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Öffentliches Testament

Die Testamentserrichtung von Personen zwischen 14 und 18 Jahren darf nur in öffentlicher Form, d.h. gerichtlich oder notariell, erfolgen.

Personen, die unter Sachwalterschaft stehen, müssen ihr Testament in öffentlicher Form, d.h. gerichtlich oder notariell, errichten, wenn das Sachwalterschaftsgericht zum Schutz der betroffenen Person eine entsprechende Anordnung getroffen hat.

Die Richterin/der Richter oder die Notarin/der Notar muss sich vor der Testamentserrichtung durch geeignete Fragen vom Testierwillen und der Einsichtsfähigkeit der Personen, die ein derartiges Testament errichten, überzeugen. Das Ergebnis seiner oder ihrer Prüfung muss im Protokoll festgehalten werden.

HINWEIS

Bei Unklarheiten über den Geisteszustand kann z.B. auch eine Neurologin/ein Neurologe beigezogen werden.

Testamentsanfechtung

Ein Testament kann wegen eines Irrtums der Erblasserin/des Erblassers angefochten bzw. bekämpft werden.

  • Angehörige, die gesetzliche Erben sind oder
  • Angehörige oder Hinterbliebene, die durch ein früheres Testament als Erbinnen/Erben in Frage kommen würden,

können ein Testament bekämpfen, wenn der Erblasserin/dem Erblasser nachweislich ein Irrtum unterlaufen ist. Ein wesentlicher Irrtum führt zur Ungültigkeit, ein unwesentlicher Irrtum zur Korrektur des Testamentes. Die Hinterbliebenen müssen die Gewissheit haben, dass die Erblasserin/der Erblasser bei Kenntnis der wahren Umstände ein anderes oder gar kein Testament errichtet hätte. Das Testament gibt also nicht den "wahren Willen" der Erblasserin/des Erblassers wieder. Beispiel: Die Erblasserin/der Erblasser setzt ihren/seinen Lebensretter A zu ihrem/seinem Erben ein, obwohl B der Lebensretter ist.

Stand: 04.01.2016
Hinweis .
Abgenommen durch:
Österreichische Notariatskammer

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