverlässigkeit sein kann. Stellt die Behörde mangelnde Verkehrszuverlässigkeit fest, kann Ihnen Ihr Kfz-Führerschein entzogen werden.

Radtransport in öffentlichen Verkehrsmitteln

Grundsätzlich können Sie Ihr Fahrrad in öffentlichen Verkehrsmitteln transportieren. Zumeist ist auch eine Gebühr für das mitgeführte Fahrrad zu entrichten. Die Mitnahme ist an bestimmte Zeiten gebunden. In den Stoßzeiten des Berufsverkehrs ist das Mitführen des Fahrrades oft nicht gestattet. 

Weiterführende Links

Rechtsgrundlagen

Stand: 01.01.2016
Hinweis .
Abgenommen durch:
Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie

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