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Eigenhändiges Testament

Allgemeine Informationen

Der gesamte Text muss von der Testamentsverfasserin/dem Testamentsverfasser eigenhändig geschrieben und unterschrieben werden, wobei die Unterschrift am Ende des Textes erfolgen muss.

ACHTUNG
Wird das Testament mit einer Schreibmaschine, mit einem PC oder handschriftlich von einer dritten Person geschrieben, liegt ein fremdhändiges Testament vor, das nur unter bestimmten Voraussetzungen gültig errichtet werden kann.

Es sollte mit dem vollen Namen unterschrieben werden, wobei im Gesetz lediglich gefordert wird, dass über die Identität der Testamentsverfasserin/des Testamentsverfassers kein Zweifel besteht. Es genügt also auch beispielsweise die Unterschrift "Euer Vater". Ein Handzeichen oder eine Stampiglie genügt nicht. Etwaige Ergänzungen müssen nochmals unterschrieben werden.

Es ist zu empfehlen, dem eigenhändigen Text auch ein Datum anzufügen, das später im Verlassenschaftsverfahren von Bedeutung sein kann (etwa wenn mehrere, widerstreitende Testamente vorliegen).

Zusätzliche Informationen

Aufbewahrungsort des eigenhändigen Testaments

Das eigenhändige Testament kann bei den Personaldokumenten aufbewahrt werden, es kann aber auch gegen eine geringe Gebühr bei einer Notarin/einem Notar oder einer Rechtsanwältin/einem Rechtsanwalt hinterlegt werden.

TIPP

Zu empfehlen ist in jedem Fall die Registrierung des Testaments im Zentralen Testamentsregister der Österreichischen Notariatskammer (Registrierung bei einer Notarin/einem Notar) oder im Testamentsregister der österreichischen Rechtsanwälte des Österreichischen Rechtsanwaltskammertages (Registrierung bei einer Rechtsanwältin/einem Rechtsanwalt).

Im Zentralen Testamentsregister werden nicht der Inhalt des Testaments, sondern nur die persönlichen Daten der Testamentserrichterin/des Testamentserrichters und das Datum der Testamentserrichtung registriert.

Im Sterbefall fragt die zuständige Notarin/der zuständige Notar bei diesem Register an und bekommt dort die Auskunft, wo das Testament hinterlegt ist und kann es sich schicken lassen. Auf jeden Fall kann so verhindert werden, dass jemand, der das Testament findet und inhaltlich damit nicht einverstanden ist, dieses unterschlägt.

Testamentsanfechtung

Ein Testament kann wegen eines Irrtums der Erblasserin/des Erblassers angefochten bzw. bekämpft werden.

  • Angehörige, die gesetzliche Erben sind oder
  • Angehörige oder Hinterbliebene, die durch ein früheres Testament als Erbinnen/Erben in Frage kommen würden,

können ein Testament bekämpfen, wenn der Erblasserin/dem Erblasser nachweislich ein Irrtum unterlaufen ist. Ein wesentlicher Irrtum führt zur Ungültigkeit, ein unwesentlicher Irrtum zur Korrektur des Testaments. Die Hinterbliebenen müssen die Gewissheit haben, dass die Erblasserin/der Erblasser bei Kenntnis der wahren Umstände ein anderes oder gar kein Testament errichtet hätte. Das Testament gibt also nicht den "wahren Willen" der Erblasserin/des Erblassers wieder. Beispiel: Die Erblasserin/der Erblasser setzt ihren/seinen Lebensretter A zu ihrem/seinem Erben ein, obwohl B der Lebensretter ist.

Zum Formular

Dieses Testament enthält sowohl eine Erbseinsetzung (nämlich der Ehegattin) als auch ein Vermächtnis (nämlich den Roller, den der Freund bekommen soll).

Stand: 01.01.2014
Hinweis .
Abgenommen durch:
Österreichische Notariatskammer

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Rechtsanwalt Dr. Christoph Naske