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Fahrordnung für Radfahrer

Pflicht zur Benutzung von Radfahranlagen

Ist eine Radfahranlage (Radfahrstreifen, Mehrzweckstreifen, Radweg, Geh- und Radweg oder Radfahrerüberfahrt) vorhanden, muss diese von Radfahrerinnen/Radfahrern grundsätzlich auch benutzt werden. Ansonsten muss auf der Fahrbahn gefahren werden. Eine Ausnahme bilden nicht benützungspflichtige Radwege bzw. nicht benützungspflichtige Geh- und Radwege.

Folgende Fahrzeuge dürfen wahlweise entweder auf der Radfahranlage oder auf der Fahrbahn fahren:

  • Einspurige Fahrräder mit einem Anhänger von maximal 80 cm Breite
  • Einspurige Fahrräder mit einem Anhänger, der ausschließlich zur Personenbeförderung dient
  • Mehrspurige Fahrräder, die nicht breiter als 80 cm sind
  • Rennräder während einer Trainingsfahrt

Mit folgenden Fahrzeugen muss hingegen immer auf der Fahrbahn gefahren werden:

  • Einspurige Fahrräder mit einem anderen als den genannten Anhängern
  • Mehrspurige Fahrräder über 80 cm Breite

Fahrordnung auf Radfahranlagen

Radfahranlagen (Radfahrstreifen, Mehrzweckstreifen, Radwege, Geh- und Radwege oder Radfahrerüberfahrten) dürfen grundsätzlich in beiden Fahrtrichtungen befahren werden.

Von dieser Regel gibt es folgende Ausnahmen:

  • Radfahranlagen mit Bodenmarkierungen (Richtungspfeile) dürfen nur in Pfeilrichtung befahren werden.
    ACHTUNG
    Die Richtung, in der Fahrradsymbole als Bodenmarkierung angebracht sind, zeigt nicht die Fahrtrichtung an.
  • Radfahrstreifen dürfen nur in jener Fahrtrichtung befahren werden, in die der angrenzende Fahrstreifen befahren werden darf (Ausnahme: Einbahnstraße).

Radfahrerüberfahrten

Auch wenn Radfahrerinnen/Radfahrer auf Radfahrerüberfahrten (wie auf allen Radfahranlagen) Vorrang haben, dürfen sie sich diesen nicht beliebig schnell nähern: Die Straßenverkehrsordnung (StVO) schreibt bei der Annäherung an ungeregelte Radfahrerüberfahrten (das sind solche, die weder durch Arm- noch durch Lichtzeichen geregelt werden) eine Geschwindigkeit von höchstens 10 km/h vor. Dies entspricht ungefähr dem doppelten Schritttempo.

Darüber hinaus darf man eine Überfahrt mit dem Rad nicht unmittelbar vor einem herannahenden Fahrzeug und für dessen Lenkerin/Lenker überraschend befahren.

Einbahnstraßen

Entgegen einer weit verbreiteten Meinung ist es nicht generell erlaubt, mit dem Rad gegen die Einbahn zu fahren. Grundsätzlich muss in die Richtung gefahren werden, die das Einbahnschild anzeigt. Das Fahren gegen die Einbahn ist für Radfahrerinnen/Radfahrer nur zulässig, wenn

  • es ihnen durch ein eigenes Verkehrszeichen ("Ausgenommen Radfahrer") erlaubt ist oder
  • die Einbahnstraße zugleich eine Wohnstraße ist.

Im zweiten Fall ist keine besondere Kennzeichnung der Ausnahme für Radfahrerinnen/Radfahrer erforderlich.

