Hilfe zu "Gebärdensprachvideo" Deutsch | English

Allgemeines zum Girokonto

Eröffnung eines Girokontos

Heutzutage werden fast alle notwendigen Geldtransaktionen, wie z.B. die Auszahlung des Gehalts oder die Bezahlung diverser Rechnungen, bargeldlos abgewickelt. Daher ist die Eröffnung eines Girokontos für den Erhalt und die Erledigung diverser Zahlungen erforderlich.

Das Girokonto ist ein Konto bei einer Bank, das zur Abwicklung des bargeldlosen Zahlungsverkehrs dient. Es wird daher auch Bankkonto genannt. Auf dem Girokonto werden alle Zahlungseingänge und -ausgänge erfasst und gegenübergestellt. Aus dieser Gegenüberstellung ergibt sich der sogenannte Saldo, der die Differenz zwischen Zahlungseingängen und Zahlungsausgängen darstellt. Ergibt sich aus dieser Gegenüberstellung ein Guthaben, so werden Zinsen ausbezahlt. Allerdings sind diese so gering, dass das Girokonto zur Geldanlage ungeeignet ist.

Eröffnung eines Girokontos durch Jugendliche

Da Kinder und Jugendliche kaum Erfahrungen in Geldangelegenheiten haben, genießen sie bei Bankgeschäften einen besonderen rechtlichen Schutz. Banken, Sparkassen und Kreditinstitute haben daher bei der Aufnahme von Geschäftsbeziehungen mit Jugendlichen, die noch nicht 18 Jahre alt sind, nicht nur die Bestimmungen des Allgemeinen Bürgerlichen Gesetzbuches (ABGB) über die Geschäftsfähigkeit Jugendlicher, sondern zusätzlich besondere Sorgfaltspflichten nach dem Bankwesengesetz (BWG) zu beachten.

Mündige Minderjährige können ab dem 14. Geburtstag, sofern sie regelmäßige Einkünfte aus eigenem Erwerb (z.B. Lohn oder Lehrlingsentschädigung) beziehen, ohne Zustimmung ihrer Eltern ein Girokonto eröffnen und über dieses soweit selbstständig verfügen, als dadurch keine Gefährdung der Lebensbedürfnisse eintritt. Allen anderen Jugendlichen darf die Bank oder der sonstige Zahlungsdienstleister nur mit ausdrücklicher Zustimmung der gesetzlichen Vertreterin/des gesetzlichen Vertreters ein Girokonto eröffnen.

Konto- bzw. Überziehungsrahmen

Im Allgemeinen bieten Banken einen Kontorahmen an, bis zu dem das Girokonto kurzfristig überzogen werden kann. Dieser wird auch Überziehungsrahmen genannt und richtet sich in der Regel nach dem Nettomonatsgehalt der Kontoinhaberin/des Kontoinhabers. Die meisten Banken gewähren einen Überziehungsrahmen von zwei bis vier Nettomonatsgehältern. Die Zinsen, die für den überzogenen Geldbetrag bezahlt werden müssen, sind vergleichsweise hoch. Sollte das Geld längerfristig benötigt werden, ist es oft günstiger, einen Kredit aufzunehmen.

Im Falle einer Überschreitung des vereinbarten Überziehungsrahmens können zusätzlich auch noch Verzugszinsen verrechnet werden. Ist die Überschreitung "erheblich" und dauert sie länger als einen Monat, muss die Bank der Kontoinhaberin/dem Kontoinhaber den Sollzinssatz sowie Verzugszinsen und Strafen mitteilen.

Kontoauszüge

Kontoinhaberinnen/Kontoinhaber bekommen regelmäßig einen Kontoauszug zugeschickt bzw. können diesen in einer Filiale ihrer Bank selbst ausdrucken. Der Kontoauszug beinhaltet alle die Abrechnungsperiode betreffenden Zahlungseingänge und -ausgänge sowie die angefallenen Zinsen. Um Streitfälle zu vermeiden, sollte der Kontoauszug möglichst rasch überprüft werden. Etwaige Einwendungen gegen den Kontoabschluss sollten innerhalb der am Auszug genannten Frist erhoben werden.

Rechtsgrundlagen

Stand: 01.01.2016
Hinweis .
Abgenommen durch:
Bundeskanzleramt – HELP-Redaktion

Bewertung

War diese Information hilfreich? Das Feld "War diese Information hilfreich?" muss ausgefüllt sein!