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Fremdhändiges Testament

Allgemeine Informationen

Hier sind mehrere Vorschriften zu beachten:

  • Das Testament selbst kann mit einer Schreibmaschine, mit einem PC oder auch handschriftlich von einer anderen Person verfasst sein.
  • Das Testament muss aber auf jeden Fall von der Erblasserin/dem Erblasser eigenhändig unterschrieben werden.
  • Die Erblasserin/der Erblasser muss darüber hinaus das Testament vor drei Zeuginnen/Zeugen, von denen mindestens zwei gleichzeitig anwesend sein müssen, unterfertigen. Die Zeuginnen/Zeugen müssen den Inhalt des Testaments nicht kennen, sondern nur bestätigen, dass die Urkunde den letzten Willen der Erblasserin/des Erblassers enthält.
  • Die Unterschrift der Zeuginnen/der Zeugen muss am Ende des Testaments erfolgen – und zwar mit einem auf die Zeugeneigenschaft hinweisenden Zusatz (z.B. "als Testamentszeuge").

Als Zeuginnen/Zeugen kommen nicht in Betracht:

  • Personen unter 18 Jahren
  • Blinde, Taube, Stumme
  • Personen, die die Sprache, in der das Testament verfasst wurde, nicht verstehen und
  • "Befangene" Zeuginnen/Zeugen:
    • Die/der durch das Testament Begünstigte
    • Personen, die mit der durch das Testament Begünstigten/dem durch das Testament Begünstigten verwandt oder verschwägert sind oder
    • Beispielsweise Organe einer durch das Testament begünstigten Organisation
HINWEIS

Auch ein von einer Notarin/einem Notar oder einer Rechtsanwältin/einem Rechtsanwalt errichtetes Testament ist in der Regel ein fremdhändiges Testament. Als Zeuginnen/Zeugen fungieren dann die Notarin/der Notar oder die Rechtsanwältin/der Rechtsanwalt und deren/dessen Kanzleiangestellten.

Zusätzliche Informationen

Fehler bei einem fremdhändigen Testament

Bei einem fremdhändigen Testament sind einige Formvorschriften einzuhalten, deren Missachtung das Testament jeweils unwirksam macht. Häufige Fehler, die in der Praxis vorkommen und die das Testament ungültig machen, sind beispielsweise:

  • Das Testament wird von zu wenigen Zeuginnen/Zeugen unterfertigt. Es wird oft irrtümlich angenommen, dass zwei Zeuginnen/Zeugen genügen.
  • Die Zeuginnen/Zeugen unterschreiben nur mit ihrem Namen, aber ohne den Zusatz "als Testamentszeuge".
  • Als Zeuginnen/Zeugen unterschreiben nahe Angehörige der Begünstigten/des Begünstigten.
  • Die Zeuginnen/Zeugen sind nicht in der erforderlichen Zahl anwesend.

Testamentsanfechtung

Ein Testament kann wegen eines Irrtums der Erblasserin/des Erblassers angefochten bzw. bekämpft werden.

  • Angehörige, die gesetzliche Erben sind oder
  • Angehörige oder Hinterbliebene, die durch ein früheres Testament als Erbinnen/Erben in Frage kommen würden,

können ein Testament bekämpfen, wenn der Erblasserin/dem Erblasser nachweislich ein Irrtum unterlaufen ist. Ein wesentlicher Irrtum führt zur Ungültigkeit, ein unwesentlicher Irrtum zur Korrektur des Testamentes. Die Hinterbliebenen müssen die Gewissheit haben, dass die Erblasserin/der Erblasser bei Kenntnis der wahren Umstände ein anderes oder gar kein Testament errichtet hätte. Das Testament gibt also nicht den "wahren Willen" der Erblasserin/des Erblassers wieder. Beispiel: Die Erblasserin/der Erblasser setzt ihren/seinen Lebensretter A zu ihrem/seinem Erben ein, obwohl B der Lebensretter ist.

Zum Formular

Testament (fremdhändig)

Stand: 04.01.2016
Hinweis .
Abgenommen durch:
Österreichische Notariatskammer

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