Mündet die Einbahnstraße in eine Querstraße, sind die an der Kreuzung geltenden Vorrangregeln davon abhängig, ob in der Einbahnstraße für das Fahren gegen die Einbahn eine Radfahranlage vorhanden ist oder nicht. Ist nur ein Verkehrsschild "Ausgenommen Radfahrer", nicht aber eine eigene Radfahranlage gegeben, gilt der Rechtsvorrang bzw. die jeweilige Vorrangbeschilderung. Ist für das Fahren gegen die Einbahn eine Radfahranlage vorhanden und endet diese bei der Querstraße, hat die Radfahrerin/der Radfahrer immer Nachrang.

Nähere Informationen zu den Vorrangbestimmungen für Radfahrerinnen/Radfahrer finden sich ebenfalls auf HELP.gv.at.

Fußgängerzonen

In Fußgängerzonen ist grundsätzlich jeglicher Fahrzeugverkehr und damit auch das Rad fahren – nicht hingegen das Schieben des Rades – verboten. Mit dem Rad darf nur dann in Fußgängerzonen und nur in Schrittgeschwindigkeit gefahren werden, wenn dies durch Beschilderung ausdrücklich erlaubt ist.

Gehsteige und Gehwege

Gehsteige und Gehwege dürfen mit Fahrrädern nicht in der Längsrichtung befahren werden. Nur das Queren, z.B. im Zuge der Zufahrt zu einem Fahrradabstellplatz, ist erlaubt.

Schutzwege ("Zebrastreifen")

Ein Verbot zum Befahren von Schutzwegen ergibt sich aus der Definition des Schutzwegs in der Straßenverkehrsordnung:

Ein Schutzweg ist ein durch gleichmäßige Längsstreifen (sogenannte "Zebrastreifen") gekennzeichneter, für die Überquerung der Fahrbahn durch Fußgängerinnen/Fußgänger bestimmter Fahrbahnteil. Schutzwege sind somit ausschließlich für die Überquerung der Fahrbahn durch Fußgängerinnen/Fußgänger bestimmt und dürfen daher nicht mit Fahrrädern befahren werden. Das Schieben des Fahrrades ist jedoch erlaubt. Das Überqueren der Straße auf dem Fahrrad ist jedoch auf Radfahrerüberfahrten erlaubt.

Eine Radfahrerüberfahrt ist ein auf beiden Seiten durch gleichmäßig unterbrochene Quermarkierungen gekennzeichneter, für die Überquerung der Fahrbahn durch Radfahrerinnen/Radfahrer bestimmter Fahrbahnteil. Ist unmittelbar neben der Radfahrerüberfahrt ein Schutzweg markiert, so kann auf dieser Seite der Radfahrerüberfahrt die Quermarkierung entfallen.

Wohnstraßen

In Wohnstraßen ist das Rad fahren erlaubt. Es darf nur in Schrittgeschwindigkeit gefahren werden. Ist die Wohnstraße zugleich eine Einbahnstraße, ist das Rad fahren gegen die Einbahn generell erlaubt.

Fahrradstraßen

Unter bestimmten Voraussetzungen können Straßen oder Straßenabschnitte zeitweilig oder dauernd zu Fahrradstraßen erklärt werden. Dort dürfen grundsätzlich alle Fahrzeuge zu- und abfahren. Radfahrerinnen/Radfahrer dürfen auch durchfahren. Die erlaubte Höchstgeschwindigkeit in Fahrradstraßen beträgt 30 km/h.

Begegnungszonen

Begegnungszonen werden als Straßen, deren Fahrbahn für die gemeinsame Nutzung durch Fahrzeuge und Fußgängerinnen/Fußgänger bestimmt und als solche gekennzeichnet ist, definiert. Die erlaubte Höchstgeschwindigkeit in Begegnungszonen beträgt generell 20 bzw. 30 km/h.

Weitere Informationen zum Thema "Benutzung von Verkehrsflächen und Fahrverbote" finden sich ebenfalls auf HELP.gv.at.

Rechtsgrundlagen

Straßenverkehrsordnung (StVO)

Stand: 01.01.2016
Hinweis .
Abgenommen durch:
Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie

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