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Abgabe einer unbedingten Erbantrittserklärung

Bei der unbedingten Erbantrittserklärung haftet die Erbin/der Erbe für alle Schulden und auch für die Erfüllung von Vermächtnissen mit ihrem/seinem eigenen Vermögen in unbeschränkter Höhe.

HINWEIS

Die Erbin/der Erbe haftet auch dann, wenn sie/er von der Existenz dieser Forderungen nichts wusste und auch dann, wenn die Schulden den aktiven Nachlass übersteigen.

Mehrere Erbinnen/Erben haften für die Schulden solidarisch, das bedeutet, dass die anderen Erbinnen/Erben den Ausfall zu tragen haben, wenn einer der Erbinnen/Erben ihre/seine Verpflichtungen nicht erfüllt.

Vorteil einer unbedingten Erbantrittserklärung

Die Abwicklung ist einfach und kostengünstig. Anders als bei der bedingten Erbantrittserklärung erfolgt hier keine Schätzung des beweglichen Nachlassvermögens, anstelle des von der Gerichtskommissärin oder dem Gerichtskommissär errichteten Inventars tritt die sogenannte "Vermögenserklärung".

Diese von der Notarin/dem Notar erstellte Aufstellung über Aktiva und Passiva wird dem Verlassenschaftsverfahren zugrunde gelegt. Die Erbin/der Erbe bzw. die Erbinnen/Erben erklären, dass die Aufstellung nach deren Wissen vollständig und richtig ist.

HINWEIS

Liegenschaften werden mit dem dreifachen steuerlichen Einheitswert (meist ein Bruchteil des Verkehrswertes) angesetzt.

ACHTUNG

Die Abgabe der unbedingten Erbantrittserklärung ist wegen der drohenden Schuldenhaftung riskant. Sie ist nur zu empfehlen, wenn man die Lebensgewohnheiten und Vermögensverhältnisse der Verstorbenen/des Verstorbenen genau kannte und sicher sein kann, dass keine versteckten Schulden zu Tage treten.

Stand: 01.01.2014
Hinweis .
Abgenommen durch:
Österreichische Notariatskammer

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Rechtsanwalt Dr. Christoph Naske